Erg Chegaga – die größte Sandwüste Marokkos

Von M’hamid begeben wir uns wieder ins Abenteuer – in die Erg Chegaga. Eine Herausforderung für Off-Road Fans. Tolle Pisten und Natur pur garantiert. Aber erst, wie in letzten Blogbeitrag versprochen, noch ein paar Worte zu unserer gestrigen Unterkunft, dem Hamada du Draa.

Vom Hamada du Draa in die Erg Chegaga

Das Hamada du Draa ist ein Hotel & Campingplatz. Es befindet sich am Rande eines ausgetrockneten Flußbettes. Ein guter Standort für den Start in die Erg Chegaga. Und wer möchte, kann bei Hassan auch Wüstentouren buchen. Die Koordinaten dafür findest Du unten im Bild, gekennzeichnet durch das Zelt mit den Dromedare.

Eeg Chegaga
M’hamid befindet sich östlich der Erg Chegaga
Der Speiseraum ist gemütlich – abends mit Kerzen beleuchtet.  Blaue Farbtöne sind in Marokko überall zu finden. Blau ist die Farbe der Unendlichkeit und Weite und bietet Schutz vor dem bösen Blick.
Die Anlage ist eine kleine Oase, sauber und gepflegt. Trotz des Wassermangels werden die Palmen täglich gewässert. Geregnet hat es hier schon lange nicht mehr.
Der Pool hat wohl bessere Zeiten gesehen. Baden würde ich hier nicht. Vielleicht ist das der Vorsaison geschuldet und er wird demnächst gereinigt, vielleicht aber auch der Trockenheit.
WC, Duschen und Waschgelegenheitern sind picobello sauber, nur das WC-Papier war nicht immer vorhanden.
An der Rezeption bezahlen wir den Stellplatz und das Abendessen bei Hassan. Die Preise sind höher als außerhalb der Wüste, aber für deutsche Verhältnisse günstig. Die Preise sind in der Rezeption ausgehängt und nicht verhandelbar.

Hassan ist der Besitzer des Hamada du Draa

Hassan wirkt harsch und ein wenig frustriert. Als wir mit ihm über den Preis des Essens diskutieren wollen, zeigt er auf sein Preisschild und die geschriebenen Rechnung. NO – verhandelt wird nicht. Er benötigt das Geld für seine Familie und rechtfertigt den höheren Preis mit den Kosten der Lebensmittel und Getränke, die von weit her an den Rand der Wüste gebracht werden müssen.

Trockenheit in Marokko

Er ist frustriert, dass er in Zeiten der langen Trockenheit von der Regierung keine Unterstützung bekommt. Er meint, dass in diesen Zeiten alle kleinen Betriebe unterstützt werden sollten, da sie sonst schließen müssten.

Einkauf in M’hamid

Wir starten in die Wüste Erg Chegaga, wollen vorher noch etwas Brot einkaufen
In der Bäckerei
Birgit ersteht für uns Brote

Erg Chegaga

Angekommen, wir sind in der Wüste. In einem Bilderbericht gib es weitere Informationen.

150 Quadratmeter Sandwüste erstrecken sich 50 km westlich von M’hamid bis Foum Zguid, die Höchsten sind 100m hoch.
Die Erg Chegaga ist weitaus ursprünglicher als die Erg Chebbi
Stooooooooop, ein Dromedar, nein zwei, nein ganz viele. Je länger Du den Horizont absuchst, desto mehr entdeckst Du.
Die beste Reisezeit ist Oktober bis März, dann sind es nur um die 30 Grad und die Wüstennächte kühl. Im Sommer werden üblicherweise keine Touren angeboten. Ich glaube, den Wüstensand kannst Du dann nicht betreten. Wir suchen ein schattiges Plätzchen für die Mittagspause – die sind rar.
…und noch ein Dromedar. Oder Kamel? Wo ist der Unterschied. Kamele nennt sich die Art – die Unterart Dromedar hat einen Höcker und die Unterart Trampeltier 2 Höcker.
Wir machen Halt an der Heiligen Oase Oum Laalag. Nach altem Volksglauben wird sie von einer schützenden Seele bewohnt. Sie befindet sich an der alten Piste nach Timbuktu, wenige Kilometer von der Algerischen Grenze entfernt.
Also, Adam und Eva hatten es bestimmt nicht besser in ihrem Paradies, als wir gerade. Vielleicht kommt noch Aladin mit seinem Teppich vorbei und lädt mich ein, mitzufliegen.
Aber nein, was ist schon Aladins Teppich gegen einen echten Defender. Die sind hier übrigens in großer Zahl zu sehen – auch in fahrtüchtig.
…und noch ein Dromedar. Unbeeindruckt von unseren Defendern bleibt es liegen.
Wir halten und richten uns häuslich ein, am Rande der Piste unter einem schattenspendenden Baum.
Ich mache mich auf Entdeckungsreise durch die Dünen als der Tag sich dem Ende neigt.
Als ich dort oben stehe, in die Weite blicke, die Schatten lang werden, macht sich Ehrfurcht breit. Gänsehaut. Was für eine Weite, was für eine tolle Stimmung, was für eine wundervolle aber auch respekteinflößende Landschaft.
Als die Sonne hinter dem Dünenkamm verschwindet, verschwinden auch die lästigen Fliegen. Meine Beine sind übersäht mit Stichen, aller Art, die ersten sind entzündet.

Nacht über der Erg Chegaga

Die Wüste lebt. Wir sind neugierig, wer all die kleinen Tapsen im Sand hinterlassen hat.
Aber außer Käfern und kleinen Eidechsen, sind die die Besitzer der Tapsen schneller weg, als wir dort.

Erg Chegaga – was für ein Wüstenhimmel

Dann löschen wir alle Lichter. Die Milchstraße zieht sich in einem hellen Streifen über den Himmel. Der „Große Wagen“ hängt über einem Dünenkamm, der kleine leuchtet hell herab. Kaum ein Laut ist zu vernehmen. Satelliten ziehen über das Himmelszelt, Sternschnuppen rasen durch das weite All……

Marokko 2019 – Erg Chegaga

Oktober 2019
Marokko 2019 – Erg Chegaga

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