Italien 2016

Neapel – Pompeji – Capri

Wir haben den ersten Flieger morgens um 6 direkt nach Neapel gebucht. Das heißt aufstehen, vor dem Aufstehen. Trotzdem wird schon munter durcheinander geplappert – schließlich ist das Ziel eine Überraschung.
Erwachsen sind sie geworden, die Schule ist vorbei, das Abi haben sie in der Tasche und sind doch gefühlt erst gestern in die Schule gekommen. Zur Belohnung für das tolle Abi haben die 2 Grazien einen Kurztrip geschenkt bekommen. Sie wollten sich überraschen lassen, es sollte etwas zu sehen geben, warm sein sollte es möglichst auch sein und gegen einen Strandbesuch wäre auch nichts ein zu wenden.

Na denn, wir haben hoffentlich das passende gefunden….

Ankunft in Neapel

Dieses Mal sind wir mit easyJet geflogen. 4x Handgepäck und 1 Koffer haben den Preis niedrig gehalten, 750,-€ für Hin- und Rückflug für 4 Personen. Wir starten pünktlich und landen um 8:25 in Neapel. Der Transfer zu unserer Unterkunft gestaltet sich ganz einfach. Der Alibus, außerhalb des Flughafens ist gut ausgeschildert, er kostet p.P. 4€. Der Bus bringt uns zur Stazione Central de Napoli am Piazza Garibaldi. So ist der Bahnhof nicht nur der größte in Neapel, sondern einer der wichtigsten in Italien. Von hier fahren auch viele Züge zu touristischen Ausflugszielen in der Umgebung. Die Metro-Linien 1 und 2 liegen direkt im Untergeschoß des Bahnhofs. Wir steigen in die Metro Linie 1 ein mit Ausstiegsziel Dante. Die Metro Linie 1 wird auch als „Metro dell’art“ bezeichnet, überall sind Kunstwerke zu sehen. Übrigens, jede Fahrt kostet 1€ p.P..

Zentrale Drehscheibe in Neapel ist der Bahnhof Garibaldi
In der Passage kannst Du shoppen gehen und im unteren Teil des Bahnhofs befindet sich die Metro. Allerdings waren wir so früh dort, dass die Geschäfte noch geschlossen hatten.

Unsere Unterkunft

Über einen der vielen Anbieter haben wir das B&B Come D’Incanto A Napoli gefunden. Die Unterkunft liegt mitten in der Altstadt in der  Via San Sebastiano 49, direkt am Piazza Bellini. Zur U Bahn am Piazza Dante sind es kaum 10min zu Fuß. Solltest Du in Neapel sein, kann ich Dir diese Unterkunft wirklich sehr empfehlen. Die klimatisierten Nichtraucherzimmer sind einfach, aber sauber und verfügen über einen Flachbild-TV. Der beschriebene freie WLan Empfang ist nicht in allen Zimmern gleich gut.
Alle Zimmer sind verschieden. In unserem war sogar eine kleine Küche mit Kühlschrank, einige haben einen kleinen Balkon. Zum Frühstück gibt es die leckern italienischen Cornetto, ob mit Marmelade, Pudding oder Schokolade gefüllt, oder einfach nur mit Puderzucker. Sie kommen jeden Morgen frisch vom Bäcker. Dazu natürlich einen frischen Espresso, Obst. Jogurt etc. Wer allerdings etwas Herzhaftes haben möchte, muss danach fragen.

Trotz der zentralen Lage in einem der beliebtesten Stadtteile Neapels, ist es hier sehr ruhig.
Am meisten begeistert hat uns die obere Terrasse mit einem senstaionellen Blick in Richtung Castel Sant’Elmo. Bestechend war der Sonnenuntergang hier oben und der abendliche Blick über das beleuchtete Neapel. Auch das ein oder andere Feuerwerk haben wir von hier oben bewundert.

Neapel Italien
Blick über Neapel von unserer Dachterasse

Stadtbummel in Neapel

Gegen Mittag bummeln wir dann los, die Via San Sebastiano hinunter. An der ersten Querstraße angelangt, sind wir auch schon auf der im Volksmund als „Spaccanapoli“ bezeichneten Straße.  Sie führt direkt durch das historische Zentrum, das centro storico und teilt die Altstadt in 2 Hälften. Hier kannst Du viel Zeit einplanen, hier schlägt das Herz von Neapel….es gibt viel zu sehen. Auch ein Abstecher in die Querstraße Via San Gregorio Armeno lohnt sich, denn hier sind die Krippenbauer ansässig. An einer Kirche finden wir ein Schild mit einem Hinweis auf eine unterirdische Tour durch Neapel, daran möchte ich teilnehmen!

