Roadtrip

Roadtrip: Dein Abenteuer auf vier Rädern durch den Balkan kann beginnen.
Aber ein wenig Planung gehört dazu. Hier gibt es  Tipps für Dich: Routenplanung, Reisezeit, Papiere für die Grenze, Mautgebühren, Wildcamping, Großstadtparkplätze, Straßenverhältnisse. Wir waren mit dem Defender110 unterwegs – für uns gibt es keine coolere Art zu reisen. Das Motorengeräusch, die Nächte im Dachzelt, kochen unter den Sternen, Freiheit genießen – I love it.

Tipps für Deinen Roadtrip

Du planst einen Roadtrip durch den Balkan? Du möchtest die wilde Puszta sehen, durch die Karpaten fahren, die kleinen Dörfer in Transsilvanien besuchen, in der Adria schwimmen, die Klöster von Meteora besichtigen, die sagenhaften Farben des Blue-Eye in Albanien bestaunen

Ein wenig Planung gehört dazu, bevor Du startest. Meine 7 Tipps für Dich:

Roadtrip
4200 Meilen haben wir und vorgenommen, bald ist es soweit

Tipp 1: Plane Deine Route grob und lasse Dir Freiraum für spontane Änderungen

Wir haben uns für eine große Runde entschieden, um einen Überblick über die Länder des Balkans zu bekommen. 4 Wochen knapp 4200 Meilen.

Was möchtest Du? Welche Länder interessieren Dich? Plane Deine Route grob. Bedenke, dass Du in einigen Ländern des Balkans aufgrund der Straßenverhältnisse vielleicht nur langsam vorankommst.

Transit Tag
Baustelle in Montenegro

Lade die Reiseroute auf Dein Navi. Wir nutzen: OpenStreetMap. Besorge Dir die entsprechenden Straßenkarten. Wir haben gute Erfahrungen mit den Karten  von „freytag  berndt“.


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Auch die App MAPS.ME ist empfehlenswert für den Offline-Gebrauch.

Hilfreich in der Vorbereitung waren die Länderinformationen des ADAC.

Du interessierst Dich besonders für Albanien? da kann ich Dir den Offroad-Guide von Martina Kasper & Günther Holzmann empfehlen. 22 ausgearbeitete Touren durch Albanien.


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Wir haben während der Reise viele Tipps von Einheimischen oder Reisenden erhalten und unsere Route immer wieder angepasst. Räume Dir Zeit für spontane Abstecher ein.

Roadtrip
Spontaner Abstecher hinunter an die See, so hoffen wir

Umwege sind prima. So siehst Du mehr. Du lernst Einheimische kennen. Du findest lost-places. Einfach einmal im Nirgendwo picknicken. Spontan auf den kleinen Sandweg abbiegen – im Notfall gibt es ja einen Rückwärtsgang.

Tipp 2: Ermittele Deine Reisezeit

Wir mögen keinen Massentourismus – das Wetter soll stimmen – wir möchten im Meer baden – ein bisschen Abenteuer lieben wir auch –  die  Abende möchten im Freien genießen.

Was ist Dir wichtig? Der Duft des Frühlings oder laue Spätsommernächte? Warmes Meer? Tolle Pisten? Natur pur? Halligalli oder Ruhe?

Unsere Reise begann am 11. September 2017 und endete am 7. Oktober 2017. Für unser Empfinden 2 Wochen zu spät, für diese Tour.


Warum? Einige Beispiele: Die kleinen Dörfer in Transsilvanien mit traditionellem Handwerk waren wie ausgestorben. Es gab nur sehr wenige Verkaufsstände mit örtlichen Produkten. Es gab schöne Ecken in Bulgarien, aber wir standen vor verschlossenen oder nicht gesäuberten Campingplätzen. In Griechenland, Chalkidiki wurde es schon recht kühl. In Kroatien waren einige Restaurants bereits geschlossen. Jedoch nicht in Dubrovnik, dort ist es wohl zu jeder Jahreszeit überlaufen.

