Islands Westen

Nach unserer Nacht am Hagavatn und unserer morgendlichen Tour zum Gletscher geht in Richtung der Westfjorde von Island. Erreichen werden wir heute den südlichsten Zipfel.  Aber wo genau beginnen eigentlich die Westfjorde? Heute dreht sich der Beitrag um den Weg in die Westfjorde.

Island Westfjorde

Die Räder rollen südlich entlang der F335 bis zur 35. Nördlich des Gullfosses biegen wir ab. Hier beginnt die F338. Durch schwarze Lavafelder, an einer Stromstrasse entlang, schlängelt sich die Schotterpiste westwärst.

Islands Westen
Das Wetter zeigt was es kann. Hast Du den kleinen Regenbogen entdeckt?
Islands Westen
Und schwupps, ist alles wieder grau. Lavafelder entlang der Piste F338

Plötzlich, hinter der nächsten Wegbiegung, leuchtet uns die Landschaft quietsch grün entgegen. Lupinen über Lupinen, so weit das Auge reicht. Ein paar präsentieren noch ihre wundervoll bläulich-lila strahlenden Blüten, aber an der Mehrheit der Pflanzen hängen bereits schwarze Schoten. Ich überlege: Hummel, Bienen? Nein, die habe ich bisher nicht gesehen. Aber hier summt es munter.

Lupinen dominieren das Landschaftsbild
Die Hummel kämpft auf der Motorhaube um ihr Leben – eine Lupine wäre ihr bestimmt lieber 😉
Islands Westen
Zwei Flüsse sind auf der F338 zu durchqueren

Der Regen hat aufgehört,  die Sonne kommt durch, Zeit für eine Pause. Wir halten in einer kleinen Ausbuchtung am Pistenrand. Ich bereite Stullen mit Salat, Käse, Wurst und Tomaten zu – Mittagessen.

Mittagspause – Sabine und Stefan schauen auf die Berge von heute Morgen, die jetzt schon wieder weeeeeit weg sind
F338 dann weiter auf der 550 – das ist unsere Richtung
Sabine und Stefan entscheiden sich, die F337 weiter zu fahren und so trennen sich unsere Weg an dieser Kreuzung. Ciao ihr zwei, war schön mit euch – wir sehen uns auf der Fähre
Die Landschaft ändert sich wieder, aus grün wird grau

F338 – eine abwechslungreiche Strecke

Nachdem das Nürnberger Paar abgebogen ist, folgen wir der F338 bis zum Ende – Islands Westen kommt näher. Insgesamt ist die Piste etwa 70km lang. Die Landschaft ist abwechslungsreich. Mit ein paar Fotostopps, kannst Du mit zwei bis zweieinhalb Stunden Fahrzeit rechnen. Zwei Flüsse sind zu durchqueren. Jetzt im September sind sie nicht tief. Die Schlaglöcher halten sich auf der gesamten Strecke in Grenzen. Für eine F-Straße ist die Piste recht moderat.

Die Hochlandstraße „Kaldidalur“ (= kaltes Tal)

Wir biegen ab auf die 550. Schotterpiste. Gib Gas Schatz! Juchhe, wir fliegen über die Wellblechpiste. Zumindes am Anfang.

Islands Westen
Juchhe – drück drauf Schatz

Die 40km lange Straße ist mit 727m über dem Meeresspiegel, eine der höchsten Staßen auf Island. Zwar ist es keine F-Piste, aber die Straßenverhätnisse sind für einen normalen PKW nicht durchgehend geeignet. Ich habe gelesen, dass Aurovermietungen die Passage verbieten. Umso verwunderlicher, dass wir auch hier wieder etliche PKWs antreffen.

Aktuelle Informationen zu Straßenverhätnissen/Wetter/Reisewarnungen/Auto fahren auf Island, bekommst Du hier:

Tipp für Deine Reiseplanung

Fast alle Hochlandstraßen werden FRÜHSTENS Mitte Juni geöffnet und werden im September, je nach Witterungsverhälnissen geschlossen. Das solltest Du bedenken, wenn Du diese Pisten Richtung Westfjorde fahren möchtest.

Mal wieder: REGEN – Respekt vor dem Radler
…über dem Gletscher und den schneebedeckten Bergen scheint die Sonne
Tiefe Täler durchziehen die Landschaft. Wie aus dem nichts erscheint der Regenbogen neben uns.
Islands Westen
Der Berg Ok steckt in den Wolken, seine volle Pracht bekommen wir nicht zu sehen.