Hafen in Neapel
Ein schöner Blick über den kleinen Hafen

Wir gehen nun hinunter Richtung Küste, wir wollen das Meer sehen, kommen vorbei an den Fähren, die von hier nach Ischia und Capri starten und genießen den Ausblick auf die fernen Inseln.

Neapel Capri ist nicht weit
Den Blick gen Capri gerichtet

Dann geht es die Treppen hoch, wieder Richtung Innenstadt, vorbei am Piazza Plebiscito, bis zur Via Toledo. Wir sind in der Haupeinkaufsstraße angekommen. Hier wird links geguckt und rechts geguckt, z.B.: in die Passage Galleria Umberto. Für die Mädels ein wahres Shoppingparadies.

Ein Blick in die Galleria Umberto von der Via Toledo aus.

Wir sind müde, schließlich saßen wir schon um 6 im Flugzeug. Ein leckeres Essen im Straßen-Ristorante, ein Glas Wein auf unserer Terrasse und wir verschwinden voller neuer Eindrücke im Bett.

Der anderen Seite von Neapel haben wir uns 3 Tage später, an unserem Abflugtag, angenommen. Leider war das Castell dell’Ovo, direkt am Meer gelegen,  am Sonntag geschlossen. Dafür haben wir den Spaziergang auf der Promenade, der Via Caracciolo genossen und uns den kleinen Yachthafen angesehen. Auch haben wir den Park Virgiliano besucht. Leider  hatten wir keine Zeit mehr bis zum äußersten Punkt, dem Cap Posillio zu gehen, um einen Blick um die Ecke zu genießen. Auch den Park Virgiliano konnten wir leider nicht mehr besuchen.

Pompeji

Am nächsten Morgen besteigen wir die Metro am Piazza Dante und es geht wieder gen Garibaldi. Die Fahrkarten für den Zug nach Pompeji erstehen wir am Automaten. Auch hier ist alles gut ausgeschildert. Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde. Der Zug ist gut klimatisiert und es ist Dank der frühen Stunde hier noch nicht voll.

Wir reihen uns in die lange Schlange der Wartenden ein, die die Ausgrabungsstätte besuchen möchten. Scavi die Pompeji, Eintritt 13,-€ p.P.. Wir bekommen an der Kasse einen deutschsprachigen 140-seitigen Führer für die Ausgrabungen. Das riesige Gebiet ist in einzelne Segmente mit römischen Ziffern I – VIII unterteilt, darin sind alle Häuser durchnummeriert. Zu Beginn war es noch recht leer und wir haben immer brav alles gelesen. Gegen Mittag wurde es dann ziemlich heiß und VOLL. Das Heft ist in die Tasche gewandert und es wurde nur noch zu speziellen Fragen nachgeschlagen.

Vesuv Pompeji
Im Hintergrund der Stadt sieht man den Vesuv mit seinem riesigen Krater

Beeindruckend, bewegend, berührend. Das unfassbare Unglück macht sprachlos. Die Menschen saßen damals in den Ecken, haben sich die Hände vor den Mund gehalten, sich unter Tischen versteckt, oder haben im Freien gestanden und zum Vesuv geschaut…und genauso sind sie verschüttet worden und genauso sehen wir sie dort.

Ein Mensch aus Gips. Der Hohlraum unter der Asche wurde ausgegossen.

Historisch

Plinus schrieb damals an seinen Freund Tacitus: “ Das Haus erbebte unter ständigen und lang andauernden Erschütterungen, fast als ob es aus seinen Fundamenten gerissen werden sollte. Man hat den Eindruck, dass es bald nach oben ginge und bald sich senkte. Ging man ins Freie, musste man den Lapilliregen fürchten, so leicht und porös die Bimssteine auch waren….Plinius entschied sich ins Freie zu gehen….mit auf dem Kopf gebundenen, von Tüchern gehaltenen, Kissen.
So hat die Katastrophe am 24. August 79 n. Chr. seinen Lauf genommen und die Stadt wurde morgens binnen weniger Stunden verschüttet.

Pompeji Italien
Lange Straßen mit Ausgrabungen erstrecken sich durch das Gebiet

Fazit:

Wenn Du Pompeji besichtigen möchtest, solltest Du möglichst früh vor Ort sein. Du solltes ausreichen Wasser dabei haben. Ein Snack kann auch nicht schaden, es gibt nur eine Restauration auf dem Gelände. Sonnenschutz und Sonnenhut nicht vergessen. Es ist durchaus sinnvoll sich vorher zu informieren, was man sehen möchte im Rahmen der zu Verfügung stehenden Zeit. Einige Gebäude kann man sich nur mit einem Guide ansehen. Die Öffnungszeiten findest Du hier…. Wir fahren zurück nach Neapel.

