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Ich stelle Dir zwischen meinen Reiseberichten heute die Initiative „Autoren helfen“ vor. Damit möchte ich an die Menschen erinnern, die nicht freiwillig reisen. Die vielen Flüchtlinge – sie haben sich auf die Reise begeben, vor Krieg, Terror, Armut oder Gewalt in der Heimat. Viele haben alles verloren. Doch in Europa geht das Elend weiter. Sie brauchen dringend Hilfe…

Flüchtlinge: Mustafa

Es ist schon 2 Jahre her: Nach einer Treibjagd sitze ich auf einer Holzbank im Wald und lasse mir die deftige Erbsensuppe schmecken. Eine Ecke weiter prasselt ein Lagerfeuer, über dem ein Dreibein steht, an dem ein Emailletopf mit Punsch hängt.

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Ich trage meinen leeren Teller zurück auf den Tisch und hole mir einen Becher für den Punsch. Am Lagerfeuer steht Mustafa, der mit traurigem Blick und hängenden Schultern in die Flammen starrt. Er ist traurig, weil ihn die Situation an die Heimat erinnert – Afghanistan. Er erzählt, wie er mit seinem Vater und Großvater am Feuer saß. Er darf nie wieder zurück, er musste flüchten. Aber, er macht sich gerade, streckt seine Schulter nach hinten und sagt: „Meine Kinder sollen es einmal besser haben als wir“. Er ist anerkannter Flüchtling. Er ist hier mit Frau und Kindern, spricht schon gut Deutsch und ist auf der Suche nach einem Job. Glück im Unglück.  Mustafa ist dankbar für all die Hilfe, die er bekommen hat.

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Flüchtlinge auf Lesbos

Aber nicht allen ergeht es, wie Mustafa. In einem Fernsehbeitrag über das „Lager Moria“ auf Lesbos, wird  über das Elend der Flüchtlinge auf der griechischen Urlaubsinsel berichtet. „Wir haben hier keine Toiletten, wir können nur selten duschen, wir waschen uns im Meer“, sagt der 18 jährige Osama, der aus dem Irak geflüchtet ist, in diesem Beitrag. Er will einfach nur weg aus Moria.

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Das Lager ist für ca. 2500 Personen ausgerichtet und mit 5000 Flüchtlingen längst überfüllt. Zwischen ihnen steht eine Syrerin mit einem Kleinkind auf dem Arm. Sie weint. 2 ihrer Kinder hat sie durch Bombenanschläge verloren. Sie bangt um ihr letztes Kind. Es ist schwer krank, benötigt ärztliche Hilfe. Es ist Winter, die Zelte sind unbeheizt. Dicker Stacheldraht umgibt das „Gefängnis“. Vor dem Lager stehen und sitzen weitere Flüchtlinge in Zelten oder auf dem kalten Beton und blicken hinein…

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Autoren helfen

Und hier kommt „Autoren helfen“ ins „Spiel“. Die deutschsprachige Initiative aus deutschen, österreichischen und schweizerischen Autoren unterstützt humanitäre und soziale Anliegen durch Spenden. Dazu hatten sie die Aktion „Verschenke eine Wohnzimmerlesung“ ins Leben gerufen. Du spendest einen Beitrag, ab 100 € für eine Lesung eines Autors. Der/die AutorIn kommt zu Dir nach Hause und liest aus eigenen Büchern vor. Die Spende geht in diesem Fall über „Autoren helfen“, an den Verein DocMobile – Medical Help! e.V., der eben diese Flüchtlinge auf Lesbos unterstützt. Mit dem DocMobile kümmern sich die freiwilligen Helfer um die medizinische Grundversorgung der Flüchtlinge. Ausgestattet mit Medikamenten und einer mobilen Arztpraxis kommen sie dorthin, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird.​

Diese Aktion von „Autoren helfen“ hat mich begeistert und so habe ich meiner Mutter eine Lesung geschenkt, zu der sie noch Freunde einladen konnte.

Wohnzimmerlesung

Aus dem Pool der teilnehmenden Autoren habe ich Lena Johannson heraus gefischt. Sie schreibt historische Romane, Krimis, aber auch leichte Lektüre zum Schmunzeln.

Am Freitag war es nun soweit. Pünktlich erschienen Autorin und Gäste bei uns im Wohnzimmer. Lena Johannson hat aus 3 Büchern vorgelesen. In den Lesepausen waren auch die Flüchtlinge wieder Thema. Natürlich wurden auch Fragen zum Autorendasein gestellt. Wann wird geschrieben? Wie lange und wie viel? Sie erzählte, dass sie immer Zettel und Stift dabei habe, um Gedanken sofort notieren zu können. Wir erfahren, dass weder das Buchcover, noch der Titel von der Autorin ausgesucht werden dürfen.

Wer möchte, konnte ein handsigniertes Buch kaufen. Und natürlich hatte ich ein kleines Schwein aufgestellt, damit noch ein paar weitere Scheinchen für die Flüchtlinge auf Lesbos zusammen kommen. Das Geld werde ich jetzt an „Autoren helfen“ überweisen und hoffen, dass unser Tropfen auf den heißen Stein, mit vielen anderen Tropfen dazu beitragen wird, die Situation der Flüchtlinge auf Lesbos zu verbessern.

Februar 2018
Zwischenruf – Flüchtlinge in Not – Autoren helfen

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4 Gedanken zu „Zwischenruf – Flüchtlinge in Not – Autoren helfen

  1. Ein guter Bericht, der hoffentlich dazu beiträgt, dass
    noch mehr Geld für die Flüchtlinge zusammenkommt.
    Ich hoffe auch, dass es ein Echo auf diese und ähnliche
    Aktionen geben wird.

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