Das Ziel heute ist der kleine Campingplatz Grettislaug. Der Weg führt uns vorbei am Godafoss, einen Teil der Ringstraße 1 entlang. Ab Akureyri geht es dann geradewegs in den Norden hinauf. Von Wikingern, Schafen, Heuballen, dem Godafoss  und einem Sonnenuntergang im HotPot…

Grettislaug Camping

Wo im Netz ich von dem Platz gelesen hatte, weiß ich nicht mehr. Aber der Name ist mir im Gedächtnis geblieben „Grettislaug“.  Es soll dort wunderschön sein, nicht überlaufen und es soll Natur-HotPots geben. Wir sind jetzt auf der Ringstraße unterwegs. Das ist die Straße, die wie ihr Name schon andeutet, einmal im Kreis über die Insel verläuft. Hier dürfen 90 kmh gefahren werden. Hier kommst Du schnell von A nach B. Wir nutzen sie zwischendurch, um ein wenig Strecke zu machen.

Der Goðafoss

Wir starten heute gegen 9:30 Uhr gen Norden. Die letzte Nacht war regnerisch und stürmisch, aber jetzt schickt die Sonne ihre wärmenden Strahlen zu uns herab.  Erste Station: Goðafoss. Er liegt an der  Sprengisandur-Hochlandpiste, in Sichtweite der Ringstraße. Der Parkplatz ist noch recht leer. Die Wanderung ist kurz und das Staunen am Wasserfall groß.

Kurze Standortbeschreibung des Wasserfalles.
Wieder einmal merke ich, welche Gewalt Mutter Natur hat. Wie klein und nichtig wir Menschen doch sind…
Heute ist tolles Fotolicht 🙂
Noch sind wenige Menschen am Wasserfall.

Die kleinen Seitenarme muten an wie aus einem Film. Und wieder einmal würde es mich nicht wunder, wenn ein Fabelwesen vor mir auftaucht.

Der Wasserlauf ist mit dem iPhone „eingefroren“.

Die Freude an der Natur währt kurz. Es wird für uns Zeit das Weite zu suchen. Wir sehen drei Busse über die Ringstraße heran rollen. Als wir beim Landy angekommen sind, stehen die Busse auf dem Parkplatz und  die Neuankömmlinge stürmen los, mit Stativen, Handystücks und Co.

Mittagspause

Akureyri –  Dalvik – Ólafsfjörður – Siglufjörður, irgendwo auf der Strecke gab es diese Herzchenampel. Wenn Ampeln alle so aussehen würden, dann stünde ich gerne davor. Robert hat Hunger, ich habe schon Wasser in den Augen und benötige dringend ein 00.

Roter Herzchenstopp auf Island – da halten wir doch gerne an.
Gesunde Ernährung auf Reisen – Fast-Food – Cheeseburger bitte

Heuballen auf Island

Endlich! Geht doch! Wozu teures Geld bezahlen? Mitten in sattgrünen Feldern, zwischen gepackten Heuballen, sehen wir ihn eintauchen – Whale watching kostenlos. Sarkasmus bei Seite – ich hätte gerne Wale gesehen. sollte nicht sein

Aber, ich habe noch nie soooo viele Heuballen auf so wenig Quadratkilometern gesehen.

Whale watching auf isländisch

Die Landwirte in Deutschland würden angesichts des trockenen Frühjahres und Sommers erblassen vor Neid. Der Ranger von Snaefell, der auch in der Landwirtschaft tätig ist, erklärte uns, dass es in diesem Jahr in einigen Regionen sogar einen dritten Schnitt gegeben hat.

Heuballen – klassisch weiß
Variante: Heuballen bunt

Er erzählt uns, dass sehr viel Heu für den Winter auf Island benötigt wird, dass jedoch auch viel Heu zum Beispiel nach Norwegen exportiert wird.

Tunnel im Norden

Wir tauchen ab. 3,4 Kilometer lang ist der erste Tunnel den wir durchfahren. Er ist einspurig. Vorfahrt hat immer der, auf dessen Richtung es keine Ausweichmöglichkeit gibt. Ein rotes Licht in der Ferne bedeutet, sofort in der nächsten Ausweichbucht zu halten. Ansonsten: Rückwärtsgang. Nebeneinander her kommst Du beim besten Willen nicht.

Ab unter die Erde, in den Mulagöng
Der nächste Tunnel ist mit Unterbrechung 10 Kilometer lang, aber  zweispurig.

Mal wieder Ahhhhhhh und Ohhhhhhh!

Auf der anderen Seite angekommen, müssen wir sofort die Kamera zücken. Schäfchenwolken flanieren über den Himmel, der azurblaue Atlantik zeigt sich von seiner zahmen Seite. Fischerboote kreuzen umher, es ist gerade fast windstill.

Ahoi – wundervoller Blick auf den Atlantik

Nicht ganz so schnell, aber fast so schnell wie das Wetter sich ändert, ändert sich auch die Beschaffenheit der Straßen.

Asphalt – Schotterpiste – Löcherweg….

Der Wikinger Floki  oder wie Island seinen Namen bekam

Mitte des neunten Jahrhunderts hat der Wikinger Floki Vilgerdarson den Winter auf der Insel verbracht. Er wurde von seiner Frau und zwei Töchtern begleitet. Auf der Überfahrt zu den Shetland-Inseln, soll eine Tochter ertrunken sein. Die zweite soll er auf den Färöer Inseln vermählt haben.

Da muss der Translator ran, ich kann kein Wort lesen.

Von den Färöern soll er drei Raben mitgenommen haben. Er hat sie zu verschiedenen Zeitpunktren auf See frei gelassen. Einer flog zurück zu den Färöern, einer kehrte zurück zum Schiff, einer entschwand in den Nordwesten. Ihm folgte er mit seinem Schiff.

Die Stehle soll erinnern, an den Vikinger Floki

Als er den Winter in Vatnsfjördur verbringend, auf das Frühjahr wartend, verbrachte, kletterte er auf einen Berg hinauf – vermutlich den Hornataer. Von dort aus konnte er weit blicken. Er sah  schneebedecktes Land und den teils Packeis bedeckten Fjord. „Eis, nur Eis“, murmelte er und gab der Insel den Namen „Eisland“ = Iceland.

Floki hat damals bei seiner Rückkehr nach Norwegen das Land als „nutzlos“ bezeichnet. Trotzdem kehrte er zurück nach Island und verstarb auch dort.

Islandschafe

Zeit auch einmal ein Wort über die putzigen Vierbeiner zu verlieren, die hier überall auf der Insel anzutreffen sind.  500.000 Schafe leben heute auf der Insel und tragen zum Wohlergehen der Isländer bei. Fleisch, Wolle, Milch, Fett, liefern sie.

Aber wo kommen sie her? Auch hier sind die Wikinger beteiligt. Sie haben die ersten Schafe mitgebracht, die sich dann dem rauen Klima der Insel angepasst haben.

Natürlich – wie immer auf der falschen Seite des Zaunes – davor statt dahinter. Isländische Schafe haben ihren eigenen Kopf 😉

On the road

Immer wieder fahren wir an Schwimmbädern und HotPots vorbei. Das ist etwas was die Natur hier auf Island kostenlos stiftet. Einen Badeanzug/Badehose solltest Du auf jeder Wanderung dabei haben. Übrigens, „Nacktbaden“ ist nicht gestattet. Und so einfach nutzen darfst Du auch nicht jeden HotPot. Oft steht auf einem Schild, wen Du für die Benutzung fragen musst.

HotPot Grettislaug

…steht auf einem Hinweisschild an der Straße. Und ich dachte, der Platz wäre einsam und nicht ausgeschildert. Aber wenigstens steht dort kein „Camping Schild“. Über eine Piste gelangen wir nach Grettislaug.

Der kleine geschützte Hafen
Eingewachsene Häuschen – Toilette und Küchenhaus
Wir bauen auf…
…und kochen, solange die Sonne noch scheint.
Dann senkt sich die Sonne, entschwindet hinter einer Bergkuppe
Schlagartig wird es eiskalt – ab in den HotPot
38°C – 40°C, kuschelig warm
kaum ist die Sonne untergegangen…
…erschein der Mond am Himmel
und zieht seiner Wege

Und wir gehen nun schlafen und freuen uns auf den nächsten Tag.  Dann fahren wir zurück in das Hochland…

Islands Norden – Von Husavik bis nach Grettislaug

Beitragsnavigation


Ein Gedanke zu „Islands Norden – Von Husavik bis nach Grettislaug

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.