Empfehlen würden wir als Reisezeit: Ende April/Mai oder Ende August/September

Tipp 3: Informiere Dich kurz vor der Reise über die Straßenverhältnisse

Wir sind mit einem Land Rover Defender110 TD4 unterwegs. Aber muss es ein Offroad-Fahrzeug sein? Es geht doch auch ein Camper, möchtest Du wissen? Klar, geht das.

Ich sage: „Es kommt darauf an, was Du möchtest.“ Ich gebe zu bedenken, dass Du die Schönheit der Natur verpasst, wenn Du nur den geteerten Straßen folgst. Die Tipps der Einheimischen haben wir erhalten, weil sie unser Fahrzeug gesehen haben. Für einen PKW/Camper hätten sie die Strecken keinesfalls empfohlen.

Roadtrip
Eine verlassene Straße durch die Karpaten

Quer durch das Olymp-Gebirge zu fahren wäre mit einem PKW nicht möglich, Albanien bietet viele Stecken für Offraod-Fahrzeuge (siehe Offroad-Guide). Auch durch die Karpaten sind wir einem Tipp gefolgt.

Roadtrip
Unterwegs durch das Olymp Gebirge

Ansonsten waren die Straßenverhältnisse unterschiedlicher, wie sie nicht sein könnten. Frisch geteert – von der EU finanziert, Schlaglochstrecken, löchriger Asphalt, Schotterpisten, nicht gesicherte Baustellen, einzigartige Sandwege durch kaum touristisch erschlossene Gegenden. Tagesaktuelle Informationen bekommst du von Reisenden oder auf Übernachtungsplätzen.

Wenn Du Dich besonders für Rumänien interssierts solltest du unbedingt einen Blick in den Explorer werfen. Geballte Informationen über Straßen, Reisezeiten, Sehenswürdigkeiten – uns hat es bei der Planung sehr geholfen.

Tipp 4: Informiere Dich über benötigte Papier für die Grenzquerung, wie ist der aktuelle Stand?

Eigentlich wird im grenzfreien Schengen-Raum kein Personalausweis/Reisepass benötigt. Momentan ist das anders. Ich erinnere nur die deutsch-österreichische Grenze, an der wir durchgewinkt wurden.

Bulgarien, Kroatien und Rumänien gehören nicht dem Schengen-Raum an. Dort wird immer genau kontrolliert. Das bedeutet: Ausweise, EU-Führerscheine, Autopapiere, teilweise grüne Versicherungskarte.

Die grüne Versicherungskarte benötigst Du zwingend für die Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, und Montenegro. In Kroatien wurden wir danach gefragt, obwohl wir gelesen hatten, dass sie nicht benötigt wird.

Transit Tag
Auch das kann passieren: Grenzübergang geschlossen, hier heißt es wenden

Benutze kleine Grenzübergänge, dort gibt es keine langen Warteschlangen und die Zöllner sind entspannt. Unser Reisemobil wurde selten kontrolliert. An den Grenzen des Schengen-Raumes mussten wir die Heckklappe öffnen und manchmal zeigen was wir in den Fächern mit uns führen.

Tipp 5: Wo Du Mautgebühren zahlen muss

Wenn Du schnell reist, reist Du teuer. Wir haben die Autobahn/Schnellstraße fast nur für Hinreise bis Polen und Rückreise von Kroatien genutzt. Ansonsten waren wir auf die kleinsten Straßen/Pisten unterwegs.

