Roadtrip

Der Blick hinaus über die Foxwing, lässt den gestrigen Regen und Streit banal erscheinen. Morgens mit der Natur zu erwachen, ohne Hektik und Stress das Land zu erleben, den Moment zu genießen? Ist es nicht das, wofür wir unterwegs sind?  Was gibt es Schöneres, als den Tag bei den verschiedensten Rottönen des Sonnenaufganges direkt mit einem Bad im kristallklaren Meer zu beginnen?

Campen
Sonnenaufgang, eine herrliche Sicht aus dem Dachzelt

Ziel Chalkidiki

Anschließend frühstücken wir in aller Ruhe, gucken noch einmal auf die Karte. Ziel soll heute Chalkidiki sein – Strände ohne Ende, Berge und wundervolle Natur, frischer Fisch auf dem Tisch.
Dann kommt Jonathan hinzu. Gestern haben wir das irische Pärchen, Jonathan & Caroline, kennengelernt. Er hat Fragen zu unserm Reisemobil. „Wie handelt ihr das mit der Verdunklung?“, möchte er wissen.

Aus dem Nähkästchen des Reisemobils

Verdunklung

Robert hat einen Hamburger Hersteller ausfindig gemacht, der die Stoffteile passend für die Scheiben des Landys in Hamburg fertigt. Rundherum sind Magneten eingenäht. So muss weder der Rahmen für eine Befestigung angebohrt werden, noch stören nervige, leicht ausreißende Saugnäpfe. Die Magnetverdunklungen sind ebenso schnell angebracht, wie auch wieder entfernt. Wir sagen: absolut empfehlenswert.

Elektrik

„Wo ladet Ihr Eure Geräte auf?“, fragt er weiter. Auch dafür hat Robert sich etwas Passendes ausgedacht: vorne gibt es eine Lademöglichkeit für 2 USB Kabel. Im hinteren Bereich haben wir eine „Ladebox“ mit verschiedensten Anschlüssen. Hinter einer der Klappen des Ausbaus besteht die Möglichkeit ein Gerät über einen „Zigarettenanzünderstecker“ aufzuladen. Durch unsere PV-Anlage sind wir autark, wenn die Sonne sich blicken läßt.

Stromanschluß
Hier gibt es reichlich Möglichkeiten alle Geräte aufzuladen

Foxwing

Nun kommt Caroline hinzu. Sie findet die Foxwing genial und fragt nach dem Aufbau. Die Markise wird mit einem Reisverschluss geöffnet und dann um ein Gelenk herum aufgeklappt. Dann wird sie  durch 4 höhenverstellbare Stangen gespannt – fertig. Natürlich kannst Du die Foxwing auch noch mit Seilen abspannen, wenn es windig wird. Alles, einfach und schnell.

Fowwing
Der Reißverschluß ist schon geöffnet
Foxwing
…nun nur noch ausklappen

Standheizung

„Bestimmt habt ihr eine Standheizung“, mutmaßt Jonathan. „Stört sie beim Schlafen?“ Ja, die haben wir. Bisher haben wir sie nur zum Trocknen benutzt, wenn es nach dem längeren Regen doch feucht wurde. Ja, sie gibt ein leises „klack-klack-klack“-Geräusch von sich. Ob es stört? Das werden wir vermutlich im nächsten Jahr bei unserm Island-Urlaub in Erfahrung bringen.

Natürlich besichtigen wir nun auch noch das Flitterwochenmobil der 2 Iren, den kanllroten T4 Synchro. Auch ein schöner Wagen, aber einmal mehr stellen wir fest: Wir lieben unser Reisemobil und da kommt nichts gegen an. Und hier gibts noch mehr zum Landyausbau.

Nun aber los…

Nun heißt es für uns zusammenpacken, denn es liegen bis nach Chalkidiki über 300 km vor uns. Während Robert noch die letzten Kleinigkeiten verstaut, gehe ich hinüber zur Rezeption, um zu bezahlen.

