Geschichte des Roadhouses

Sandfire Roadhouse

..und das ist grün, yes, ein Baum!
Ich sehe was was du nicht siehst und das ist rot, yes der australische Sand.
100 km weiter:
Ich sehe was was du nicht siehst und das ist grün, genau noch ein Baum.
Ich sehe was was du nicht siehst und das ist rot, noch mehr Sand.
100 km weiter:
Ich sehe was was du nicht siehst und das ist grün, na ein Baum, nein, ein Busch! Keine Bäume mehr.
100 km weiter.
Große Aufregung, nichts grünes und nichts rotes, nur noch beige und grau, endlose Steppe und dazu noch grauer Himmel.

Sandfire
Ein Stopp lohnt sich

Pause am Roadhouse

Eine willkommene Abwechslung, wir halten an. Meine Blase schreit nach Entleerung. Das Sandfire Roadhouse liegt an der westlichen Ecke der Great Sandy Dessert. Es mutet an, wie ein kleines „Museum“.

Tanksäule Sandfire Roadhouse
Wie ein kleines Museum

Die Tankstelle wurde mehrmals zerstört. Alte Zapfsäulen und Zeitungsartikel sind in einer kleinen Ecke aufgebaut und erzählen von der Geschichte. 2007 wurde die Station durch einen Brand zerstört, 2009 durch einen Cyclon.  2010 und 2011 kamen alle mit dem Schrecken davon, der Cyclon verschonte das Roadhouse.

Museum im Roadhouse
Zeitungsauschnitte erzählen die Geschichte des Roadhouses

Weiter geht die Fahrt. Inzwischen sind wir insgesamt über 3000 km gefahren. Am nächsten Roadhouse, 150 km weiter, tanken wir. Hier endet auch die 80 Miles Beach, die uns die ganze Zeit rechtsseitig begleitet hat. Gesehen haben wir vom Meer nur hohe weiße Sanddünen. Zu weit weg war das Meer, um mal eben hinzufahren.

Port Hedland

Wir kommen an unserem heutigen Ziel nach 600 km an, der Arbeiterstadt Pt. Hedland.
Den Nationalpark erreichen wir heute nicht mehr, da haben wir uns gestern Abend gewaltig verguckt, 600 m Luftlinie, aber 1100 Straßenkilometer.
Die Stadt ist nicht schön. Hier wird Eisenerz abgebaut und Salz produziert. Riesige Roadtrains donnern an uns vorbei. Der Hafen ist weltweit einer der größten Umschlagplätze für Güter. Dementsprechend viele Minenarbeiter, Hafenarbeiter und auch lungernde Aborigines gibt es hier. Es ist ein trauriges Bild in den Parks, vor den Supermärkten und Getränkehändlern, viel Security Personal und viele Sozialarbeiter sind unterwegs.

Wer keine Schuhe an hat, denn das haben sie fast nie, und nicht englisch spricht oder keinen Autoschlüssel nachweisen kann, bleibt draußen, darf den Laden nicht betreten. Wir haben Wein gekauft. Vor uns waren Aborigines, die wirklich, Entschuldigung, erbärmlich gestunken haben, verschämt nach unten geguckt haben und den teuren Jim Beam aus dem Laden getragen haben. Mich macht das betroffen und ich fühle mich wie in Darwin, beim ersten Anblick dieser armen Menschen, unwohl!
Man muss den Ort Port Hedland nicht wirklich gesehen haben.

Discovery Park Port Hedland

Auf dem  Discovery Park Port Hedland angekommen, gehen wir erst einmal zum Strand hinunter, das beruhigt.

Port Hedland
Verlassen ist der leicht sumpfige Strand

Der indische Ozean hat sich verzogen, Ebbe, das Wasser läuft noch immer ab. Der Strand ist menschenleer, es hat sich ein wenig bezogen.

Muschel
Nur angucken, nicht mitnehmen, schade

Wunderhübsche Schnecken und Muscheln, auch Austern und Schwämme, gestrandete Bäume etc. finden wir.

