Island Þingvellir

Nach einer Stippvisite in Reykjavik, ist der Þingvellir Nationalpark unser Ziel – das älteste Parlament der Welt. Aber nicht nur historisch, sondern auch geologisch ist es ein besonderer Platz. Warum? Das erfährst Du jetzt – Island Þingvellir.

Stippvisite in Reykjavik

Wir verlassen den überfüllten Campingplatz von Reykjavik und parken im Zentrum der Stadt. Wenigstens die „Weiße Kirche“ möchte ich mir ansehen, bevor wir Þingvellir besuchen. Nach einem kleinen Frühstück gehen wir los.

Island Þingvellir
Frühstück im Kaffitar
Island Þingvellir
Begles with cream chees

Und dann stehen wir davor. Wie ein großer Eiszapfen, der in den Himmel sticht – das ist die Hallgrímskirkja. Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche prägt mit ihrem 74,5 Meter hohen Turm das Stadtbild. In der Kirche findet vor dem gleich beginnenden Gottesdienst eine Chorprobe statt.

Island Þingvellir
…also ich hätte für das Bild gerne blauen Himmel gehabt

Beeindruckt hat mich auch die Harpa – das Opern- und Konzerthaus. Der Name „Harpa“  wurde ich einem Wettbewerb ermittelt. Es ist ein Isländischer Frauenname und bedeutet Harfe. Sowohl von innen, als auch von außen, schimmert die Fassade durch das dichroitische (von griech. „dichroos“ = zweifarbig) Glas in den Farben der Insel. Blau wie Gletschereis, grün wie die Nordlichter – ein paar Töne des Farbenspiels der Sonne blitzen auch auf.

Island Þingvellir
Das Opernhaus – eine beeindruckender Fassade

Island Þingvellir

Wir machen uns auf den Weg nach Þingvellir (Pingvellir, Thingvellir) – ca. 50 Kilometer sind es. In Reykjavik fahren wir entlang der 49 aus der Stadt hinaus. Ein Stückchen Ringstraße, dann biegen wir ab auf die 36. Nach einer knappen Stunde haben wir unser Ziel erreicht.

Island Þingvellir
Eine Übersicht über den Vesammlungsort, der mitten in der Grabenbruchzone liegt.

Island Þingvellir – da wären wir

Ausgesprochen wird der Name übrigens: Thinkwetlir (wie das engl. th). Und bedeuten tut er so viel wie: Ebene der Volksversammlung. Wir steigen aus dem Landy und gehen hinüber zur Aussichtsterrasse.  Ein guter Platz, um ein Stückchen in die gewaltige Spalte hineinzusehen, die sich durch den Nationalpark zieht.

Island Þingvellir
Die Spalte ist  tief

Das erste Parlament

Es muss ein beschwerlicher Weg gewesen sein, aus den entlegensten Ecken der Insel. Um 930 begannen die Einheimischen an diesem Ort Recht zu sprechen, Streitereien zu schlichten und Gesetze zu erlassen. Zwei Wochen dauerte das Treffen = Althing  und fand bis 1798 jährlich um die Sommersonnenwende statt.  Dann wurde es kurz ruhig um diesen Ort.

Für die Isländer ist der Platz noch heute von großer Bedeutung. 1944 wurde hier die Demokratische Republik Island ausgerufen.

Island Þingvellir
Ein langer Marsch bis zum Versammlungsplatz

Island Þingvellir – die kleine Kirche am Versammlungsort

Während des Althing stand die Kirche den Besuchern für Gottesdienste zur Verfügung – wohl seit im Jahr 1.000 hier die Annahme des Christentums beschlossen wurde. Und manch einer mag hier vor seiner Verhandlung für eine milde Strafe gebetet haben.

Island Pingvellir
Die kleine Kirche von Thingvellir

Zwischen zwei Kontinenten

Auch geologisch gesehen ist der Nationalpark, der 2014 (Nominierung 2004) zum UNESCO Weltkulturerbe ausgerufen wurde, spannend. USA meets Europe. Hier treffen die eurasische und die nordamerikanische tektonische Platte aufeinander. Nein, richtig muss es heißen: driften sie auseinander. Denn jedes Jahr wächst Island um zwei Zentimeter. Die Bruchzone verläuft hier in Nord-Süd-Richtung und ist schon fünf Kilometer breit. Umgeben ist die Ebene von vier aktiven Vulkanen.

Island Þingvellir
Wieder einmal bin ich beeindruckt von der Gewalt der Natur

Hier kannst Du nicht nur klasse wandern, sondern auch tauchen. Über 100 Meter Sicht im kristallklaren Wasser der Silfra-Spalte locken Taucher aus aller Welt an. Bis 22 Meter geht es hinunter, bei einer Wassertemperatur von 2-4°C. Brrrrr, nix für mich. Ich halte mich lieber an die HotPots.

Island Þingvellir
Es dampft aus vielen Rissen – ein bisschen gespenstisch sieht es schon

Am Þingvallavatn

Inzwischen sind wir wieder in den Landy gestiegen und fahren durch die riesige Ebene, entlang des Sees – Þingvallavatn. Alle paar Meter führt eine kleine Stichstraße hinunter an den See. Ich möchte zum See. Heeeeerlich. Die laue Luft, die Sonne, der idyllische See.