Langsam geht mir die griechische Sprache wieder lockerer von den Lippen. Zum Abschied soll ich noch mit in den kleinen, schon geschlossenen Laden kommen und mir als Andenken einen Magneten aussuchen. Efcharisto – prima, ein weiteres Souvenir für unseren Kühlschrank.

Motivmagneten
Den ersten haben wir als Glücksbringer von meinen Eltern bekommen – Lieblingsplatz

Xanthi

Von hier bis nach Xanthi sind es 25 min. Wir haben uns einen Parkplatz in Xanthi ausgesucht. Wir wollen nicht wieder mit dem Reisemobil durch die Stadt irren. Das Navi führt uns auf kürzestem Wege dorthin. Vorbei an dem Uhrenturm im Zentrum, landen wir in der Altstadt, die wir eigentlich zu Fuß erkunden wollten. Ob wir hier überhaupt fahren dürfen, die Straßen sind  schmal, rechts herum, links herum –  Sackgasse, schon wieder.

Xanthi

Ein krummes Mütterchen winkt uns zu und ruft: „Ekie tha pate“, was so viel heißt wie: dort entlang. Wir sind froh, als wir den Altstadtkern ohne Beulen wieder verlassen haben und finden auch den Parkplatz. Nein, zurück in die Altstadt möchten wir nicht mehr, das hat uns schon wieder gereicht. Eine Ecke weiter befindet sich der Wegweiser zu einem Castel. Dorthin müssten wir laufen – wollen wir auch nicht. Und wieder eine Ecke weiter befindet sich ein weiterer Parkplatz. Hier hast Du eine tolle Fernsicht hinweg über Xanthi. Allerdings stören wir, beschlagene Autoscheiben hier und ein peinlich gerötetes Gesicht dort – unsere Räder rollen weiter.

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Nein, zur Stadtbesichtigung haben wir keine Lust mehr

Baumwolle & griechischer Wein

Nun führt uns der Weg über die Landstraße durch das Inland, entlang riesiger Baumwollfelder. Die Pflanzen sind kaum 30 cm hoch. Stoppppp. Ich möchte halten, wissen wie sich die Blüten anfühlen. Ich ziehe ein kleines weißes Knäul ab. Im Nu vergrößert es sich auf Tischtennisballgröße. Es fühlt sich weich an, wie ein Wattebausch. Ich ertaste Kerne, 9 Stück. Das kleine Griechenland ist in Europa der größte Baumwolllieferant und belegt damit in der Welt Platz 9.

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Die Baumwollpflanzen habe ich mir viel größer vorgestellt

Gestern Abend haben wir Wein aus der Region getrunken – Mandras. Die Trauben wachsen hier auf besondere Weise, nämlich unter dem dichten Blätterdach, Pflanze an Pflanze. Der Campingplatzbesitzer hat mir auf Griechisch erklärt, dass die Weinlese besonders anstrengend ist. Jetzt verstehe wieso. Auf den Knien unter den Weinstöcken hindurch zu rutschen und die Trauben zu pflücken, ist nichts für große Menschen. Weiter geht’s, leider hat es sich schon wieder zugezogen.

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Wolken über den Bergen, Sonne über dem Meer

Kavala

Wir sind wieder am Meer. Zur linken die Insel Thassos und vor uns die Stadt Kavala. Die Bewohner der Insel haben die Stadt im 7. Jahrhundert vor Chr. gegründet. Ich bin beeindruckt von dem riesigen Aquädukt, das quer durch die Stadt führt.

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Mein Staunen wird durch wildes Hupen neben uns beendet. Ich soll die Scheibe herunter drehen, wir fahren dichter zusammen. Ein Aufkleber wird uns überreicht, bewundernde Worte vom Fahrer nebenan und schwups sind wir auch schon wieder auseinander.

