Alpinstraße

DRUM BUM heißt es an der Ortsausfahrt – was so viel heißt wie: gute Fahrt. On the Road, die Räder werden heute den ganzen Tag rollen. Zwei der spektakulärsten Straßen Europas wollen wir heute befahren – quer durch die Transsilvanischen Alpen hin und zurück. Ob wir das alles schaffen werden?

Start in Schäßburg

Am Abend zuvor sind wir in der alten Post von einem heftigen Gewitter im Gasthof festgehalten worden. Palinka = rumänischer Pflaumenschnaps, Wein & Bier sowie  nette Gesprächsnachbarn, ein junges Pärchen aus Leipzig, haben die Zeit wie im Fluge vergehen lassen.

Heute morgen beim Packen ist alles nass. Inzwischen sitzen die Handgriffe und wir sind schnell on the road, freuen uns auf Bergpassage.

Transfăgărășan

Die Ausläufer der Südkarpaten liegen in dicken dunklen Wolken. Es dauert nicht lange und wir haben den Einstieg in die 151 km lange Transfăgărășan erreicht. In engen Serpentinen, nahezu im Zickzack-Kurs geht es durch die fruchtbaren Ebenen Siebenbürgen hinauf, in die spektakuläre Bergwelt. Die Sicht ist schlecht, was die Rumänen nicht von riskanten Überholmanöver abhält. Überhaupt, sieht die Straße aus, wie nach einem Formel 1 Rennen – viel Gummi haftet am Teer, besonders in den Kurven. Dieser Teil der Straße wird auch als „Straße in den Wolken“ bezeichnet. Dem Namen erweist sie heute alle Ehre.

Balea-Tunnel

Auf 2042 m Höhe durchqueren wir den düsteren Balea-Tunnel, mit 887 m Länge, ist es der höchste Tunnel Rümaniens. Und siehe da, auf der anderen Seite blitzt die Sonne durch.

Wir genießen die Fahrt, halten wieder einmal hier und dort, schieben ein Picknick in der Sonne ein, freuen uns über die wundervolle Route.

Allerdings hätte sie uns als Schotterpiste noch besser gefallen, so wie sie vor 1970 noch war, ein Fostweg. Danach wurde die Transfăgărășan im Auftrag des damaligen Staatsoberhaupts Ceaușescu für militärische Zwecke, verursacht durch das angespannte Verhältnis zur damaligen Sowjetunion, ausgebaut.

Steil und kurvenreich, durch schlecht beleuchtete Tunnel, über kleine Brücken geht es wieder hinunter. Dann stehen wir an einer Talsperre, der Talsperre von Vidraru. Ich bin beeindruckt, muss das dringend in einem oder zwei, oder drei Bildern festhalten.

Wir sind nun von Siebenbürgen = Transsilvanien, über die Karpaten in die Große Wallachei gefahren. Übrigens, auch hier weht ein Hauch von Dracula. Keine 5 km entfernt von der Talsperre von Vidraru, befindet sich die Ruine der Burg Poenari – dort soll er wirklich gelebt haben, auf seiner Flucht vor den Osmanen.

Transalpina

Annähernd parallel zur Transfăgărășan verläuft die Transalpina. Wir wollen zurück von der Kleinen Walachei nach Siebenbürgen, durchfahren ein wenig plattes Land und nähern uns wieder den Karpaten. Nerv – das Regentief ist auf unserer Seite angekommen, der Wettergott ist uns gerade nicht hold. Wir wollen über den höchsten Pass 2230 m hinaus fahren und die 141 km lange Straße, nach dem Pass nach ca. 50 km wieder verlassen in Richtung Schloss Bran und Schlammvulkane. Wir überlegt, in dem Bergdorf Ranca zu übernachten und morgens weitere zu fahren. Jedoch gefällt uns der Ort gefällt gar nicht, die Bürgersteige sind hochgeklappt und es mutet nicht schön an, so fahren wir weiter. „Wird schon noch etwas zum Übernachten kommen, oder wir halten und schlagen unser Zelt auf“, so meine Gedanken.

Ganz oben kommt uns ein dick vermummelter Schäfer mit seiner Herde auf der Straße entgegen.

Die Fernsicht ist nicht perfekt, aber dafür wird es spektakulär, als erste Schneeflocken fallen.

Dann geht es wieder hinunter. Demnächst ist Sonnenuntergang. Wir trauen uns nicht unser Nachtlager aufzuschlagen, denn auch hier stehen viele ärmliche Unterkünfte der Roma und die Straßenhunde sind aggressiv.

Wie schön wäre es jetzt die Landessprache sprechen zu können, das würde mir persönlich viel mehr Sicherheit geben. Vielleicht würden wir nett aufgenommen werden?

Entscheidung

Die beste wäre es in dem Bergdorf Ranca zu übernachten, zu spät. Wir stehen an einer Kreuzung, links durch die Berge zu größeren Stadt 40 km Serpentinen – it is getting dark, oder rechts in Richtung Ski-Resort, ob dort etwas auf hat? Ob es dort ein Hotel gibt?

Wir starten Richtung Stadt, fühlen uns unwohl, drehen wieder um, hmmmm blöde Situation, oben schneits, unten regnets, Straßenhunde……


Und nun?

Transfăgărășan und Transalpina

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4 Gedanken zu „Transfăgărășan und Transalpina

  1. Wir waren vor kurzem zum 1.Mal auf Sardinien und haben auch viele kleine kurvenreiche Straßen erlebt. Die Einheimischen scheinen es immer eilig zu haben, oder sind Möchtegern-Rennfahrer: Sie überholen wild an den unübersichtlichsten Stellen und ab und zu zeigt ein kleiner Blumenstrauß am Straßenrand, dass das nicht immer gut geht!!! Habt ihr auch Kreuze oder Blumen neben den Straßen entdeckt?
    Leider können die Menschen das Wetter immer noch nicht perfekt steuern! Ich wäre ja dafür, dass es weltweit nachts regnet (alle 3-4 Nächte sollte ausreichen) und tagsüber wäre bester Sonnenschein. Dann hätte niemand Dürre, Hochwasser oder extreme Stürme auszuhalten. Alle Menschen hätten in ihren Heimatorten gute Nahrungsangebote. Ein Fluchtgrund weniger! Blöderweise kann jedes Wissen und jede Technik auch für üble Machenschaften eingesetzt werden!!!
    Der Hund des Schäfers hat sich ja perfekt getarnt. Vielleicht wollte er es auch mal schön warm haben. Dem kann man sich sicher bedenkenlos anvertrauen. Wer mag schon wilde Straßenköter, da kann ich dich gut verstehen.
    Habt ihr denn auch Draculas Burg gesehen, oder wenigstens Vampire? Oder hat sich alles im dichten Nebel versteckt?

    1. Sardinien muss wundervoll sein, heute kam einen Postkarte, danke :-). Nicht nur Blumen sondern auch Bilder und Gedenkstätten gab es am Straßenrand, wirst Du noch in einem späteren Bericht sehen. Wenn ich es schaffe geht Darcula heute noch online 😉 Ja, wir waren dort. Fledermüse gabe nachts übrigens auch reichlich. Die Hunde wachsen als Teil der Schafherde auf. So gutmütig diese Hütehünde aussehen, sich der Schafherde nähern sollte man nicht, ohne Kontakt zum Schäfer.

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