Island Thingvellir
Das Wollgras spiegelt sich im glasklaren Wasser des Sees
Island Thingvellir
Mein Blick streift über den See
Island Pingvellir
Angler nutzen das schöne Wetter

Unser urgewaltiger Planet

Island Þingvellir – wir nehmen Abschied. Ich fühle mich wie verzaubert und hänge meinen Gedanken noch nach, als wir längst, über die 36, weiter auf der Ringstraße über den Teer rollen. Unfassbar, naturgewaltig, urgewaltig…

Nach 100 Kilometern erreichen wir das Lava Centre. Es stehen kaum Autos auf dem Parkplatz. Der Landy hat nun wieder Pause. Wir gelangen in eine riesige Halle. Geöffnet ist täglich von 9:00 – 19:00 Uhr, außer 24/25/31.12 und Neujahr. 3.200 ISK (ca. 24€) kostet der Besuch der Ausstellung und der Vorführung pro Person. Als Erstes sehen wir uns die Filmvorführung an. Bei youTube habe ich einen kurzen Ausschnitt darüber gefunden.

Dann gehen wir hinüber zur Ausstellung. Eine Schiebetür öffnet sich. Wir betreten einen langen schummrigen Gang. Lautes Krachen und Rumpeln ist zu hören. An der Wand werden wir in „lavarot“ über die Vulkanausbrüche auf Island aufgeklärt. Ich erinnere mich an die grandiose Landschaft am Vulkan Askja.

Island Lava Centre
Der Beginn der Ausstellung
Island Pingvellir
Die Vulkane auf Island

In einem weiteren Raum befindet sich eine riesige drehbare Erde. Erklärt wird die Entstehung Islands. Ich muss an den tiefen Spalt im Þingvellir Nationalpark vorhin denken.

Island Lava Centre
Die geologische Spaltung Islands

In einem weiteren Gang befinden sich Platten auf dem Fußboden. Ich stelle mich hinauf  – es schüttelt mich. Hier werden verschiedene Erdbebenstärken demonstriert.

Island Þingvellir
So entsteht eine Caldera
lava Centre
In diesem Raum werden verschiedene Lavasteinarten gezeigt
Island Þingvellir
Ein dicker Lavastrom verbindet Island mit dem Erdkern

Und am Schluss stehen wir in einem weiteren interaktiven Raum.

Island Þingvellir
Im letzten Raum der Ausstellung geht es spielerisch zur Sache
Island Þingvellir
Tag und Nacht, Sommer und Winter wechseln sich ab, bei der Demonstration der Vulkanausbrüche

Puhhhhhhh, mein Festplatt ist für heute voll. Aufnahmekapazität erreicht. Ich tingele noch durch den Museumsladen und dann geht unsere Reise weiter. Wir benötigen einen Schlafplatz.

Lava Centre
Mützenprobe

Ein Platz für die Nacht

Die Räder rollen weiter auf der 1 Richtung Osten. Wir erreichen Vik  – Campside Vik. Nein danke, ohne mich. Wie auf dem Platz in Reykjavik, schon wieder so ein Menschenauftrieb. Nicht mein Ding. Nach dem schönen Tag heute, ist meine Laune plötzlich im Keller. Ich bin genervt. Hier will ich nicht bleiben. Ich fahre weiter. Robert stöbert mit seinem Handy im Netz. „Ca. 20 Kilometer weiter im Inland ist der Nächste“, sagt er mir dann. „Nehmen wir“, ich gebe Gas.

Nach ein paar Kilometern biegen wir links ab auf den Kerlingardalsvegur. Und dann? Dann sind wir geplättet. Halten hier und dort. Das ist Island, wie ich es mag. Unglaubliche Landschaft.  Und unserer Lieblingscampingplatz für diese Reise steht fest: Pakgil. Nun, weiterer Buchstaben bedarf es für heute nicht. Sieh selbst…Island ÞingvellirMit dem Landy allein auf weiter Flur – wundervoll.

Island Þingvellir
Kurz verziehen sich die Wolken und geben die Sicht auf den riesigen Gletscher frei
Island Þingvellir
Es sind doch noch ein paar andere unterwegs. Siehst Du die kleinen Autos?
Island Þingvellir
That’s Iceland 🙂 I love it.
Island Þingvellir
Pakgil ist eindeutig mein Lieblingsübernachtungsplatz auf Island
Island Þingvellir
Und weitere Landyfahrer sind auch hier.
Island Þingvellir
Ein schmaler Pfad führt hinauf in die Berge
Island Þingvellir
Eine besondere Campkitchen *****
Island Þingvellir
Gute Nacht aus Island

Island Þingvellir – ein Platz den Du besuchen würdest?

September 2018
Island Þingvellir – zwischen zwei Kontinenten

Beitragsnavigation


2 Gedanken zu „Island Þingvellir – zwischen zwei Kontinenten

  1. Das ist ja mal eine super Campkitchen. Pingvellir würde ich auf jeden Fall
    besuchen! Die Hallgrimskirkja würde ich mir auch gerne ansehen und auch ein Chor
    Konzert hören, mit der tollen Akustik.
    Vulkanausbrüche bitte nur aus der Ferne!.Alles interessant! LG

  2. Von den modernen Gebäuden in der Hauptstadt, der weißen Kirche und dem Opernhaus bin ich sehr beeindruckt. Ein starker Kontrast zu der endlos wirkenden Hügel-und Berglandschaft. Eure Höhlen-Campkitchen ist märchenhaft! Schade, dass eure interessante Reise bald zu Ende ist. Aber dafür kann ich mich auf deine weiteren Abenteuer freuen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere