UNESCO Weltkulturerbe Sighisoara, gegründet von den „Siebenbürger Sachsens“ – farbenfroh und lebendig, krumm und schief. Wir haben viel gelesen und wollen die historische Altstadt nun selbst erkunden. Der Wetterbericht sagt wieder Regen voraus, wir verpacken uns entsprechend, bewaffnen uns mit der Kamera.

Relaxare si placere

damit wirbt Aquare Pensiune & Camping auf seiner Internetseite. Der kleine Campingplatz ist zu empfehlen. Saubere neue Sanitäranlagen, Strom, schöne Stellplätze unter Bäumen im Halbschatten, Schwimmbad und Küche, Sitzbereich, der Platz ist bewacht. Und alles Fuß läufig zur historischen Altstadt. Wir wollen unser kleines Hotel auf Rädern nicht unbeaufsichtigt in der Stadt stehen lassen, aber auf Stadtbesichtigungen nicht verzichten – der Platz ist für uns ideal.

Sighisoara = Schässburg

Gegen 9:30 sind wir unterwegs. Mein erster Blick fällt auf die vielen kleinen bunten, krummen Häuschen in einer verwinkelten Gasse mit verschachtelten Dächer. Es wirkt fröhlich. Wir haben die einzige bewohnte mittelalterliche Festung Europas nicht durch das Haupttor betreten.

Wer mag das gewesen sein? Vor uns prangt das Denkmal von Sándor Petöfi. Ein kurzer Blick ins Netz: der ungarische Dichter galt als Volksheld der ungarischen Revolution. Bei dem ungarischen Freiheitskampf gegen die Habsburger fiel er 1894 hier Sighisoara.

Über das holprige Kopfsteinpflaster gehen wir entlang der Stadtmauer, biegen dann ab und stehen vor einem langen Holztunnel. Er stammt aus der Zeit um 1600 und führt hinauf auf den Schulberg zur Kirche.

Schässburger Bergkirche

Gegen kleinen Eintritt von ca 2 Euro treten wir ein, bekommen eine deutsche Erklärung zur Kirche. 1345 wurde die Kirche erstmals erwähnt. Ich setze mich in die Kirchenbank und lese.

Von innen macht die Kirche eher den Eindruck eines Museums. Altäre aus weiteren Kirchen Siebenbürgens werden ausgestellt, auch alte Truhen sind zu sehen. Unter dem Altar befindet sich eine kleine Krypta, die wir besichtigen.

Gegenüber der Kirche befindet sich ein imposanter parkähnlicher verwitterter Friedhof.

Ein übelriechender Hund begleitet uns schwanzwedeln, durch sein Revier. Als wir den Friedhof verlassen folgt es uns noch eine Weile. Dann sieht er uns an, bellt, als wolle er sich verabschieden und verschwindet.

Wie so oft in diesem Land, finden wir auch hier etwas über Dracula. Allerdings ist es nicht wirklich belegt, dass er hier geboren sein soll. Belegt hingegen ist, dass sein Vater hier im Exil gelebt hat. Wir werden das Schloß Bran noch besichtigen. Ich hoffe, dann kann ich Genaueres berichten.

Klosterkirche

Es beginnt zu regnen und wir flüchten uns, wieder gegen ein kleines Eintrittsgeld, in die Klosterkirche neben dem Stundturm. In der Kirche sind handgeknüpfte Teppiche aus dem 16. Jahrhundert zu bewundern. Sie waren ein Geschenk von anatolischen Kaufleuten. Die barocke Orgel und das imposante Taufbecken stammen aus dem Jahr 1440.

Stundturm

Wir sehen hinüber zum Stundturm. Das Wahrzeichen verbindet die Unter- mit der Oberstadt. Damals war es das Haupttor zur Burg. Gerade schlägt das Uhrwerk, welches mechanisch mit einem Figurenspiel verbunden ist,  zur Mittagsstunde. Hinein in den Stundturm gehen wir nicht, denn eine 20 köpfige englische Reisegruppe besetzt ihn gerade. Es ist voll geworden in dem mittelalterlichen  und Robert möchte einen Kaffee trinken – dazu kommen noch 2 Stücken rumänische Torte, für Robert Käsekuchen, für mich Apfel-Brombeertorte.

Das Gasthaus „Alte Post“

Dann gehen wir hinunter in die Unterstadt, halten Ausschau nach einer Nahrungsquelle für den Abend. Gasthaus Alte Post, die Speisekarte sieht gut aus. Ein paar Stunden später sind wir zurück.


Ich habe mir eine Sächsische Kartoffelsuppe ausgesucht, Robert eine Gemüsesuppe. Die Portion sind riesig, die Suppen phantastisch.

Vor der Hauptspeise lasse ich mir die Karte der „Alten Post“ noch einmal geben, um die Geschichte des Restaurants nachzulesen….

Mittelalterliches Vermächtnis Sighisoara

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