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Wir sollen dem griechischen Offroad Club beitreten? Ganz verstanden haben ich es nicht. Wir unterqueren den Aquädukt, fahren durch den Hafen und sind auch wieder hinaus aus dem Gewusel von Kavala.

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Abseits der Straße

Orange Feuerdornsträucher säumen die Straße, schmale Wege führen hinab ans Meer. Zeit für einen kleinen Abstecher. Wir biegen ab, die Straße mündet in eine Sand-/Steinpiste. Entlang des Strandes, durch Olivenhaine, vorbei an Ruinen, Weinstöcken holpert das Reisemobil und schüttelt uns Kräftig durch. Schließlich endet der Weg an einem Strand.

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Der Löwe von Amphipolis

Zurück auf der Straße, überqueren wir den Fluss Strymonas über eine schmale Brücke. Ein seltsames Gebilde steht einsam an der Straßenkreuzung, der Löwe von Amphipolis.

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Auf der Brücke noch Sonenschein, beginnt es  3 Sekunden später wie aus Kübeln zu schütten, so steigen wir nicht aus. Der Löwe ist ein Unikum und gehört zur antiken Stadt Amphipolis, deren Ausgrabungen hier in der Nähe sind.

Chalkidiki

Wir nähern uns unserem heutigen Ziel, der Spitze von Sinthonia.

Das ist der zweite „Fuß“ der Halbinsel Chalkidiki, die in der Region Mazedonien liegt. Von weitem haben wir die Bergkette mit dem mächtigen Berg Athos immer wieder aus dem Wasser ragen sehen. Sie gehört zum dritten „Fuß“, der autonomen Mönchsrepublik Athos. Für Frauen ist der Zutritt strengstens verboten, aber auch als Mann darfst Du dort nicht einfach hinüber spazieren, sondern musst vorher einen Antrag stellen.

Octapus, Calamaris & Co auf Chalkidiki

Endlich am Ziel. Hier fast an der Spitze der Halbinsel ist es stürmisch. Vorne am Wasser ist an den Aufbau der Foxwing leider nicht zu denken, den untergrund ist ziemlich steinig. Wir ziehen uns zurück unter die schützenden Bäume. Die Sonne steht schon tief , der kleine Hunger meldet sich.

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…..und nun? Bekomme ich hier endlich Mezes und Ouzo? Das habe ich vermisst. Am Meer zu sitzen, die kleinen Vorspeisen zu essen und einen Ouzo dazu zu trinken. Ja, es gibt sie und damit bin ich glücklich.

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Auf nach Chalkidiki

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4 Gedanken zu „Auf nach Chalkidiki

  1. Nun habe ich auch Hunger auf griechische Vorspeisen bekommen!!
    Hier sind sie wohl nicht ganz so gut wie auf Chalkidiki.
    Die Bilder sind klasse, überhaupt das mit den Weintrauben.

  2. Wir überlegen gerade, ob wir (Gisa u. Uli) in diesem Spätsommer für 1 bis 2 Wochen nach Griechenland reisen. (Ende Aug-Anf Sep)?Gibt es in Chalkidiki außer schönen Sandstränden auch Sehenswürdigkeiten in der Nähe? Deinen Ratschlägen vertraue ich mehr als den Hochglanzprospekten! Noch sind wir für so einiges offen, auch Korfu oder Kreta. . .

    1. Zeit ist schön, nicht mehr zu heiß Anfang September und nicht so viele Touristen. Auto notwendig, finde ich. Athos: Bootsrundfahrt rund herum. Petralona: Tropfsteinhöhlen. Kleine Ausgrabungen. Stadtbesichtigung Thessaloniki, 1 – 2h Fahrt, jenachdem wo Du bist auf Chalkidiki. Weiterfahrt zum Olypmph Gebirge und nach Meteora (Saloniki – Meteora 2 h). Über Igoumenitsa mit der Fähre zurück. Ruf einfach mal an, solltet ihr das planen…

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