Ein traditioneller Abend

Die Mayas auf Yucatan in Mexico

Wenn ich überlege, wo ich auf jeden Fall noch einmal hin möchte, dann ist es das Land der Mayas. Damals war es meine erste Fernreise, die bis heute bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Die Kultur der Mayas konzentriert sich um die Halbinsel Yucatan. Dort bauten sie um 600 nach Christus riesige Städte. Jedoch werden den Mayas schon Funde zugeordnet die aus der Zeit weit weit vor Christus stammen.

Ankunft

Ich sehe mir gerne meine schon leicht vergilbten Bilder von der damaligen Reise an.  Wie Du siehst, leider war die Bildqualität damals noch nicht wie heute. Bitte entschuldige die Bildqualität. Wir sind von Amsterdam direkt nach Cancun geflogen. Schon die Landung war abenteuerlich! Die dicke Maschine wackelte über den Urwald, das satte Grün der Bäume zum Anfassen nahe.

Im Flughafen herrscht ein unglaubliches Durcheinander. Hektik! Die Luft ist drücken. Die Einreise ein Chaos. Endlich! Wir sitzen im Bus, der uns zu unserem Hotel bringt.

Playa del Carmen
Karibikfeeling an dem Playa del Carmen

Das Hotel liegt direkt an dem weißen feinkörniger Sandstrand, Playa del Carmen. 2 Tage können wir es uns hier gut gehen lassen, bevor unsere Rundreise beginnt.

Chichen Itza

Das erste Ziel der Rundreise ist Chichen Itza.  Wir sind angekommen in der klassischen Zeit der Mayas. Als Paris und London noch Dörfer waren, müssen hier schon mehrere 10.000 Menschen gewohnt haben. Die Kukulcan-Pyramide ist wohl die Bekannteste in Mexiko. 30m ist sie hoch. Die 91 Stufen scheinen kein Ende zu nehmen, als wir hinauf steigen. Der Blick hinunter und zum Horizont, gibt mir ein unglaubliches Glücksgefühl. Gänsehautfeeling! Das Unesco-Welterbe ist eine der größten Touristen-Attraktionen der Mayas. Zweimal im Jahr erscheint auf den Stufen der Treppe der Schatten einer Schlange. Es sieht aus, als krieche sie hinunter.

Mays Ausgrabung
Ein Blick von oben über die Anlage

Kukulcan, das außerirdische Wesen. Wie die Gestalt einer gefiederten Schlange, so stellten sich die Mayas ihren Gott der Auferstehung, Reinkarnation vor. Und sollte die Welt wirklich einmal untergehen, kehrt dann laut Maya-Legende Kukulcan während des Weltuntergangs auf die Erde zurück.

Natürlich gibt es auf diesem Gelände nicht nur diese eine Pyramide zu besichtigen. Schwitzbad, Palast der 1000 Säulen, Kriegertempel, Venusplattform, Hohenpristergrab und diverse Ballspielplätze kannst Du hier noch besichtigen.

Der  Ballspielplatz

Der Platz erstreckt sich über 168 x 38 m und ist von 8m hohen Wänden umgeben. Relativ weit oben an den Mauern hängen steinerne Zielringe. Reliefs an den Wänden zeigen, wie sich Mannschaften gegenüber stehen. Ein Kautschukball muss durch die Ringe befördert werden. Den Boden darf er nicht berühren. Es war mehr ein Kampf, als ein Spiel, denn dem Verlierer drohte der Tod. Der Kapitän wurde den Göttern geopfert. Allerdings war es bei den Mayas eine Ehre den Göttern geopfert zu werden. Sie sahen den Tod nicht als Ende.

Eine Sisalfabrik

Weiter geht unsere Reise. Wir halten in einem verschlafenen Dorf. Hier befindet sich eine alte Sisalfabrik. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Die Maschinen sehen aus, als wenn sie von Anno Dazumal stammen. Die Wände sind renovierungsbedürftig. Lange, von der Decke hängende, Lampen spenden Licht.