Muschel
Bei Ebbe gibt es viel zu entdecken

Strand

Baum am Strand

Gerne würde ich eine Muschel in die Tasche stecken, aber bei der Einreise haben wir unterschrieben, dass, was wir in der Natur sehen, auch in Australien bleibt, selbst der kleinste Stein.

Dünen
Wer mah den riesigen Hummer verspeist haben?

Nach unserer Erkundungstour am Strand, geht es zurück zum Campground.
Auch dieser Platz ist, wie die Stadt ein wenig „heruntergekommen“. Alles ist veraltet und würde sehr hübsch aussehen mit einem neuen Anstrich. Die Campingküche ist dreckig und in der Toilette hängen Warnschilder vor nächtlichen Einbrüchen und gesichteten Schlangen.

Zu allem Übel ist ausgerechnet heute unser Campinggas alle. Ich bleibe an unserem Zuhause und Robert muss sich mit den widrigen Gegebenheiten rumschlagen. Allerdings haben wir eine tolle Sicht auf den Sonnenuntergang und den nächtlich beleuchteten Hafen.

Sunset
Ein weiterer Tag geht zu Ende

Dort wo die Sonne untergegangen ist, zieht sich jetzt ein breites Band von Lichtern am Horizont entlang. Wir haben wirklich eine tolle Aussicht.

Hafen
Die Lichter im Hafen leuchten herüber

Trotzdem bin ich jetzt schon froh, wenn es morgen wieder in die Einöde geht, da sind mir eventuelle Spinnen doch lieber…

Plan für den nächsten Tag

Morgen wollen wir dann wirklich in den Karinji Nationalpark. Robert hat beim Kochen ein deutsches Pärchen getroffen, die von dort kommen. Sie haben von überfüllten Campingplätzen gesprochen. Wir können uns das zwar nicht vorstellen, aber so stand es auch im Reiseführer, denn ab heute sind Frühlingsferien und die Familien sind unterwegs. Das haben wir gestern am Pool zum ersten Mal mitbekommen, viele Kinder.

….mal sehen, was der Tag morgen so bringt.

Ich sehe was, was du nicht siehst….

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4 Gedanken zu „Ich sehe was, was du nicht siehst….

  1. Was mich brennend interessiert: Hattet ihr so eine Art Überlebenspaket dabei in den Gebieten, wo ab und zu ein Waldbrand wütet? Gibt es überhaupt eine Chance, wenn man mitten hinein geraten ist? Deinen kurzen Bericht über Waldbrand hatte ich schon vor längerem gelesen, nun aber aus den Augen verloren. Weil du Schlangen erwähnst, erinnere ich mich wieder an meine Fragen. Australien soll ja auch für seine giftige Tierwelt (Schlangen, Spinnen etc.) bekannt sein. Eigentlich braucht man doch außerhalb der Zivilisation für jedes nur denkbare Gift ein spezielles Serum, nur für den Fall der Fälle. . .wie war das bei euch?

    1. Hallo Gisa,
      Wir hatten unsere 1. Hilfe Paket immer dabei, auf jeder Wanderungen. Hier noch einmal der Link zu dem Thema Waldbrand: Bericht über den Waldbrand. Dort findest Du auch ein factsheet von der Feuerwehr: „Are you bushfire ready?“
      In meinem Beitrag über Tiere in Australien in der Rubrick Planung & Tipps findest Du Hinweise und Verhaltensregeln zu Spinnen und Schlangen. Die Australier mit denen wir uns unterhalten haben, respektieren ihre Natur und verhalten sich entsprechend. Wenn Du irgendwo in Australien Hinweisschilder zu „lauernden Gefahren“ siehst, solltest Du sie schon ernst nehmen. Übertriebene Angst ist jedoch unbegründet, aber eine gesunde Vorsicht notwendig.
      Ich hoffe ich konnte Dir weiter helfen. Sind noch Fragen offen geblieben? Dann schreib mir 🙂
      Einen schönen Abend und VG Kirsten

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