Wir starten in Foum-Zguid – Ziel Tafraoute

Was uns auf der Strecke erwartet, wissen wir nicht. Eine Bildergeschichte von einem Tag, an dem wir uns hinunter in den Süden „haben treiben lassen“ von Foum-Zguid bis Tafraoute. Wir haben Marokko auf uns wirken lassen – one day on the road.

Start in Foum-Zguid

Foumzgid, Foum-Zguid, auf der Karte steht es wieder anders – manchmal fällt es schwer die Orte auf einer Karte zu finden, wegen der verschiedenen Schreibweisen.

Nachdem wir gestern den Landy in Zagora haben reparieren lassen, hatten wir nach der langen Tour Lust auf eine heiße Dusche, ein serviertes Essen und ein gemachtes Bett. Im dafür ausgesuchten Bab Rimal war bei unserer Ankunft“ nur noch“ ein Fahrerzimmer zu haben. Aber nachdem ich am heutigen frühen Morgen einen Blick in die Zimmer der Fahrer gewagt habe, denke ich: unseres war keines.

Frühstück auf der Terrasse
Ein typisches Frühstück: Brot, Omeletts oder blätterteigähnliches Gebäck, Butter, Frischkäse, Marmelade oder Honig und dazu etwas mit Ei – Omelett, Rührei. In diesem Fall: in der Taijine zubereitetes Spiegelei mit Tomaten darunter, nicht zu vergessen der immer frische gepresste Orangensaft, Tee oder Kaffee
Unser Zimmer…
Ein Zimmer mit mehreren Matratzen in den Ecken für die Fahrer…

Bab Rimal Hotel & Camping

Nach einem Plausch mit dem Hotelmanager über Marokko – Armut und Tourismus, starten wir in den Tag. Wir zahlen, werfen noch einen Blick in unsere Oase für ein paar Stunden und steigen in den Landy. Bab Rimal, eine Unterkunft die ich gerne weiter empfehle: Essen: super, Sauberkeit: spitze, Freundlichkeit des Personals: top, Zimmer: ordentlich und gepflegt, lediglich der Stellplatz hat uns nicht so angesprochen, auch wenn er ebenso sauber ist.

Nun aber los, Schlüssel umgedreht. Die Räder rollen über den Asphalt. Auf, auf…

Adieu Bab Rimal

Foum-Zguid

Die kleine Oasenstadt liegt auf 650m im Anti-Atlas Gebirge an der N12. Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Produziert und verkauft werden hauptsächlich Datteln, Granatäpfel, Oliven und Feigen. Oliven werden zu fast jeder Mahlzeit gereicht, die leckeren Datteln haben wir schon in der Taijine genossen und die Feigenmarmelade ist einfach köstlich.

Unsere heutige Strecke, ca 340 km
Raus aus der kleinen Stadt starten wir gegen 9:45 Uhr in den Tag
Auf den Strassen herrscht munteres Treiben
Die Frauen sind meist bunt gekleidet und verschleiert, drehen sich von uns weg
Männer sind oft nur im „Chillmodus“ unter Bäumen, an Mauern im Schatten zusehen, während die Frauen auf die Felder gehen oder Waren tragen
Selten drehen sich die marokkanischen Frauen wie diese, zu uns um und winken. Den Daumen hoch bekommen wir meist von Männern, die unseren Landy lieben
Da viel gebaut wird und es oft keine Bürgersteige gibt, ist die Straße für alle da

Von Foum-Zguid  bis Tata sind wir auf „größeren“ Hauptstraßen unterwegs, dann geht’s ab auf kleinere Nebenstraßen, die teilweise recht schmal sind. Wir schlängeln uns den Anti-Atlas hinauf auf schlappe 1800m und wieder hinab ins Tal.