Sisal aus Agavenblättern
Hier werden die aus Agaven gewonnenen Fäden gewaschen

Aber alles funktioniert noch. Hier werden die Agavenblätter von den riesigen Feldern, die wir im Vorbeifahren gesehen haben, angeliefert und verarbeitet. Das Endprodukt, der Sisalfaden, klebt noch heute zwischen den Bildern in meinem Fotoalbum.

Merida

Wir erreichen die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan. Sie gilt touristisch als das Tor zur Welt der Mayas. Die haben wir hier jedoch kaum gesehen, nur auf dem Markt. In weißen Kleidern mit bunten Schürzen bieten sie landwirtschaftliche Produkte an. Wir entdecken die riesige Kathedrale San Idelfonso. Sie soll auf den Resten eines zerstörten Mayatempels stehen. Hunderte Maya-Arbeiter haben sie aus  den Steinen des zuvor zerstörten Tempels errichtet.

Die größte Stadt der Halbinsel kam zu Zeiten des Sisalbooms zu großem Reichtum. Es ist heiß. Wir setzen uns auf dem Zocalo oder Plaza Grande in den Schatten und beobachten von unserer Parkbank  das Treiben.

Lagune Celestun

Wir gelangen in das 90 km entferne Fischer-Örtchen Chelestun. Von hier geht es mit Booten weiter in die gleichnamige Lagune. Das Naturschutzgebiet ist nicht nur für Vogelliebhaber eine Oase. Ich für meinen Teil kann mich an den tausenden grazilen Flamingos gar nicht satt sehen. Jedoch auch die Fahrt durch die Mangrovenwälder ist beeindruckend.

Yucatan
Unwegsames Gelände

Uxmal

Laute Vogelschreie oder sind es Affen wecken mich? Ein neuer Tag bricht an. Wir haben in einem Hotel mitten im Urwald übernachtet. Von unserem Balkon aus, bietet sich ein sagenhafter Blick auf den erwachenden Urwald. Nebelschwaden steigen auf und geben den Blick auf die Ausgrabungsstätten von Uxmal frei.

Natürlich möchte ich hinauf. Ich bin gespannt auf den Blick von oben. Die Pyramide des Zauberers ist 45 m hoch. Sie scheint wesentlich steiler als Chichen Itza. Auch die Stufen sind noch schmaler. Der Legende nach, soll sie von einem Zwerg an einem Tag erbaut worden sein. Der Ausblick ist atemberaubend. Der Urwald scheint schier unendlich. Ich habe teils auch einen guten Überblick über die weiteren Anlagen. Das Nonnenviereck, wieder ein Ballspielplatz, der Gouverneurspalast, das Schildkrötenhaus, diverse Tempel. Wahre Meister der Mathematik sind die Mayas gewesen, um das zu konstruieren zu können.

Maya Ausgrabungen
Der Blick die Stufen hinunter ist schwindelerregend

Und, ein alter Torbogen. Es soll der Torbogen der Wünsche sein. Ob unser Reiseleiter uns einen Bären aufgebunden hat, oder ob es stimmt, das weiß ich nicht. Jedenfalls gehe ich andächtig hindurch, in der Hoffung das mein Wunsch in Erfüllung geht. Heute weiß ich den Wunsch nicht mehr, aber in meinem Fotobuch steht unter dem Bild: Ist in Erfüllung gegangen. Also, wenn Du dort bist, unbedingt hindurch gehen ;-).

Maya-Romantik

Alles, so wie auch dieser Bogen scheint so friedfertig und romantisch gewesen zu sein. Ein Volk, das für die Kunst lebt. Ein Volk, das Sterne beobachtet, vermutlich schon damals ein Observatorium besaß. Ein Volk, das nach einem Kalender mit 365 Tagen lebte. Ein Volk, das friedlich seine Äcker bewirtschaftete. Ein Volk, das bunt geschmückt, Tänze aufführt. Eben eine friedliche Zivilisation. Doch es scheint nur so!

Nach der Entschlüsselung der Mayazeichen und der Untersuchung etlicher Funde zeigt sich ein ganz anderes Bild. Nicht friedlebend! Grausam! Der Kalender war ein Ritualkalender. Sie führten ständig Kriege untereinander. Menschenopfer waren an der Tagesordnung. Feinden wurden die Köpfe abgeschlagen. Gefangene wurden gefoltert und geopfert. Sie fügten sich selbst Schmerzen zu. Aderlass, um Blut aufzufangen für Rituale, waren keine Seltenheit. Eine Gänsehaut läuft mir über den Rücken, als ich lese, dass die Opfer enthäutet werden und der Priester sich diese neue Haut überstreift. Oder Kinder lebendig in tiefen Schächten geopfert werden!

Labna

Der Name bedeutet „altes Haus“. Er wurde allerdings erst bei der Wiederentdeckung vergeben. Der ursprüngliche Name ist unbekannt. Hier sind kaum Touristen.

Auf einer ebenen Fläche befindet sich ein riesiger Palast. Auf den Mauern sonnen sich Echsen verschiedener Größen. Die Sonne brennt unerbittlich vom wolkenlosen Himmel. Der Palast erstreckt sich über eine Breite von 110 m und soll sagenhafte 67 Räume umfassen. Wie mögen die Mensche darin gewohnt haben? Eine lange gepflasterte Straße führt zu einem Tempel. Verlassen ist die Straße. Ich stelle mir die Menschen vor, die hier lang gegangen sind. Noch vor dem Jahr 1000 ist ein Großteil verschwunden. Die Städte verlassen. Warum? Warum ist diese Kultur so plötzlich untergegangen?

Ein Mayahaus

Wir gelangen in ein Dorf. Wie immer, wenn der Bus hält sind schnell bettelnde Mayakinder zur Stelle. Wir werden immer wieder angehalten ihnen nichts zu geben.

Maya
Hier wohnt eine Mehrgenerationen Familie der Mayas

Heute steht die Besichtigung eines Mayahauses auf dem Programm. Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht, wie das vonstatten gehen soll. Ich bin entsetzt. Im Gänsemarsch traben wir durch die kleine Hütte. Sie ist recht erbärmlich eingerichtet. Diese Besichtigung ist mir peinlich. Die Bewohner tun mir leid. Ich mache ein Bild in der Küche und gehe wieder hinaus. Unser Reiseleiter meint, wir würden damit helfen, schließlich bekämen die Leute Geld dafür. Das würde ich lieber so geben, ohne Besichtigung! Aber wie leben denn die Mayas heute?

Maya Familie
Hier wird für die ganze Familie gekocht

Mayas heute

Die Kultur ist größtenteils untergegangen. Schon lange. Aber mit den Eroberern aus Spanien wurden die Mayas dann unterworfen. Einzigartige Relikte aus der Maya-Zeit wurden endgültig vernichtet. Heute heißt es nicht mehr Mayas sondern „Indigenes Volk“. Verschwunden sind die hervorragenden Architekten und Baumeister. Ca. 6 Millionen Maya-Nachfahren leben noch. Viele auf Yucatan, in Honduras, Belize oder Guatemala. Die Meisten von ihnen leben noch immer von der Landwirtschaft. Die Religion ist oft eine Mischung aus Maya-Religion und Christentum sowie alten Maya-Traditionen. Jedoch, traditionelle Kleidung, Opfergaben wie Hühner und Kerzen, werden weniger. Fortschritt und Technik haben Einzug gehalten und viele Mayas leben vom Tourismus.

Ein Folklore-Abend

Heute Abend wird uns traditionelles Erdhuhn, in Bananenblätter gegart, serviert. Wie immer gibt es dazu viel pikantes Gemüse. Tequila wird gereicht. Dann erklingt mexikanische Musik. Eine Tanzgruppe in typischer Maya-Bekleidung zeigt uns alte Folkloretänze. Wir werden aufgefordert mit zu tanzen. Die Stimmung ist ausgelassen.

Maya
Heute steht die Tradition im Vordergrund

Zu späterer Stunden, inzwischen sitzen wir bei den Einheimischen, bekommen wir dann Mezcal, mit Wurm (!) vorgesetzt. Irgendwie haben wir auch unser Bett gefunden.

