Werkstatt

„Es gibt Dinge, die kann man nicht ersetzen – aber die gibt es nicht bei uns!“, finde ich auf einer Werkstatt – Internetseite für Defender. Ich bin neugierig. Wer steckt hinter der Werkstatt? Dann gibt es da noch einen Hinweis auf eine Tages-Offroad-Tour. Ich will mit. Vielleicht finden wir so endlich die Werkstatt unseres Vertrauens, für meine Red Lady und das Reisemobil.

Mailanfrage zur Tour

Schnell ist die Anfrage zur Tour abgesendet. Und schnell ist eine freundliche Absage da. Eine Aktion nur für Kunden der Werkstatt, um offroad fahren zu können. Das ist ein toller Service.
Aber sollte jemand absagen, darf ich mit. Einen Tag vor der Tour kommt dann die ersehnte Zusage. Ein Kunde hat abgesagt – mein Glück. Ich habe mir noch schnell eine Beifahrerin organisiert – Freundin Iris begleitet mich. Juppiiiiiiii!!

9 Uhr am Treffpunkt

Iris hangelt sich in die Red Lady. Ich sitze schon, schließlich musste ich den Knopf hoch machen – Fernsteuerung, Fehlanzeige. Geliebtes Motorengeräusch, ruppige Kupplung, im Wind knatterndes Softtop, TD5, 90er, Baujahr 1999 das ist mein Red Lady.

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Auf geht es…
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Start am Morgen

Wir stehen zwischen 20 Defendern alle Bauarten pünktlich an der Straße, als K. H. Krause, der Werkstattinhaber, genannt Kalle erscheint. Für meine Fragen zur Werkstatt ist jetzt keine Zeit. Er springt auf einen Pick-Up, damit ihn alle sehen. Es gibt Erklärungen zur Tour. Und was kostet die Tour? Nichts möchte Kalle persönlich für die Tour haben – er bittet um eine Spende für ein Projekt im Balkan gegen die Zerstörung der Natur durch Dämme. Ich werde im nächsten Beitrag darüber berichten.

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Kalle erklärt die Spielregeln

Über Stoppelfelder und Waldwege

Auf geht’s. Iris wickelt sich in eine Decke und stellt ihren Kaffee in die Mittelkonsole. Dort hüpft er während der Fahrt munter herum, hinterlässt ein hübsches Mosaik. Auf einem schlammigen Stoppelfeld haben wir unseren Spaß, schlingern lautstark juchzend durch den Morast.

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Hiiiiiilfe………

Die ersten Fahrer bleiben stecken – Seile kommen zum Einsatz.

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Leinen los…

Während kurzer Pausen erfahre ich mehr über die anwesenden Personen. Kontakte werden ausgetauscht, Verabredungen getroffen. Ich fühle mich wohl in der Defender-Gemeinschaft.

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Vielen Dank lieber Willfried, für die Bilder die Du zur Verfügung gestellt hast

 

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Wer seinen Defender liebt, der schiebt
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Das ist mal ein Wort

Ein junger Vater hat seine Defender bei Kalle gekauft. Ich erfahre, dass Kalle Defender für den Urlaub oder Ausfahrten vermietet. Mir wird erzählt, dass Kalle günstige Leihfahrzeuge für die Zeit des Fahrzeugs in der Werkstatt anbietet und überhaupt, Kalle scheint jedes Problem zu lösen.

Werkstatt

Pause im Mühlenholz Cafe in Heidmühlen. Hier gibt es Kaffee und Kuchen. Reisegeschichten, Defenderweisheiten und auch persönliches wird ausgetauscht – viele kennen sich schon ewig.

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Niedliche Osterartikel gab es in dem Cafe zu erstehen

 

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Schnell ist der leckere Kuchen verputzt

Die Pause ist von kurzer Dauer. Zurück fahren wir durch einen dichten Waldabschnitt entlang eines Sees. Hier geht es wieder nur langsam und mit Differentialsperre vorwärts. Das Gelände ist ziemlich tief. „Mach das ordentlich“, bekomme ich von Iris zu hören, „ ich schiebe Dich nicht hier raus“. Am Schluss halten wir auf einem Acker und ich komme endlich dazu mit Kalle zu sprechen.