Im Gewirr kleiner Straßen

Die 550 haben wir hinter uns. Der Weg zur Ringroad scheint nicht mehr weit, Islands Westen rückt näher.

Übersichtskarte am Wegesrand – wir befinden uns gerade an dem Dreieck 550/518/523

Von der 523 geht es auf die 522 und dann wollen wir den gestrichelten Weg hinüber zu 528 fahren. Pustekuchen, gesperrt.

…hätte ja klappen können…

Alles zurück… und wo wir dann landen ist uns nicht so ganz klar, die Straße hat keine Nummer und führt geradewegs wieder in die Berge.

…das gibt neue Patina für den Landy
Ist das schon Islands Westen?
Die Bergstraße ist schlecht, große Schlaglöcher und dicke Felsen
Dreckig, aber noch haben alle 4 Reifen gut durchgehalten
Island Westfjorde
Hmmmm, da frage ich mich woher die schwarzen Fingernägel täglich kommen ;-)?

Westfjorde ereicht

Schließlichh landen wir auf der Ringstraße und kommen schneller voran. Hier eine kleine Übersichtskarte, die ich mit unseren Routendaten aus dem Garmin-Routenplaner und Base Camp erstellt habe. Die Island-Karte habe ich mir bei OpenStreetMap heruntergeladen.

Islands Westen
Island Westfjorde: Der rote Kringel markiert sie.

Die grauen Striche zeigen unseren Weg. Heute war es die Strecke von ein nach zwei – 270km.

Good night Iceland

Wir erreichen unseren Übernachtungsplatz für heute und treffen Marc und Nicole mit ihrem Sohn zum dritten Mal. Sie sind mit einem 6×6 Toyota unterwegs. Sie wohnen im Schwarzwald. Als wir wegen des Sturmes in den Süden geflüchtet sind, haben sie im Hochland übernachtet. „Es hat wirklich heftig gestürmt“, berichtet Nicole. Ihr war gar nicht wohl im Wagen in der Nacht. Ich frage nach dem finnische Motorrad fahren. „Er hat in der Hütte geschlafen, sein Motorrad hat der Sturm umgefegt“, erzählt Marc.

Links der Wagen von Nicole und Marc. Marc erzählt, das schon sein Vater mit dem Wagen durch Island getourt ist. Hinten auf dem Heck lese ich, dass der Toyota ein neues zu Hause sucht.

Eigentlich wollten wir noch in den HotPot, der neben dem weißen Gebäude liegt. Aber das haben viele andere Reisende auch gedacht. So gehen wir hinein in die warme Campkitchen, essen und lassen die Gedanken schweifen, bis die Schwarzwälder sich zu uns an den Tisch setzen. Wir quatschen bis in die Nacht.

Good Morning Iceland

Ich bin früh wach. Die Sonne scheint auf meiner Seite gegen das Hubdach. Schnell bin ich aus dem Schlafsack, vielleicht ist ja der HotPot jetzt noch nicht bevölkert.

Juppi, er ist es nicht. Ich genieße bei 40°C den Blick über den Fjord und beobachte die kleinen Wassertropfen, die langsam über die Blätter rollen.

Island Westfjorde
Morgendliches Bad im HotPot
Island Westfjorde
Die Tautropfen der Nacht…

Dann gibt es Frühstück. Anschließend tauschen wir Adressen mit Nicole und Marc und weiter geht unsere Reise, hinauf in die Westfjorde. Ich bin gespannt, was der neue Tag bringt, der Motor brummt die Räder rollen, mein Fahrtag. Ich bin gespannt auf Wasserfälle, Polarfüchse, den westlichsten Punkt Europas-freue mich auf Latrabjark….. ob wir das heute schon alles sehen? Das erfährst Du im nächsten Blogbeitrag. Island Westfjorde….

Island Westforde – der Weg ist das Ziel

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6 Gedanken zu „Island Westforde – der Weg ist das Ziel

  1. Moin Kerstin

    <<>>
    war das dein Ernst? oder ist das nur ne Freud’sche Fehlleistung, sollten wohl Polarfüchse sein 🙂
    Oder seid ihr da möglicherweise einem Touristen-Gerücht aufgesessen?
    Polarbären gibts hier nur ausgestopft.

      1. dafür bin ich aber in ein kleines grosses Fettnäpfchen getreten; Asche auf mein Haupt—Kerstin / Kirsten, grummel…. 🙁
        Mein „Kerstin-en-Club“ hatte da zugeschlagen, ich kenne drei, und die sind auch noch miteinander befreundet 😉

        T’schuldigung

        Werner

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