Was erwartet Dich heute? Wir sind unterwegs mit einem ehemaligen Fischkutter, um Wale zu beobachten. Wir besuchen das Walmuseum, entdecken einen Drehort von Game of Thrones und trinken eine heiße Schokolade beim HotSpot Myvaten – Jardbödin.

Whale watching

Die Räder rollen gen Hafen – Whale watching – Yes, ich freue mich und bin mega gespannt.

Die Nacht war rau. Es hat gestürmt und der Schneeregen hat mächtig auf meiner Seite am Hubdaches angeklopft. Das erinnert mich an die letzen tage im Hochland.

7:30 Uhr öffnet die Dusche des HotPools auf dem Campingplatz Herðubreið. Durchgefroren stehe ich als Erste unter der Dusche. Ich lasse mir das warme Wasser über den Kopf rieseln, genieße wie es den Rücken wärmt. Mag gar nicht wieder gehen. Der kalte Raum hüllt sich langsam in Nebel. Endlich mal wieder Haare waschen. WOW – sogar ein Fön hängt neben einer Spiegelplatte in der eher rudimentären Umkleidekabine. Luxus.

Fertig – frisch geduscht, Haare gewaschen. Wir starten um 9:00 Uhr vom Campingplatz nach Husarvik, die Fahrtzeit beträgt 20 Minuten.

Unser Schiff – gleich gehts los

Wir stechen in See

Erwartungsvoll stehen wir mit dem Landy am Hafen, gucken hinüber zur Gardar, die uns hinausbringen wird auf den großen Atlantik. Es füllt sich. Auch wir stiefeln wir durch den Nieselregen hinüber zum Schiff. An Bord gibt es einen warmen Überzieher. Ich quäle mich in den „Schneeanzug“ – puhhhhh heiß, wird mir und eng ist es mit meiner „Zwiebelklamotte“ darunter.

Gerade ist es fast trocken, ein Speedboat rauscht vorbei…

Raus aus dem geschützten Hafen, beginnt es zu schaukeln. Auf See wird der Regen doller. Nun gibt es Regencapes dazu. Es bläst ziemlich und ohne den Schneeanzug würde ich nun frieren.

5 Lagen übereinander, das sollte reichen – kannst mich gerade wegrollen 😉

Dort bläst er

Aufgeregt rennen alle zur Steuerbordseite des Bugs. Dort soll ein Wal zu sehen sein. Jedoch sind es „nur“ 3 riesige Delfine, die uns kurzfristig elegant springend begleiten.

Dort! Dort bläst er…

Der Kahn schaukelt heftig in den seitwärts schlagenden Wellen. Ich stehe auf einer Erhöhung auf dem Mitteldeck und fühle mich wie Captain  Ahab bei Hobby Dick. Man, bringt das Spaß durch die Wellen zu reiten (dank einer Vomex-A). Anderen Passagieren sind die Wale inzwischen völlig schnuppe. Grün im Gesicht wanken sie zur Reling und lassen sich das Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen – auch gegen den Wind.

Und wo sind nun die Wale?

Es wurden unter Wasser Wale geortet. Mehrere Schiffe liegen inzwischen lauernd in den Wellen und warten auf das Auftauchen der Meeresgiganten. Ich bin ganz kribbelig. Durch meine Brille sehe ich nur noch Tropfen.

Doch….. lange Rede kurzer Sinn: „Heute habe ich leider kein Bild für Dich von einem Wal“. Ich bin enttäuscht. Die Gischt schlägt über den Bug. Menschen stehen dort kaum noch. Wir steuern zurück gen Hafen, bekommen unterwegs noch eine heiße Schokolade und eine Zimtschnecke. Es gibt einen Gutschein für eine weitere Ausfahrt. So ist das, wenn sich kein Wal blicken läßt. 80 Euro pro Person hat der Spaß gekostet.

Wenn schon nicht in Wirklichkeit, dann wenigstens im Museum…

Walmuseum Husarvik

Es schüttet weiter. Das Walmuseum muss herhalten. Und es ist beeindruckend. Viele der ausgestellten Wale wurden am Strand geborgen, ihre Knochen detailgetreu und liebevoll im Museum aufgebaut. Die Skelette sind beeindruckend in Szene gesetzt und die Beschreibungen dazu knapp und interessant gehalten.

Daneben stehend werden die Dimensionen erkennbar – ich könnte im Bauch spazieren gehen
Ich bin begeistert von den Objekten – super!

Es gibt eine Ecke über die Geschichte des Walfanges, ein kleines „Walkino“ und Infos zu Island in Verbindung mit Walen.

Aufnahmen und Laute der Wale sind im Museum in einem Film zu sehen/hören.

Und irgendetwas habe ich bestimmt noch vergessen zu beschreiben. Aber, Top! Museumsbesuch: lohnenswert.

Einladend ist die kleine Sitzecke. Bei einem kostenlosen Kaffee kannst Du Deinen Besuch hier bei den Walen Revue passieren lassen und noch in entsprechender Literatur stöbern. Natürlich gibt es auch einem Museumsshop.

Myvaten

Robert möchte noch eine Kleinigkeit essen – Fish and chips – gibt es in der Nähe des Museums. Unten bestellen wir, oben können wir sitzen. Ich bin überrascht. Es gibt 2 große Sofasitzecken und ein paar Tische. Camper, Backpacker – wer auch immer – haben ihre Klamotten ausgebreitet, hören Musik und chillen, andere vertilgen einfach nur ihre Mahlzeit. Wie wir…

Robert hat Hunger.

Anschließend starten wir gen Myvaten. 87 gesperrt – bedeutet Umweg. Der Nieselregen geht mir gewaltig auf den Zeiger. Ich bin genervt und müde von der letzen stürmischen Nacht.

Und jetzt?

Wir kommen auf dem Camping Platz. Er gefällt uns gar nicht – den Namen muss ich gerade schuldig bleiben. Laune auf dem 0-Punkt. Wir stehen auf dem Stellplatz. Der Scheibenwischer quitscht vor sich hin. Ich schalte genervt den Motor ab. „Und nun“, will ich wissen. Robert schmeißt Google an und findet eine zu besichtigende Höhle in der Nähe. Hört sich spannend an. Ich bin dabei. Wir starten wieder.

Die Landschaft sieht bizarr aus, es qualmt aus dem Boden. Überall steigen „Rauchwolken“ auf. Wir erreichen besagte Höhle.

Grjotagja – ich bin gespannt – Text und Bilder im Internet hören sich spannend an

Games of Thrones

Auf dem Parkplatz stehen viele Autos. Vieles Asiaten schwirren emsig wie die Bienen umher. Der Eingang in die Höhle ist sehr flach. An eine Wanderung ist nicht zu denken. Ein Blick hinein von rechts, ein Blick hinein von links. Das war es. In dem einst beliebten HotPot der Isländer hat sich die Wassertemperatur von 38-40 °C auf weit über 40 °C erhöht. Die Höhle ist teilweise eingestürzt. Den Besuch finden wir nicht wirklich lohnenswert. Die Internetseite dazu empfinden wir als völlig übertrieben.

Es ist ein bekannter Drehort einer mir unbekannten Serie: Games of  Thrones. Hier soll die Nacktszene mit Jon und Ygrittes (hoffe ich habe die Namen richtig geschrieben) gedreht worden sein.

Robert steigt hinein in die Höhle
Hier soll die Liebesszene mit Ygritte und Jon Snow gedreht worden sein – berechtigt mich, wenn es nicht stimmt…
Game Of  Thrones – Locations in Iceland – schon wieder begegen wir der Serie die wir nie gesehen haben.

Das bekannte Bad von Myvaten

Wir wandern noch ein wenig zwischen den dampfenden Erdspalten herum. Ich komme mir vor wie ein Liliputaner zwischen riesigen Broten. Einige Spalten sehen aus, wie die aufgeplatzte Kruste eines frisch gebackenen Brotes. Der Gedanke, dass hier die Erdplatten aufeinander stoßen und der Dampf aus unendlichen Tiefen heraufkommt, ist für mich unvorstellbar.

 

Wow – aus der Felsspalte kommt Wasserdampf – auf Island ist alles in Bewegung.
Unser Landy am Straßenrand verschwindet hinter dem aus der Erde austretenden Wasserdampf

Wir machen noch einen Abstecher zu den heißen Quellen des berühmten Myvaten Bades. Mit 40 Euro bist Du dabei – das ist der Eintritt pro Person. Tatsächlich würde ich mir überlegen, im Winter bei Schnee oder bei klarem Himmel und Nordlichtern hinein zu gehen. Aber im Nieselregen? Nö – keine Lust. Wir setzen uns ein wenig in das zugehörige Restaurant und beobachten wie die Kellner den Badenden ein Bier nach dem anderen hintragen, während wir uns an einer heißen Schokolade die Finger wärmen.

Willkommen im Naturbad am Myvatnsee
Myvatn Nature Bath

Und wie ist der Plan für morgen?

Weiter hoch in den Norden wollen wir und hoffen dort auf gutes Wetter. Dort soll es eine tolle Küstenstraßen geben und einen einsamen Campingplatz mit einem HotPot. Mehr darüber im nächsten Bericht.

August 2018
Island – Whale watching

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6 Gedanken zu „Island – Whale watching

  1. Hi, werdet ihr euch noch einmal aufmachen, um Wale zu sehen?
    Die Höhlen wären nichts für mich, obwohl sehr interessant.
    Die große Badewanne gefällt mir, war das Wasser euch zu heiß?
    Campingplatz mit HotPot hört sich gut an.
    Besseres Wetter wünsche ich euch! Grüße und LG

    1. Nein, an dem Ort sind wir am nächsten Tag vorbeigefahren, wo wir hätten gucken können. Das Wetter war nicht wirklich besser und so haben wir es gelassen. Der Gutschein ist lebenslang gültig.
      Wir waren nur in den kleinen Badewannen – zwischen 36 und 42°C.
      Da Wetter wechselt hier so schnell, gerade Regen, dann Sonne etc.

  2. Sehr sehr cool, ich wäre bestimmt ins Wasser gegangen, das hätte ich einfach mitnehmen wollen 🙂 Mit dem Wetter habt Ihr ja leider nicht so viel Glück, aber das kann man eben nicht ändern. Trotzdem wieder sehr interessant. Ich stelle mir das mega toll vor an diesen dampfenden Erdspalten zu stehen, das erfüllt einen garantiert mit Ehrfurcht. Mir geht es wie deinem Mann, ohne in die Höhle zu schauen, wär ich da nicht weggegangen 😀 Das mit der Postkarte ist super lieb, aber mach Dir damit keinen Stress :-)Freue mich schon auf den nächsten Bericht. Liebe Grüße und alles Gute euch beiden. Bb Sylvio von Dummy-Photographie

    1. Ja, die Erdspalten sind schon gigantisch – ehrfürchtiges Staunen – Wunder der Natur. Wenn ich Wanderstiefel angehabt hätte, hätte ich wohl auch hineingesehen, aber so war es mir zu unsicher :-o. Ist im Kasten.

    1. Danke für die Fernwärme – die HotPots tun ein übriges 😉 Außerdem haben wir ja die Standheizung, erfrieren werden wir nicht;-) Und beim Wandern wird uns auch schon mächtig warm. Guten Hunger

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