Islands schwarzer Sandstrand

Ein schwarzer Sandstrand mit zwei Trollen und einem Schiff. Das ist Islands gefährlichster und bekanntester Strand – Black Sand Beach. Hier donnern die Wellen des Atlantiks urgewaltig an die Küste, plötzlich, meterhoch. Aber hier tummeln sich auch viele Touristen, oft respektlos. Wir starten in Thakgil = Þakgil.

Start am Lieblings-Campground in Thakgil

Über Nacht hat es zu regnen begonnen, leise auf das Hubdach getröpfelt. Ich liebe das Geräusch der Tropfen, wenn ich im Schlafsack im Landys liege. Trocken und warm.

Am Morgen liebe ich es überhaupt nicht, das Regentropfengeräusch. Glücklicherweise klart es auf und wir können draußen frühstücken. Bevor wir starten, wandere ich am Fluss entlang, eine Felsenspalte hinauf.

Islands schwarzer Sandstrand
Am nächsten Morgen in Thakgil wandere ich am Fluss entlang
Islands schwarzer Sandstrand
Ein Blick zurück in den Talkessel
Islands schwarzer Sandstrand
Unglaubliche Farben
Thakgil Camping
Bizarre Felsformationen
Thakgil Camping
Ein weiterer Blick zurück. Hinten ist unser Landy zu sehen.
Thakgil Camping
Weiter oben rauscht ein kleiner Wasserfall die Felsen hinunter

Vom Landy aus habe ich die Wanderer immer nur verschwinden sehen, aber wohin? Nun weiß ich es. Kannst Du die winzigen Personen sehen? Der Weg führt die Felsspalte steil hinauf, in das grünbemooste Lavamassiv.

Thakgil Camping
Der Weg führt steil hinauf
Thakgil Camping
…was für ein toller Übernachtungsplatz

Und nun heißt es abbauen, Abschied nehmen und weiter. 20 Minuten später sitzen wir im Landy, der Motor schnurrt.

Fahrt zum Black Sand Beach

Islands Schwarzer Sandstrand
Heute ging es hin und her

Der Strand befindet sich bei Vík í Mýrdal. F214 – wir fahren zurück wie wir gekommen sind. Durch imposante Steinschluchten, entlang grüner Hügel, bizarrer Felsformationen. Mit Blick auf den Gletscher, trägt uns der Landy zurück auf die Ringstraße.

Islands schwarzer Sandstrand
Der Myrdasjökull blickt durch die Wolken
Islands schwarzer Sandstrand
Eine sagenhafte Landschaft

Wir fahren nach Vik hinein, parken und gehen an den Strand. Dort befindet sich der Gedenkstein „Island Fischerei“, der an die Deutschen Hochseefischer erinnert, die ums Leben kamen. Zugleich ist er ein Dank, an die Isländer die Schiffbrüchige unter schwersten Bedingungen retten.
Allerdings kommst Du von diesem Strand nicht weiter an die großen Felsen heran. Wieder folgen wir der Ringstraße, bis zum Abzweig auf die 215. Dann ist es nicht mehr weit bis zum Parkplatz des schwarzen Sandstrandes.

Islands schwarzer Sandstrand
…unterwegs…
Islands schwarzer Sandstrand
Die Sicht auf die Felsen von Vik aus

Ankunft am Black Sand Beach

Och nö, ist das voll. Aber, das war ja zu erwarten. Wir stellen uns hinten an.

Islands schwarzer Sandstrand
upppps, Massenauftrieb

Was sind Sneaker Waves?

Auf dem Parkplatz und am Strand stehen, unübersehbar, riesige Warntafeln: „sneaker waves – danger zone“. Die Wellen werden auch als „schleichende Gefahr“ aus dem Meer bezeichnet. Es ist eine zufällige Welle, die unerwartet kommt, ganz plötzlich. Sie ist höher als die vorherigen Wellen, überflutet den Strand und reißt alles mit sich. Zack, weg bist Du…. Wie und warum diese Wellen entstehen ist bisher ungeklärt. Der Volksmund sagt es sei: „Jede siebte Welle“. Das habe ich allerdings nicht so beobachtet.

Islands schwarzer Sandstrand
Was erwartet uns?

Dieser Strand hat schon einige Todesopfer gefordert – Touristen. Zu dicht an der Wasserkante für das ultimative Foto gepost, kann es ganz schnell gehen.  Ich habe das Gefühl, dass bei einigen Personen der gesunde Menschverstand einfach aussetzt.

Wir gehen hinunter Richtung Strand. Als Erstes erblicken wir ein gewaltiges graues Felsmassiv. In den Basalttreppen hängen, sitzen, stehen, posen Touristen. Ja, ich weiß, ich bin selbst eine Touristin. Aber wenn ich das sehe, distanziere ich mich. Ich werde wütend angesichts der Ignoranz gegenüber der Natur oder soll ich mich gar „fremdschämen“, da ich auch an diesem phantastischen Ort sein darf?