Es ist ruhig geworden, nur das zuverlässige Brummen des Landy klingt durch die Stille. Wir schrauben uns hinauf in die Berge, bizarre Felsformationen umgeben uns nach kurzer Zeit
Marokkos unendlich Weite fasziniert mich
Und überall stehen die kleinen Esel herum, die aus diesem Land nicht weg zudenken sind. Für mich sind sie gefühlt, das wichtigste Transportmittel der ärmeren Bevölkerung. Meistens werden ihnen zum „Grasen“ die Vorderbeine zusammengebunden
Skeptischer Blick – Mittagspause unter Palmen – wir müssen dringend auf den Markt. Viel gibt der Kühlschrank nicht mehr her
Der Landy darf an einem schattigen Plätzchen verschnaufen
Marokko 2019
Noch ein wenig Salz, fertig ist der Mittagssnack – dann gehts auch schon wieder weiter
Als nächstes halten wir an einer Schlucht, die der Fluß in die Felsen gegraben hat
Ich klettere ein wenig hinunter, aber weit komme ich nicht
…und wieder diese faszinierende Weite
Wer seinen Landy liebt, der schiebt…. (ein bisschen Spielerei auf dem Plateau)
…oder trägt ihn auf Händen.

Palmendörfer zwischen Foum-Zguid und Tafraoute

Seit Jahrhunderten versorgt die Bevölkerung sich hier selbst, geteerte Straßen gibt es noch nicht lange. Im Norden von Marokko sind uns immer wieder bettelnde Kinder begegnet, die sofort an den Landy kamen, wenn wir hielten. In den Oasendörfern winken uns die Kinder freundlich und neugierig guckend zu, rufen „Bonjour“, freuen sich wenn wir zurück winken oder ihnen auch ein „Bonjour“ zurufen.

Wir sind inzwischen wieder im Tal angekommen. Oasen säumen die marode Strecke mitten im Anti-Atlas Gebirge
Und plötzlich stehen wir im Paradies
Saftige Felder, fruchtbarer Lehmboden, ein kleines Fluß schlängelt sich durch das Dorf
Die Straße wird breiter, vergessen ist die karge Landschaft von vor ein paar Minuten
Die Menschen hier sehen glücklich aus. Ihr Motto: Ich bin gesund, ich habe etwas zu essen, was gibt es mehr….
Für unser europäisches Denken, leben sie ärmlich in ihren Lehmhütten. Oft frage ich mich wer glücklicher lebt, sie oder wir?

Der Anti-Atlas, soooo abwechslungsreich

Der Anti-Atlas oder das kleine Atlas-Gebirge ist das südlichste der drei Atlas-Gebirgsketten. Das Gebirge ist Richtung Süden stärker zerklüftet und einige Berge muten an wie ehemalige Vulkankrater. Kargheit wird hier groß geschrieben. Beeindruckende, steil aufragende Granitwände und unwirtliche Steinwüsten prägen das Gebirge. Ich komme mir vor wie auf dem Mond. Umso unwirklicher erscheinen mir die quietsch-grünen Oasendörfer, die sich wie ein Band hindurchziehen. Hindurch zu fahren, dass ist ein Gefühl, wie ein buntes Bilderbuch aufzuschlagen, ein Gefühl der Glückseligkeit, ich bin dankbar das sehen zu dürfen…

Dann geht es wieder zurück in die triste Landschaft der Berge. Schafs- und Ziegenhirten sind hier oft anzutreffen. Die Nomaden ziehen mit ihren Herden von Ort zu Ort
Und immer wird uns freundlich zugewunken
Die Schatten werden lang, uns Zielort kommt in Sicht. Unterwegs haben wir uns eine Bleibe für die Nacht ausgeguckt

Les trios palmiers in Tafraoute

Am Rande der kleinen Oasenstadt Tafraoute gelegen, ist er Campingplatz ein optimaler Ausgangspunkt, um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Beim ersten Blick haut mich der Platz nicht aus den Latschen, aber beim zweiten Hinsehen kann ich mich gut damit anfreunden. Es gibt warmes Wasser, die sanitären Anlagen sind gepflegt – das ist im Marokko nicht immer der Fall.  Anbei die GPS-Daten für den Platz: N 29.72154, W 8.97930, N 29°43’18“, W 8°58’45“.

Es ist dunkel geworden. Die Rufe des Muezzin klingen durch die Nacht – zum letzen Mal an diesem Tag. Und damit verabschiede ich mich für heute… PS.: Ich freue mich auf morgen: Markttag.

Wir erreichen „Les trios palmieres“ in Tafraoute, werden freundlich empfangen vom marokkanischen Besitzer, der auch ein paar Worte deutsch spricht.
Und schon ist wieder ein Tag rum, wo bleibt die Zeit….

Marokko 2019 – Von Foum-Zguid bis Tafraoute

November 2019
Marokko 2019 – Von Foum-Zguid bis Tafraoute

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