Dass ich die Hunde mag, muss ich revidieren, bellend und Zähne fletschend verfolgen sie unseren Landy. Oben war es stürmisch und hat geschneit. Wir hoffen, im Transalpina Skiresort ein Bett für die Nacht zu finden, dorthin sind wir von der Transalpina abgebogen. 40 km Serpentinen in der Nacht waren uns doch zu riskant. Es wird ruhig, keine Menschen oder Hunde auf der Straße. Verschlossene Gartentore, kleine unbeleuchtete Pensionen…

Balkan 2017

Pension Hanul Haiducilor

…dann ein hell erleuchtetes Haus. Durch die geöffneten Fenster klingt rumänische Musik. Wir halten und ich springe schnell hinein, frage nach einem Zimmer. Juchhe, ein Bett für die Nacht ist gesichert, wir sind erleichtert. Auch der Landy steht sicher. Das Gelände ist bewacht und wird über Nacht geschlossen. Was für ein Luxus heute.

Balkan 20017

Unsere Küche bleibt geschlossen, wir setzen uns in das ursprüngliche Restaurant. Geweihe, alte Bilder, ausgestopfte Vögel und Keramikarbeiten zieren die Wände. Wir fragen nach einem traditionellen Gericht und bekommen einen Fleischteller serviert.Balkan 2017

Deftig, lecker, das schreit nach Palinka/Tsuica dem traditionellen Pflaumenschnaps. Allgemein bedeutet Palinka „Obstbrand“. Ursprünglich ist der Begriff aus dem slowakischen „pálit“ = kochen, sieden abgeleitet und taucht im 16. Jahrhundert zum ersten Mal auf. Während Tsuica direkt Pflaumenschnaps bedeutet.

Balkan 2017

Hermannstadt

Am nächten Morgen frühstücken wir in aller Ruhe und fahren weiter gen Hermannstadt. Den Stadtparkplatz am historischen Zentrum haben wir schnell gefunden, von dort sind es ungefähr 10 Gehminuten.

Leider regnet es mal wieder. Enttäuscht sind wir, als wir sehen, dass auf dem großen Marktplatz, mit den bunten Häuschen eine Art Oktoberfest aufgebaut ist und wir keinen wirklichen Eindruck bekommen können von der historischen Altstadt. Freßbuden, Karussells und laute Musik, so haben wir uns das nicht vorgestellt.

Geschichte der Stadt

Um 1147 sollen sich die ersten deutschen Siedler am Hügel des Zibin Flusses niedergelassen haben. 1241  wurde das kleine Dorf, wie viele andere Dörfer in Siebenbürgen auch, beim Mongolensturm vernichtet.

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Jedoch erholte sich die Bevölkerung schnell von dem Überfall, das Dorf entwickelte sich zur kleinen Stadt – zur wichtigsten Stadt in Siebenbürgen, dem Zentrum von Handel, Verwaltung und Kirche. Hermannstadt besaß auch die größten Befestigungen in ganz Siebenbürgen. Übrigens sind heute vielleicht gerade einmal 1,5 Prozent der Bevölkerung in Hermannstadt deutsch.

Evangelische Stadtpfarrkirche

Wir flüchten uns vor dem Regen zur Besichtigung in das markanteste und höchste Gebäude der Stadt – der Pfarrkirche. Orgelmusik ertönt durch die Kirche. Schon 1350 soll es hier eine Kirchenorgel gegeben haben. Die gegenwärtige Sauerorgel ist die größte Siebenbürgens und stammt aus dem Jahr 1914.

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Wir klettern hinauf auf den 73m hohen Kirchturm. Auf ungefähr halber Höhe sitzt die Organistin, die dem Instrument diese wundervollen Melodien entlockt.

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Es ist eine spannende Kletterei hinauf in die Turmspitze, vorbei an den Kirchenglocken.

Balkan 2017

Balkan 2017

Die Aussicht von dem 11 x 11m bemessenen Turm hinunter auf die bunte Altstadt mit den roten Dächern ist fantastisch.

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Und so sehen Instandhaltungsarbeiten in Rumänien aus.

Es regnet noch immer. Wir setzen uns in ein Straßenkaffee. Zum Cappuccino gibt es für Robert einen Schokokuchen und für mich einen Crêpes, süß mit Rosinen, aber deftig mit Käse überbacken – megalecker.

Wir haben keine Lust mehr auf Stadt im Regen, viele Touristen und Rummel auf dem Marktplatz – auf geht’s wieder zurück in die Natur. Wir folgen dem Tipp, den Ananas Campingplatz aufzusuchen, am Fuße der Karpaten.

 

Von der Transalpina nach Sibiu = Hermannstadt

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2 Gedanken zu „Von der Transalpina nach Sibiu = Hermannstadt

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