Jungfernfahrt mit eMANuela

Unsere erste Reise mit eMANuela – alles ist neu. Wir müssen uns an eMANuela gewöhnen, herausfinden wie alles funktioniert. Hier ein Erfahrungsbericht aus zwei Zimmern mit Küche und Bad nach einer Woche unterwegs.

Good morning Sweden

Für mich beginnt der Tag mit einem Zirkeltraining. Seilspringen in eMANuelas Schatten, Training mit kleinen Gewichten, Theraband, Ausdauer auf dem Stepp und diverse Kraftübungen auf der Matte – zwischendurch: laufen. 

Sportstress? Nein, das hatte ich mir fest vorgenommen und mich drauf gefreut

Ab ins Bad

Danach dusche ich. Gar nicht so einfach in einer Duschkabine mit ca. 65 x 60 cm – besonders mit meinen langen Haaren. Aber wie immer im Leben, reine Gewohnheit. Die richtige Position ist schnell gefunden.

Als ich nach draussen komme, um mir die Haare zu föhnen – 220 V Anschlüsse gibts sowohl  in der Kabine, als auch in der Connection Box draußen – ist Robert verschwunden.

Hiiiiiiiier – tönt es unter eMANuela heraus. Fahrzeuginspektion von unten.

Muss ich jetzt eifersüchtig sein? Ständig fummelt Robert an eMANuela herum

Vierkreisschutzventil – die Druckluftverteilung

Robert inspiziert die Druckluftverteilung. Hier sind beispielsweise die Bremsen (zwei Systeme), unsere Luftfedersitze und die Differenzialsperren fürs Gelände angeschlossen. Man(n) will alles verstehen. Frau möchte das übrigens auch, wenn Man(n) sie lässt. 😉

eMANuela muss Druck aufbauen

Wir wollen los. Ohne Druckluft funktionieren die Bremsen nicht.  Schlüssel drehen. So sieht das Cockpit mit seinen vielen Lämpchen aus. Als alle Lichter erloschen sind, starte ich den Motor. Ein Kompressor füllt den Druckluft-Speicher bis auf knapp 12 bar auf.

…und es blinkt so schön bunt 😉

eMANuela abfahrbereit machen

Sitze einstellen. Ich bin zwar nicht klein, aber wenn Robert gefahren ist, baumeln meine Füße in der Luft und ich komme mir vor wie in einem Strand-Liegestuhl. Also, nach vorne rutschen, Sitz gerade stellen, Lenkrad nach unten schieben und die Lordosestützen auf mich einstellen. Es gibt zwei Knöpfe. Einen für den Wirbelsäulen-Bereich und einen für die Rückenseitenbereiche. Hier siehst du die Schalter für den Sitz.

Schade, dass man die eigene Einstellung nicht speichern kann

Bord-Computer für die Kabine

Und jetzt noch den Drive-Modus einstellen für die Kabine. Das geht über eine App – Loxone – die wir auf unseren Handys installiert haben. Damit wird die Kabine wie ein „smarthome“ gesteuert. Klick – Drive-Modus ein, jetzt wird :

  • die Frischwasserpumpe ausgestellt
  • diePositionslampen in den vier oberen Ecken der Kabine angestellt 
  • die Lichtmaschine zum Laden der Batterie mit der Kabine verbunden

Dass alle Fenster geschlossen sind, alles in der Kabine weggeräumt ist sowie Bad- und Toilettentür verschlossen sind, versteht sich von selbst.

Mein Reisetagebuch

Das darf nicht fehlen. Täglich vor dem Start notiere ich den Kilometerstand, das Wetter und den Standort, sowie die Uhrzeit wenn wir starten. Im Laufe des Tages kommen weitere Informationen hinzu. Ohne mein Reisehirn könnte ich diese Beiträge nicht schreiben – zu viele neue Eindrücke täglich.

Die tägliche Tagebucheintragung beginnt mit dem Kilometerstand und dem Wetter
Abfahrbereit – ja Kinder, blödes Selfie, ich weiß – aber was besseres war gerade nicht da

Die Räder rollen

Mit vollen Tanks bringt eMANuela knappe 11 Tonnen auf die Straße. Frischwasser: 465 Liter, Grauwasser: 170 Liter, Schwarzwasser: 140 Liter und 700 Liter Diesel. AdBlue nicht zu vergessen. Eine ganz schöne Wuchtbrumme die Gute. Und das gilt es bei der Fahrt niiiiiie zu vergessen. Der Bremsweg ist länger, die Kräfte sind nicht zu unterschätzen. So bin ich hier in Schweden auf den teils sehr schmalen Straßen lieber langsamer, als die angegebenen Höchstgeschwindigkeiten unterwegs. Mein Respekt vor eMANuelas Power ist groß.

