Wo liegt der Muddus Nationalpark? Wo kann ich parken? Kostet der Park Eintritt? Kann ich im Park übernachten? Was gibt es dort zu sehen? Worauf sollte ich achten? Unter anderem diese Fragen beantworte ich Dir in dem Beitrag zum Muddus Nationalpark.

Der Muddus Nationalpark liegt in Lappland

Der Nationalpark gehört mit einer Reihe weiterer Nationalparks zum Laponia UNESCO Welterbe. Er ist ein Teil Europas größter, weitgehend unberührter Natur. In meinem Blogbeitrag Laponia kannst Du Dich über die gesamte Parklandschaft Laponia informieren.

Karte Laponia

Muddus – der Weg dorthin

Der Muddus Nationalpark liegt hoch im Norden, am Polarkreis. Er ist der östlichste Teil der Parklandschaft. Du begibst Dich auf die E 45 – den Inlandsvägen und biegst bei Ligadammen zwischen Jokkmokk und Porjus von der E 45 auf den Muddusvägen ab. Der Weg endet am Parkplatz des südlichen Teils des Parks. Es gibt weitere zwei Parkplätze von denen aus Du den östlichen Teil bewandern kannst.

Übersicht Parkeingänge

Übernachtungstipp

Wenn Du abgebogen bist von der E45 Inlandsvägen auf den Muddusvägen kommst Du an mehreren kleinen Stichstraßen vorbei, die an den Fluss führen.
GPS : N 66°47’8.1455999999998” E 19°57’41.4972” 66.785596,19.961527

Der Platz hat es uns besonders gut gefallen. In der Nähe befindet sich ein 7.000 Jahre altes Steingrab. HIER bekommst Du mehr Informationen zu dem Stellplatz und der Umgebung.

Ein schöner Platz für die Nacht

Eine Wanderung im Muddus Nationalpark

Am Vormittag starten wir mit eMANuela von unserem Übernachtungsplatz. Die Schotterpiste endet am Parkplatz des Nationalparks. Parkplatz und Eintritt sind kostenlos. Ich packe meine sieben Sachen in den Rucksack: Wasser, Mittagssnack, Mückenspray, Erste- Hilfe-Tasche, Labello, Regenkleidung, Kamera.

Worauf Du achten solltest

Eine Selbstverständlichkeit ist es, keinen Müll zu hinterlassen. Zwar halten sich die Bären meist im nördlichen Teil des Parks auf, trotzdem sollten Nahrungsmittel immer verschlossen aufbewahrt werden. Hunde sind im Naturpark verboten. Auch das Angeln ist im Park verboten.

Trekkingstöcke

Zum ersten Mal benutzen wir Trekkingstöcke auf einer Wanderung. Ich bin gespannt. Schnell merke ich, dass ich gerader gehe – keine gebückte Haltung durch das Gewicht des Rucksacks. Die Knie werden beim Bergabgehen entlastet. Es geht sich sicherer.

Wanderwege

Die Wege im Nationalpark sind gut markiert. Der Schwierigkeitsgrad reicht von einfach bis schwer und ist auf den Schildern gekennzeichnet. Viele Wanderungen sind nicht an einem Tag zu schaffen. Übernachtungshütten sind vorhanden und Plätze zum Zelten ausgewiesen.

Flora und Fauna im Muddus NP

Flora

Schmale Pfade führen durch den majestätischen urwüchsigen Wald aus Kiefern und Birken. Der blaue Himmel lugt zwischen den Baumkronen hindurch. Muddus oder Muttos wie die Samen sagen, ist das Land der riesigen Moore, tiefen Schluchten und uralten Bäume. Die älteste Kiefer im Park ist 700 Jahre alt. Ein Ort von magischer Schönheit und Stille. Kein Autolärm, keine urbanen Geräusche. Ein Ort um abzuschalten und der Natur zu lauschen.

Heidelbeerstauden bedecken den Waldboden. Erdglöckchen gucken zwischen Moosen hindurch, blühen  in hellrosa. Es duftet nach Wald und Moor. In den Senken führen lange Bretter über die riesigen moorigen Flächen. Leise rauscht das eisenhaltige Wasser in kleinen Rinnsalen zwischen rot verfärbten Steinen hindurch. Hier sind die Mücken besonders angriffslustig. Mein verschwitzter Haaransatz hat sich schnell in eine zerstochene Hügellandschaft verwandelt.

Fauna

Wenn Du Dich leise bewegst kannst du vielleicht ein paar Parkbewohner entdecken. Es gibt beispielsweise Luchse, Bären, Wiesel, Feldhasen, Elche und natürlich Rentiere. Auch Singschwäne und Auerwild sind hier zu Hause. Im Zentrum des Parks befindet sich ein riesiger Vogelbeobachtungsturm. Er befindet sich in 16 Kilometer Entfernung vom Parkplatz. So weit sind wir jedoch nicht gekommen.

Uns hat sich auf der Wanderung lediglich ein Ren gezeigt und weit entfernt war hin und wieder der trompetenartige Ruf der Singschwäne zu hören.

Hast Du das Ren entdeckt?

Mittagspause

Wir rasten an einer der Schutzhütten. Jedermannsrecht. Das bedeutet Jedermann kann hier übernachten – gegen einen kleinen Obolus. Natürlich wird alles so hinterlassen, wie Du es auch gerne selbst vorfinden würdet.

Die Hütte ist einfach gehalten. Ein Kachelofen, ein paar Etagenbetten, Holzstühle und Tische. Das Badezimmer besteht aus einer Waschschüssel und einer Toilette.

Ein Käfer kommt über meinen Kopf gebrummt und lässt sich auf Roberts Rucksackgurt nieder

Der Muddus Fallet

Wir machen uns auf den Rückweg und biegen ab zum Wasserfall. Schon aus der Ferne ist das mächtige Tosen der 42 Meter tief herabstürzenden Wassermassen zu hören. Eine kleine Kiste mit einem Gästebuch hängt an einem Baumstamm neben einem Picknickplatz. Der steil abfallende Vorsprung am Picknickplatz ist durch ein Holzgeländer gesichert. Ich stehe am Geländer und staune einmal mehr über die Urgewalt des Wassers.  Unten in dem See befinden sich letzte Zeugen des Winters – Eisschollen. 

Ein Platz für die Nacht

Gegen 18:45 Uhr sind wir zurück bei eMANuela. 14 Kilometer gemächliche Wanderung – leichte Strecke – liegen hinter uns.  Sechs Stunden über Stock und Stein mit einer halben Stunde Pause. Aber auch Fotostopps und „Guckstopps“ waren dabei. Sicherlich ist die Strecke auch schneller zu schaffen – aber wozu Eile. Glücklich, zugegeben auch etwas erledigt, packen wir die Rucksäcke in den Truck und verlassen den Parkplatz des Muddus Nationalparks.

Wie schön: sitzen. eMANuela hoppelt zurück über die Schotterpiste und ich freue mich über den wundervoll schwingenden Fahrersitz.

Kurze Suche in der Park4Nights-App, dann ist auch der Platz für die Nacht gefunden.

Mit diesem Eindruck schließe ich meinen heutigen Blogbeitrag und überlasse es Dir in der Mittsommernachtssonne weiter zu träumen…

 

Schweden 2020 – Muddus Nationalpark

 

Dienstag 17. Juni 2020

 

Schweden 2020 – Muddus Nationalpark

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