  • Österreich: die Vignette9€ für zehn Tage – ist Pflicht und es gibt zusätzliche Mautgebühren an den großen Tunneln
  • Slowenien: Vignettenpflicht15 € für sieben Tage
  • Kroatien: Mautgebühren auf den Autobahnen – ungefähr 8€ pro 100km. Beim Verlassen zahlst Du in bar oder mit Kreditkarte. Von Juli – September gibt es saisonale Erhöhungen zwischen 10 – 50% , Stand Januar 2018. Das soll NICHT für Wohnwagen und Gespanne gelten. (So die Aussage der Sprecherin der Autobahngesellschaft Hrvatske autocestee)
  • Bosnien und Herzegowina: auf der A1 wir auf einem Teilstück Maut erhoben – je nach Fahrzeug und Strecke 5 -11€
  • Montenegro: Wir haben keine Gebühren gezahlt, grundsätzlich sind die Straßen frei befahrbar. Ausnahme: der 4,2 km lange Sozina-Tunnel – Kosten: 2,50€  – 10€
  • Albanien: Mautstraßen sind in Planung, bisher gibt es keine
  • Griechenland: Mautgebühren fallen auf Autobahnabschnitten an, das ändert sich mit dem Fortschreiten des Ausbaus der Autobahnen – Streckenabschnittskosten von 1,50€4€. Teuer wird es auf der Rio-Andirrio-Brücke, die auf den Peleponnes führtab 13,50€
  • Bulgarien: Auf Autobahnen und Nationalstraßen gilt Vignettenpflicht. Du erhältst sie am Grenzübergang, aber auch an Tankstellen – je nach Fahrzeug  8 – 45€ für sieben Tage
  • Rumänien: Für Nationalstraßen und Autobahnen gilt die e-Vignette. Du erhältst sie hier online – sieben Tage kosten 3€
  • Ungarn: Autobahnen, Schnellstraßen und bestimmte Landeshauptstraßen sind e-Vignetten pflichtig. Du kannst sie hier online erwerben. Die Vignette ist sofort gültigje nach Fahrzeug: zehn Tage 1150€
  • Slowakei: Seit 2016 gilt die elektronische Vignette für Autobahnen und Schnellstraßen. Du kannst sie online über: www.eznamka.sk, an Tankstellen oder an der Grenze am Automaten erwerbenzehn Tage 10€
  • Polen: A1, A2, A4 sind gebührenpflichtig. Du kannst bar oder mit Kreditkarte zahlen. Die Kosten sind vom Fahrzeug und der Streckenlänge abhängig. Über 3,5t, auch Anhängerkombinationen müssen über das via TOLL-System zahlen.

Tipp 6: Sorge rechtzeitig für einen Platz für die Nacht – wildcampen

Prinzipiell wird das Wildcamping in Slowenien, Montenegro und Albanien geduldet. Nur in die Nähe von staatlichen Gebäuden solltest Du nicht campieren, das wird teuer.

Roadtrip
Warten auf besseres Wetter – Zeit für einen Waschtag

Strenger dagegen ist es in Griechenland, Rumänien, Kroatien, Bulgarien und Polen. Hier ist es offiziell verboten. Aber überall gilt natürlich: Fragen kostet nichts.

Wir haben uns meist auf kleinen Campingplätzen aufgehalten, die uns unterwegs empfohlen wurden. Allerdings war „end of season“ und wir mussten nicht vorbuchen. In der Saison würde ich empfehlen: „Ruf an, frag voher nach“.

Tipp 7: Informiere Dich vorher über öffentliche Parkplätze in Großstädten

Ein nerviges Thema. Wo parke ich in der Großstadt? Wo kann ich mein Hab und Gut mit gutem Gewissen stehen lassen, wo ist es sicher? Einige Beispiele:

  • der Messeparkplatz in der Stadt Thessaloniki
  • der öffentliche Parkplatz in Hermannstadt fünf Minuten fußläufig zum historischen Stadtzentrum
  • Aquaris Camping zehn Minuten fußläufig zum alten Stadtkern von Schäßburg
  • Solitudo Camping in Dubrovnik: Zirka 25 min mit dem Bus bis zur Altstadt

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Art zu reisen, für uns Großstädte ausschließt.
Wenn wir uns eine größere Großstadt ansehen wollen, dann nicht auf einem Roadtrip. Wir nehmen uns dafür gesondert Zeit und setzen uns in den Flieger/Bahn, suchen uns dort eine Unterkunft.

Roadtrip
Olymp Gebirge

So, nun hoffe ich, dass die Tipps Dir bei Deiner Planung für Deinen Roadtrip geholfen haben und wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Reiseplanung. Wenn Du Fragen hast, melde Dich gerne.

Roadtrip: Unterwegs auf der Transalpina

Übrigens, in den meisten Blogbeiträgen der Balkanreise findest Du eine Streckenbeschreibung des Tagesabschnittes. Das sieht dann so aus:

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7 Tipps für Deinen Roadtrip

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2 Gedanken zu „7 Tipps für Deinen Roadtrip

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