Norwegen Roadtrip 2018

Wandern in Südnorwegen hat seine besonderen Reize: weißer Sand wie Puder in Havik, kalter Schauer im Schützengraben, saftige Wiesen und raue Küstenlandschaft, ob ich mich in die Gletschertöpfe des Brufjell traue? Landschaftliche Vielfalt, faszinierende Natur – that’s Norway I love it

Norwegen Roadtrip 2018
Hier bekommst Du eine Übersicht über die heutige Tagestour

Landschaftliche Vielfalt

Wir wollen heute auf den Brufjell hinauf wandern, aber dort müssen wir erst einmal hinkommen. Ca. 140 Kilometer werden es sein mit den geplanten Stopps, entlang der Küste, durch einsame Fjorde, hoch hinaus auf den Leuchtturm, durch kleine Dörfer, intakte Natur und Wildnis.

Ersten Stopp: Havik

Norwegen Roadtrip 2018

Weißer, feiner Sand wie Puder, hellgrüne Dünenflächen, flache Felsen, hier und da ein wenig Seetang, das Wasser fällt seicht ab, eine kilometerlange Küste erstreckt sich vor uns – menschenleer. Damit haben wir nicht gerechnet, wandern ein Stück am Strand entlang, genießen Natur und Einsamkeit. Soooooo cool…

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Ich liebe das Geräusch der Wellen, die auf die Felsen schlagen. Ich sauge die frische leicht salzige Meeresluft ein und stelle mir vor, wie der Sand zwischen den Zehen hindurch rinnt. Schreit das nicht nach einer langen Strandwanderung? Yes! Aber heute nicht für uns. 15 Minuten später sitzen wir wieder im Landy.

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Nowegen Roadtrip 2018

Nächster Stopp Lista Fyr

Auf der Karte habe ich einen Leuchtturm entdeckt – den dürfen wir nicht auslassen. Im Eingang hängt noch der Beschluss, den das königliche Ministerium des Leuchtfeuerwesens anno dazumal erlassen hat.

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Norwegen Roadtrip 2018

Norwegen Roadtrip 2018

Beige Steinstufen winden sich an der Wand des weißgetünchten Innenraumes des Turmes hinauf. Sie münden in eine steile Metalltreppe. Von den einstmals drei Leuchttürmen steht heute noch dieser.  Ich bin begeistert, als ich in den schmalen Umlauf trete – von hier bietet sich ein sagenhafter Fernblick über  die zerklüftete Küstenlandschaft.

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Ein Licht im Dunkel

Das brauchten und brauchen die Seefahrer hier. Gehört doch diese Ecke zu den rauesten Meeresstellen der Küste Südnorwegens. Die kleine Ausstellung im Leuchtturm zeigt die Geschichte der Leuchttürme sowie die Tragödien und Heldentaten der vielen Schiffbrüchigen.

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Ein Licht im Dunkel, das benötigten auch die Soldaten unter der Erde. Wie in Lindesness, holt uns auch hier die Geschichte des Zweiten Weltkrieges wieder ein. Alte Tunnel und Bunker, eine eingeritzte 1943 und eine Batallions-Nummer am Eingang sowie Finsternis im Bunker, lassen mir ein kalten Schauer über den Rücken laufen. Im nahen Wald gibt es ein ganzes System dieser Anlagen zu besichtigen.

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Die Räder rollen weiter

Während bei unserem Start in Deutschland  schon Frühling war, ist die Natur hier noch etwas weiter zurück. Die ersten kleinen Blättchen wagen sich hervor, kleine weiße Blümchen sprießen. Hinter jeder Kurve erwartet uns ein wundervoller Blick auf die landschaftliche Vielfalt.

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Ich war weder in Schottland, noch in Irland, aber so würde ich es mir vorstellen: saftige Wiesen, neben felsiger Küstenlandschaft, Knicks und kleinen Häuschen – nur das Schloss fehlt.

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Inzwischen haben wir die kleine Stadt Flekkefjord hinter uns gelassen. Wie in den andern kleinen Städten Südnorwegens dominierten die typischen weißen Holzhäuser das Bild der Stadt. Wir nähern uns dem Brufjell = Brufjellhulene, was so viel bedeutet wie, die Höhlen der blauen Berge.

Wanderung auf den Brufjell

Vom  markierten Parkplatz führt eine Teerstraße, ca. einen Kilometer, durch den malerischen Ort am Fjord, bis zum Einstieg zur Wanderung. Übrigens die Weiterfahrt mit dem PKW ist zwecklos, weitere Besucherparkplätze gib es nicht.

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Ich habe keine Ahnung, wie sich der Schwierigkeitsgrad von blau und rot in Norwegen unterscheiden – ich entscheide blaue Piste. Die Kamera wandert in den Rucksack, damit ich beide Hände frei habe. Schilder, bemalte Steine und Steinmännchen lassen einen Weg erahnen – wir verlaufen uns. Ein paar Ziegen nehmen reiß aus. Ziege müsste man sein, so schnell und trittsicher, wie die oben sind.
Holzstege, sumpfiges Gebiet, Eisenketten, Steinstufen und bemooste Felsen führen hinauf, hinunter und wieder hinauf bis auf die Spitze des Brufjell. Unten am Sandstrand von Sandvika entdecken wir ein paar Wanderer, ansonsten umgibt uns die Natur.

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Ich spiele Sandsack für ein Bild, bevor ich die letzten Meter nach oben steige. Nach etwas mehr als einer Stunde stehen wir 184 Meter über dem Meer. Die Aussicht ist grandios. Und dort ganz hinten, das könnte Lindesness sein. Zeit den Fotoapparat zu zücken.

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Glücksseligkeit – ich hocke mich an die Kante: Ist das Wirklichkeit, oder ein Bilderbuch? Der Horizont wird glasig, eine Träne macht sich auf den Weg – kein Grund zu plärren, es ist einfach unfassbar schön.

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Natürlich hätte ich auch gerne ein Bild von den aneinandergereihten urzeitlichen Gletschertöpfen gehabt – ich traue mich nicht. Ich habe gelesen, dass es durch eine schmale Steinrinne über Eisentritte und -griffe steil hinab geht – nichts für Höhenangst, stand dort – da bin ich dann Schisser und bleibe auf meinem Ausblick auf der Klippenkante. Blödes Kopfkino!

In diesem Video kannst Du Dir ansehen, was ich mir habe entgehen lassen.

Good night Norway

Heute übernachten wir im Sportboothafen von Sogndalstrand – seeeeehr empfehlenswert. Toller ruhiger Platz mit nagelneuem ***** Luxusbad und Küche für die nicht anwesenden Sportbootbesitzer.

Auch wenn die Tourenplanung für morgen ansteht, ist mein Hirn noch beschäftigt mit dem heutigen Tag: Landschaftliche Vielfalt, das trifft es wohl – beschwingt von der Natur, berauscht von der Natur, im Einklang mit der Natur…

Norwegen roadtrip 2018

Mal sehen, ob wir es schon morgen schaffen: Ich bin gepannt auf den Preikestolen oder besser: heiß auf den nächsten Ausblick.

Mai 2018
Landschaftliche Vielfalt – faszinierende Natur

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