Coba

Es klopf an der Hoteltür, besser es hämmert. Uff! Mein Kopf! Wir steigen in den Bus und entschuldigen uns. Alle mussten auf uns warten! Der Bus hat einen ziemlichen Wellengang. Ich bin froh als ich aussteigen kann. Wir haben eine der größten Mayastätten erreicht. Es ist die Rede von 120 m², die nur teils erschlossen sind. Ich schleppe mich durch die schwüle Hitze. Böser Kater!

Als ich jedoch die Pyramide El Castillo entdecke erwachen meine Lebensgeister langsam. Natürlich möchte ich wieder hinauf! Ein letztes Mal den Blick über den Dschungel genießen. Unsere Rundreise nähert sich dem Ende. Achtung! Zwar war das nicht die steilste Pyramide, wohl aber die unwegsamste. Die Stufen sind nicht vollständig restauriert. Jedoch, es lohnt sich. Urwald und Seen umgeben die Pyramide. Die wenigen Menschen am Boden sind ameisengleich. Ich betrete oben den Altarraum der Pyramide. Vermutlich haben die Priester den steinernen Altar für ihre Blutopfer an die Götter verwendet. Ich bin froh, als ich nach einem Stolperer heile wieder unten stehe.

Maya Ausgrabung
Konzentration beim Abstieg

Hier ist der Regenwald ziemlich dicht, schmale Pfade führen hindurch. Plötzlich stehst Du vor der nächsten Ausgrabung. Dicke Wurzeln wuchern in halb ausgegrabene Ruinen. Faszinierend!

Tulum

Wir sind an unserer letzten Station der Rundreise angekommen. Ich finde, an der malerischsten Stätte. Tulum liegt direkt am Karibikstrand. Türkisblaues Wasser und feinster Sandstrand! Ist das das Paradies? Tulum bedeutet übrigens Festung der Morgenröte. Das Gelände ist im Gegensatz zu anderen Maya-Städten recht klein. Auch ist Tulum von einer Abwehrmauer umgeben. Die Paläste und Tempel sind recht gut erhalten.

Maya Ausgrabung
Hier haben sich die Mayas ein kleines Paradis erschaffen

Ein wenig wehmütig verlassen wir die Ausgrabungsstätte. Und warum nun ist die Hochkultur plötzlich verschwunden? Leider, ist das Rätsel bis heute ungelöst. Raubbau an der Natur? Eine außergewöhnliche Dürreperiode? …oder doch Krieg? Die Inschriften der Mayas geben uns keine Antwort.

Cancun

Zurück im Hotel wollen wir erst einmal entspannen. Ein Tag am Karibikstrand unter Palmen ist dazu ausgezeichnet geeignet.

Dann geht es auf zu neuen Abenteuern. Wir fahren mit dem Linienbus nach Cancun. Kulturschock! Nach den ruhigen, naturnahen Tagen empfinde ich Cancun als laut und lästig. Am weißen Sandstrand reihen sich Hotels aller Kategorien und Größen aneinander. Bars und Kneipen laden zum Feiern ein.  Geschäfte, Boutiquen und Souvenirläden freuen sich auf ein zahlungskräftiges Publikum. Zur Spring Break ist der Ort bei jugendlichen Amerikanern sehr beliebt.

ich Cancun ist was los
Partyort Cancun

Bepackt mit Tüten, setzen wir uns am Abend wieder in den Bus. Morgen haben wir noch einen letzten Strandtag. Leider! Dann geht es wieder gen Heimat.

Um Dir jetzt an dieser Stelle Reisetipps zu geben, ist meine Reise zu lange her.

Ich habe ein wenig gesucht und bin auf diese Seite gestoßen: „viel-unterwegs“ Zwar ist die Info auf diesem Reiseblog auch nicht direkt von heute, aber bietet dennoch hilfreiche Tipps für eine Reise zu den Mayas.

Zu Besuch bei den Mayas

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