Islands schwarzer Sandstrand
Menschen klettern in den Felsen herum – muss erst alles abgesperrt werden?
Islands schwarzer Sandstrand
Wunder der Natur
Islands schwarzer Sandstrand
Noch einmal schwarz/weiß gesehen – es lässt sie wahrlich streiten, ob das ein respektvoller Umgang mit der Natur ist

Die Sage vom Black Sand Beach

Über 60 Meter hohe Felssäulen ragen nahe der Küste aus dem tobenden Atlantik – die Reynisdrangar-Formationen. Aber woher kommen die gewaltigen Basaltsäulen? Eines Nachts wollten zwei Trolle einen Dreimaster an Land ziehen. Sie mühten sich ab und bemerkten nicht, dass die Morgendämmerung eingesetzt hatte. Und als das Tageslicht sie traf, wurden sie zu Stein und mit ihnen der Dreimaster. Seit dem haben sie kalte Füße, stehen frierend im Wasser. Noch heute sollst Du ihr Gejammer und Wehklagen hören – sagen die Isländer.

Islands schwarzer Sandstrand
Unvernunft!

Hier turnt ein unvernünftiger Mensch auf den Felsen im Meer herum, spielt mit seinem Leben. Wie ein Miniaturmännchen sieht der Kletterer aus, vor den gewaltig tosenden Wellen des Atlantiks.

Ich will ja kein Moralapostel sein, aber noch einmal: Es ist kein Witz! Halte Dich aus der Brandungszone fern! 2017 wurde eine vierköpfige Familie von einer Welle mitgerissen. Die Mutter überlebte es nicht. 2016 wurde ein älterer Herr erfasst. Auch für ihn endete der Urlaub an diesem schönen Strand – mit dem Tod.

Islands schwarzer Sandstrand
Ohne Worte.

Rückweg entlang der Felsen

Black Sand Beach
Rückweg

Black Sand Beach – Der schwarze Strand, der böige Wind, die steilen Klippen, scheinen auch für die sonst so gewandten Flieger gefährlich zu sein. Tote Möwen liegen auf den Felsen.

Islands schwarzer Sandstrand
Eine tote Möwe…
…und noch eine…

…und eine sitzt direkt vor mit, sieht mich mit glasigen Augen an, der Kopf wippt immer wieder hinunter, als wollte sie sagen: „Da, bitte, nimm den Stein, mach meinem Leiden ein Ende“. Aber das kann ich nicht, gehe bedrückt davon. Unter einem Haufen schwarzer Steine gucken weitere Federn heraus.

Bizarre Gegensätze am „Schönsten Tag“

Ich wende meinen Blick zum Meer. Am Strand läuft ein asiatisches Paar im Hochzeitslook durch den eisigen Wind, entlang des schwarzen Basalts, gefolgt von einem Kamerateam und einem Fotografen. Sie geben eine Menge Geld aus, um ein spektakuläres Hochzeitsfoto zu bekommen. Das scheint so Sitte zu seine. Ich sehe so ein Spektakel nicht zum ersten Mal. Aber hier fällt es mir besonders negativ auf.

Islands schwarzer Sandstrand
Wer das spektakulärste Hochzeitsbild hat, steigt in der Achtung.

Die Höhle im Reynisfjall

Wir spazieren weiter entlang der Felsen des Berges Reynisfjall. Es beginnt wieder zu regnen. Am Rand des Berges hängen die Basaltsäulen in der Luft, berühren den Boden nicht mehr. So formen sie eine natürliche Höhle. Wir gehen hinein. Kleine Steine sind zu Haufen aufgestapelt. Einige größere Steine liegen im Kreis, wie ein Stuhlkreis, als hätte hier ein Kaffeeklatsch stattgefunden.

Ob hier Höhlenmenschen gehaust haben? Ob hier Schafe Zuflucht suchen? Die Höhle bietet Schutz gegen das ständig wechselnde Wetter, die Urgewalten  an diesem Strand.

Islands schwarzer Sandstrand
In dieser Höhle haben schon Mensch und Tier Schutz gefunden
Black Sand Beach
Die Basalthöhle vom Black Sand Beach

Schwarzer Sandstrand Islands: Filmkulisse

Wir machen uns auf den Weg zum Landy. Kapuze auf, es pustet inzwischen ganz ordentlich. Ich drehe mich noch einmal um. Eine gewaltige Kulisse. Kein Wunder, dass auch Hollywoodfilme und Serien hier gedreht wurden/werden.

Game oh Thrones – hier sind die Männer der Ostwache stationiert. Die biblische Geschichte von Noah passt an diesen dramatisch schönen Ort. Auch die Regisseure von Star Trek – Into the Darkness haben die gewaltige Kulisse genutzt.

Islands schwarzer Sandstrand
Zurück zum Landy, es  regnet

Ich muss all diese gegensätzlichen Eindrücke erst einmal verdauen. Im Landy zücke ich mein Notizbuch und beginne zu schreiben, während Robert den Landy zur nächsten Attraktion steuert…

Island Black Sand Beach – dramatische Schönheit

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