Ups, wer zeigt mir da den Allerwertesten? Immer bremsbereit sein. In Lappland steht gerne mal ein Ren am Straßenrand oder mitten auf der Straße. Und wohin will es nun? Erst als ich bremse, eMANuelas Druckluftbremsen Geräusche von sich geben, dreht es sich um und beäugt uns neugierig.

Danke, aber eine Frontsicht wäre auch schön. Als ich bremse und eMANuelas Bremsen entlüften hat sich das Ren schnell umgedreht
Moin moin – neugieriger Blick

Entsorgung – auch eMANuela muss mal wohin

Tja, was beim Menschen oben rein geht, muss schlußendlich bei eMANuela unten wieder raus. Ebenso wie das Toilettengebräu, müssen Abwasch- und Duschwasser entsorgt werden. Und wie bei uns, gibt es auch bei eMANuela gewisse Röhrensysteme für die Ausscheidung. Dafür gibt es Entsorgungsstationen – meist auf größeren Campingplätzen.

Nasenflügel schließen

Frischwasserzufuhr

Und dann benötigen wir natürlich wieder frisches Wasser – die junge Dame ist durstig und schluckt gut was weg. eMANuelas diverse Filter würden es uns auch erlauben, den Rüssel direkt in einen Bergbach zu halten. Es gibt zwei UV-Filter – praktisch vorzustellen wie eine Röhre mit einer Lampe, durch die das Wasser fließt. So werden Viren und Bakterien zu 99,9% abgetötet. Weiterhin existieren noch Sediment- und Feinstofffilter, sowie Aktivkohlefilter, die zusätzlich für sauberes Wasser und guten Geschmack sorgen.

Connection Box. Frischwasser für eMANuela, die Uhr zählt die Liter, bei  95% des Füllstandes wird automatisch abgestellt

Dieselverbrauch

Dass eMANuela mehr verbraucht als unser Landy ist klar. Mit 19,9 Litern waren wir auf der Autobahn unterwegs. Gerade haben wir einen Durchschnittsverbrauch von 20,5 Litern mit Pisten und Steigungen in Lappland.

AdBlue ist fast alle – tanken können wir dann auch gleich noch – irgendwo hier soll eine Shell sein – ein kleiner Pfeil weist auf eine Truck-Station. Perfekt! Mit Karte zu bedienen – kein Kontakt mit Menschen
Tanken & AdBlue – das dauert – eMANuela braucht ihre Zeit  bei der Füllmenge

Endlich – zurück in der Wildnis

Endlich ist alles geleert, bzw. wieder aufgefüllt und wir sind auf kleinen Straßen unterwegs. Die Zeit ist fortgeschritten. Wir erreichen das Naturreservat Laponia und benötigen nun einen Platz zum Übernachten.

Rastplatz mit Hinweisschildern
Abzweig Laponia

Ein Platz für die Nacht

Ein kleiner Weg. Ob das etwas ist? Wir stellen eMANuela am Anfang des Weges ab und erkunden das Ende des Weges zu Fuß. Der Weg endet an einem See. Passt. Zwar ist der Weg schmal und die Zweige hängen tief, aber unsere Wuchtbrumme passt gerade hindurch.

Ein Platz für die Nacht – unter Protest. Das deutsche Pärchen vor Ort wäre lieber allein. Aber so ist das bei solchen „Parkplätzen“ im Wald. Es ist kein Privatbesitz und wir können uns freuen, dass es in Schweden überhaupt erlaubt ist, so zu übernachten.

Ab in die Küche

Wegen Covid 19 habe ich dies und das vorgekocht und tiefgefroren. Denn einkaufen wollen wir möglichst nicht. eMANuelas TK-Fach fasst 40 Liter. Auf den zwei Induktionsfeldern sind Spagetti schnell gekocht und die aufgetaute Bolognese ist schnell heiß gemacht. Der Salat stammt noch aus dem heimischen Garten. Bra apeiti – würde der Schwede jetzt sagen.

Heute gibt es „schnelle Spagetti“ mit Salat
Ruhe in der Natur

Good night Sweden

Ich kann nicht schlafen, drücke mir die Nase platt an eMANuelas Seitenscheiben. Drei auf jeder Seite sind davon angebracht. Wir können sie nach oben kippen. Alle Fenster haben Mückengitter und sind mit Verdunkelungsrollos versehen. Und durch eines der Fenster sehe ich genau jetzt die Mitternachtssonne auf den gegenüberliegenden Wald scheinen. Zwei Uhr ist es wohl schon. Trotzdem schleiche ich mich noch einmal hinaus und genieße die friedliche Natur. Dann siegt die Müdigkeit.

Mitternachtssonne – dann siegt die Müdigkeit

eManuelas Schlafzimmer

Dunkel wird es hier hinter dem Polarkreis um die Jahreszeit nicht – trotzdem Zeit ins Bett zugehen.  Ich steige die kleine Stufe zum Bett hinauf, muss über Robert hinweg krabbeln, dann liege ich. Zwei Meter mal einsvierzig haben wir Platz. Herrlich. Die bunten Bilder der Mittsommernacht begleiten mich in den Schlaf.

Der nächste Tag

Mein erster Griff am Morgen gilt dem Dachfenster. Rollo öffnen. Wie ist das Wetter? Und wenn ich mich ins Bett stelle, kann ich hinaus sehen und aufs Dach krabbeln. Ein prima Hochsitz, den ich gerne nutze.

Über der Küche und dem Essbereich gibt es noch zwei weitere, kleinere Dachfenster – so haben wir  immer Licht genug in eMANuelas Kabine.

Frühstück

Zwar bin ich überhaupt kein Microwellen-Fan, aber eMANuela hat eine solche in ihrem Backofen integriert. Schnell sind Brötchen aufgebacken. Eine kleine Kaffeemaschine für Pads war im Zubehör. Ich als Nicht-Kaffee-Trinker habe keinen Plan, ob der Kaffee daraus schmeckt oder nicht. Robert gefällt das Teil nicht. Uns stört auch der Plastikmüll. Das Ding fliegt raus, wenn wir zu Hause sind.

Frühstück am See – „Rührei“ am Stück mit Käse überbacken. Aber die selbstgemacht Marmelade und das Nudossi dürfen auch nicht fehlen.

Zum besseren Verständnis

Auf der Seite von Bliss-Mobil habe ich einen Grundriss unserer Kabine gemopst und alles hier für Dich beschriftet. Ich hoffe mit dem Grundriss sind meine Erklärungen verständlich. Solltest Du Fragen haben, schreib mich einfach an.

Den Grundriss habe ich von der Bliss-Seite: www.blissmobil.com gemopst und die Räume entsprechend beschriftet

Wilderness calling

Natürlich gibt es noch viele weitere Details über eMANuela zu berichten, aber für heute reicht’s – jetzt sollen wieder Reisebilder sprechen. Wir wollen den Laponia Nationalpark besuchen. Das Informationszentrum – Naturum soll geöffnet haben. Ob es voll ist?

Weiter geht die Reise – die Straßen werden kleiner – die Rentiere mehr – hast Du es entdeckt?
Die Sonne brennt vom Himmel – wir sehen den ersten Schnee am Straßenrand
Ein Hauch von Winter, den wir in diesem Jahr in Schleswig-Holstein nicht hatten
Das Wasser ist glasklar, man kann bis auf den Grund sehen
Auch eMANuela geniesst den Ausblick 😉
Angekommen im Naturum

Laponia Nationalpark – Info-Zentrum Naturum

Angekommen. Was verbirgt sich hinter dem UNESCO Weltkulturerbe Laponia? Dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.

Schweden 2020 – eMANuela – Zwei Zimmer Küche und Bad

Juni 2020
Schweden 2020 – eMANuela – Zwei Zimmer Küche und Bad

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6 Gedanken zu „Schweden 2020 – eMANuela – Zwei Zimmer Küche und Bad

  1. Hallo Kirsten,hallo Robert,
    was für eine tolle Fahrt mit Eurer grandiosen rollenden Behausung. Wunderschöne Landschaften und gelungene Bilder, die genau das vermitteln. Ich habe mir alle Beiträge angeguckt!
    Während ich daheim im home office sitze, bekomme ich gleich wieder Sehnsucht nach dem Norden. Nach Öffnung der Plätze in Bayern habe ich es an Pfingsten immerhin mal ins Altmühltal geschafft 😉
    Liebe Grüße, Chris
    PS: ich bin vor 2 Jahren auch in Malmö gestartet, nachdem ich mit der Fähre in Trelleborg angekommen war (von Sassnitz). Dann am nächsten Tag über die Öresundbrücke nach Kopenhagen *seufz*

    1. Moin Chris, schön von Dir zu lesen. Ja, Schweden ist faszinierend. Speziell Lappland hat uns sehr beeindruckt. Aber auch der Vildmarksvägen hat besondere Ecken. Du kannst Dich auf weitere Bersichte freuen. Liebe Grüße zurück

  2. Hallo Kirsten, toller Bericht! Es hat mich glatt umgehauen! Sehr beeindruckend, euer neues Gefährt. Daran merke ich auch, was ich in den letzten Monaten alles verpasst habe in deinem blog. Was macht nun euer Landy, steht er schnollend in der Ecke?

    1. Moin Gisa, du sagst es. Er steht schmollend in der Ecke. Undd ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Bewegt wird er trotzdem. Nur für große Reisen, wenn sie dann wieder möglich sind, muss erst einmal eMANuela herhalten. LG aus dem Norden

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