Capri

Am nächsten Morgen geht es wieder früh los, wir wollen nach Capri. Im Hafen herrscht schon ein reges Treiben. Wir stellen uns in der langen Schlange an und erstehen Karten für das Tragflächenboot (Aliscafi) hinüber nach Capri. Ein Schnäppchen ist das nicht, eine Einzelfahrt kostet p.P. ca. 20€. 160€ für Hin- und Rückweg für 4 Personen, ist es das wert?

Tickent Neapel-Capri
Einzelticket nach Capri

Der Name Capri stammt aus dem lateinischen von „capra“ = Ziege und nicht wie man auch denken könnte aus dem griechischen „kapros“ = Wildschwein. Früher, als die Insel noch mit dem Festland verbunden war, lebten hier jedoch Griechen und Römer. Schon damals war Capri Wohn- und Freizeitort der betuchten Gesellschaft.

Die Überfahrt dauert ca. 50 min. Dort angekommen beschließen wir vorerst an den Strand zu gehen. Wir besorgen uns eine Karte im Touristenzentrum im Hafen und los geht die Wanderung per Pedes.

Nach einem, ungefähr 30 minütgen Fußweg, erreichen wir einen kleinen Steinstrand, das Bagni Tiberio. Ein wenig enttäuscht sind wir, als wir lesen, dass wir für die Liege, den Schirm und den Strandeintrit (!) noch einmal um die 35€ p.P. zahlen sollen.

Strandbad auf Capri
Bagni Tiberio

Allerdings ist uns das nun wirklich zu viel und wir gesellen uns ein kleines Stückchen weiter an einen winzigen Steinstrand, an dem die Einheimischen Handtuch an Handtuch liegen. Die Felsen auf denen wir uns niedergelassen haben, sind nicht besonders bequem und auch der Weg in das kühle Nass ist steinig. Das Wasser jedoch ist herrlich, der Ausblick grandios und ich schwimme ein wenig hinaus um die Felsen.

Zurück im Hafen wollen wir hinauf in das historische Zentrum Capris. Wir wählen den Fußweg, der durch Häusergassen steil hinaufführt.

Puh, der Weg ist bei der Hitze ziemlich anstrengend. Aber für den Blick hinunter lohnt es sich immer wieder anzuhalten und zurück zu schauen. Schließlich sind wir oben angekommen am weltberühmten Piazzetta Umberto  und staunen wieder einmal über die tolle Aussicht. Zumal Du vo hier in die Ferne zurück auf den Vesuv, Neapel bis hin nach Sorrent schauen kannst.

Das historische Zentrum

Wir haben Hunger und Durst. Irgendwo gibt es bestimmt eine Pizza auf die Hand und etwas zu trinken. Wunderhübsch sind die schmalen Gassen, die mit Gewölben überdacht sind. Allerdings sehen die Restaurants unbezahlbar aus, mit ihrem edlem Mobiliar und den schmucken Gärten. Hier oben ist die Welt noch in Ordnung. Die hübsche Bilderbuchinsel ist der krasse Kontrast zum doch sehr maroden Neapel. Du merkst hier schon, dass der internationale Jetset hier zu Hause ist. By the way, eine günstige Pizza haben wir nicht gefunden.

Die Kirchenglocken beginnen zu läuten, es bildet sich ein Spalier und kurze Zeit später schreitet ein „fürstlich“ gekleidetes Brautpaar die Stufen hinauf. Wir beobachten das Geschehen auf der Piazza noch ein wenig, dann geht es wieder hinunter in den Hafen.

Leider neigt sich unser Tag auf Capri schon dem Ende zu. Die Kinder zieht es noch einmal an den nahen Strand Richtung Hafen und wir lassen uns in einer kleinen Taverna am Meer nieder.

Inzwischen wird es schon schummrig. Wir besteigen das Tragflächenboot und ich stelle mir vor, wie die Caprifischer ihre Netze in der untergehenden Sonne auswerfen.

Fazit:

Erstens, Capri lohnt sich, ist eine Reise wert. Zweitens, ich finde auch für nur einen Tag. Aber empfehlen würde ich jedoch, länger zu bleiben. Gerne wären wir noch nach Anacapri gefahren, hätten eine Bootsfahrt um die Insel herum unternommen, oder doch die Blaue Grotte gesehen? Auch Kaiser Tiberius hat seine Spuren auf der Insel hinterlassen, gerne hätte ich die Villa Jovis besichtigt. Schließlich hätte ich mich auch gerne noch mit der Flora und Fauna beschäftigt und eine Wanderung zum Monte Solaro bishin zur La Migliera unternommen. Wenn Du mehr Zeit hast kannst Du auch mit der günstigeren Fähre hinüberfahren. Zwar braucht sie länger, aber Du kannst auch an Bord gehen und die frische Seeluft genießen und schöne Fotos von der Insel schießen.

Juli 2016
Neapel – Abireise Sommer 2016

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