Und wer ist nun Kalle?

Wow – Baujahr 48, hätte ich gar nicht gedacht. In der Szene ist er wohl bekannt wie ein bunter Hund. Nur bei mir nicht, wieder etwas dazu gelernt. Er hat Biologie und Forsttechnik in Schweden und Finnland studiert und dort für eine Zeit gearbeitet.
Als er 1984 zurückkam, hat er seinen ersten Defender für eine Auslandsreise erstanden. 1991 hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und seine Werkstatt eröffnet. Heute unterstützen ihn 2 Mitarbeiter tatkräftig bei anfallenden Inspektionen, technischen Problemen, TÜV-Abnahmen, Gutachten und Restaurationen.

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Kalle hat sich nicht nur auf 4 x 4 Fahrzeuge spezialisiert, sondern auch auf Enduro-Motorräder, mit denen er regelmäßig Touren und Trainings veranstaltet.
Natürlich möchte ich wissen, was seine Werkstatt ausmacht. Er antwortet: „Bei uns ist alles sehr familiär. Ich bin fast immer für meine Kunden zu erreichen. Ich habe mich spezialisiert auf Umbauten – Dach-, Fahrwerk- und Innenausbau. Jeder Defender ist individuell zu betrachten.“
Das mit dem Individuellen und Familiären, das habe ich schon auf der Ausfahrt mitbekommen. Eine lustige Truppe Individalisten und Landy-Enthusiasten.

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Fenster werden überbewertet

Safari-Service heißt Kalles Werkstatt. Vielleicht weil er schon die ganze Welt mit Allradfahrzeug oder Enduro bereist hat? Da bin ich doch ein wenig neidisch – aber vielleicht klappts ja mit einer Afrikareise bei der Land Rover Experience Tour 2019. Das wäre ein Traum – gestern kam die Mail mit einer Zulassung zur Qualifikation. Juchhe!

Am Ende werden die Spenden gezählt: 1000€ sind zusammengekommen –  800 € werden, abzüglich Kaffee und Kuchen in der Pause, gespendet. Kalle erhält Beifall von seinen zufriedenen Kunden.

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Abschluss auf dem Acker

Willfried meint: „Wie immer eine grandiose Tour von Kalle Krause & Team, die sogar die Einnahmen für eine guten Zweck spenden – fast ausgestorbene Spezies! Freue mich schon auf das kommende Jahr!“

Übrigens, falls Du noch mehr Bilder von der Ausfahrt sehen möchtest, klick hier. Vielen Dank dafür an Karsten.

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Meine Red Lady bei einer Rast im Wald

Wir werden mit unseren Defendern kurzfristig bei Kalle im Safari-Service vorstellig werden. Und auch ich freue mich schon auf die nächste Tour.

Defender-Szene

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2 Gedanken zu „Defender-Szene

  1. Wie es aussieht und auch zu erwarten war, ist dieses spezielle Abenteuer von Männern dominiert. Wie haben die denn auf dich und deine Freundin reagiert? Ward ihr die Exoten? Deine Red Lady wird ja nächstes Jahr 20!!! Sie hat hoffentlich noch nicht viele Altersbeschwerden?!
    Muss jeder potentielle Afrika-Teilnehmer erst einen Test durchlaufen, bevor er mitmachen darf? Klingt ja spannend!

    1. Nein, das täuscht, ganz so extrem war es nicht, es waren 3 weitere Fahrerinnen dabei, immerhin 1/5. Aber wir waren das einzige Frauen-Power-Team.
      Ja, 20 wird sie und ist aus dem Pflegeljahren raus. Aber gut geschmiert und wohl gepflegt von den Vorbesitzern, hoffe ich, dass Altersbeschwerden noch lange ausbleiben. Jedenfalls wird sie weiter liebevoll gehegt von Robert und mir und demnächst geht sie zu Kalle zum Service.
      Nein, nicht alle haben die Chance. Es gibt geschätzte 30.000 online Bewerbungen. Davon haben 3.000 Personen das Glück ihr Können unter Beweis zu stellen. JUPPPIIII, dazu bin ich eingeladen. Davon dürfen dann, so zumindest beim letzten Mal, 30 Männer und 30 Frauen um die jeweils 3 begehrten Plätze kämpfen.

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