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Bizarre Felszapfen von Wasser und Wind geformt – beeindruckend liegt das Meteora Kloster Agia Triada hoch oben auf einem der steilen Felsen. Hier war James Bond „in tödlicher Mission“ unterwegs. Hier, aus mehr als 500 Metern Höhe, reicht der Blick gefühlt bis zum Olymp Gebirge zurück. Von der Wiege der Götter am Olymp kommend, sind wir jetzt gespannt auf die göttlichen Bauten von Meteora…

Camping Vrachos Kastrakis

Der Weg quer durch das Olymp-Gebirge war traumhaft schön. Natürlich wäre es mit blauem Himmel noch schöner gewesen ;-).

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Der Campingplatz im kleinen Örtchen Kastrakis, neben Kalambaka in Thessalien, ist seit mehreren Generationen in Familienbesitz. Das Essen ist typisch griechisch, hausgemacht, abends wird das Fleisch am großen Grill zubereitet. Die Sanitären Anlagen sind 1a gepflegt. Alle aus der Familie packen mit an und sorgen für einen angenehmen Aufenthalt. Der Ausblick auf die Felsen ist beeindruckend. Wir haben uns schnell eingerichtet und pudelwohl gefühlt.

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Steil ragen die Felsen zwischen den Olivenbäume hervor

UND…es gibt endlich eine Waschmaschine – Waschtag. Wir beschließen 2 Nächte zu bleiben. ***** für den wundervollen Platz, unbedingt zu empfehlen. Kontaktdaten hier.

Meteora – die Wolkenkratzer des Mittelalters

Am nächsten Morgen ist von den gewaltigen Felsen nichts mehr zu sehen. Die Wolken hängen tief. Es regnet. So heißt es warm anziehen und erst einmal abwarten – Zeit einen Bericht zu schreiben.

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Warten auf besseres Wetter

Der Regen legt sich. Zwischendurch blitzt ein Kloster zwischen den Wolken durch, oder darüber hinweg –  es scheint zu schweben. Der Name Meteora leitet sich passend dazu ab von meteorizo (μετεωρίζω) was so viel bedeutet wie: „in die Höhe heben“. Übrigens wurden vor dem ersten Bau der Klöster die Höhlen und Felsspalten von Einsiedlern bewohnt.

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Langsam ziehen die Wolken ab
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Felsenhöhlen in denen früher Eremiten gewohnten

Erst der griechisch-orthodoxe Mönch Athanasios, der vom „Heiligen Berg Athos“ kam, gründete 1356 das erste göttliche Haus – das Kloster Methamorphosis. In der Blütezeit gab es 24 bewohnte Klöster, heute sind es noch 6.

Endlich verziehen sich die Wolken in höhere Gefilde und wir starten unsere Wanderung direkt vom Campingplatz aus. Der Weg führt am Rande des Ortes Kalambaka entlang, ist gekennzeichnet durch rote gefärbte Pflastersteine im Weg. Dann geht es hinein in die bizarre Felsenlandschaft. Festes Schuhwerk ist hier auf jeden Fall angebracht. Nach einiger Zeit geht der Pflastersteinweg über in einen Weg aus großen rundlichen Steinen, später ist es nur noch ein schmaler, verschlungener, steiler Stieg. Nach ca. 7,5 km erreichen wir das Kloster Agios Stefanos.

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Übersichtstafel im Ort Kalambaka
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Der Weg zu den Klöstern ist erst noch „gepflastert“.

Ich bin gespannt auf die Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes Meteora, das die Geistlichen einst zur Meditation und für ihre Abgeschiedenheit erbauten. Wenn ich mir vorstelle, dass die Nonnen und Mönche die Klöster früher über Strickleitern erreicht haben, wird mir ganz schwindelig. Heute gibt es immerhin Steintreppen und eine Art von Seilbahn. Für mich war der Aufstieg hier hinauf Nervenkitzel genug.

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Immer wieder verändert sich die Felslandschaft auf dem Weg hinauf
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Wie schaffen es die Ziegen bloß sich auf den gerade abfallenden Felsen zu halten?
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Göttliche Natur
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So gelangen ältere Mönche, Material und Nahrunsmittel zum Kloster

Das Kloster Agios Stefanos

Das Kloster Agios Stefanos ist am einfachsten zu besichtigen. Du kannst auch ohne große Wanderung direkt dort parken und gelangst über eine Brücke zum Eingang. Früher war es eine Zugbrücke zum Wegklappen, heute ist die Brücke feststehend. Eine genaue Beschreibung des Klosters und die Öffnungszeiten findest Du hier.

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Meteora – Kloster Agios Stefanos

Und, obwohl ich eine lange, schwarze Hose trage soll ich mir am Eingang noch einen dunkel geblümten Wickelrock umbinden. Was der Name nicht vermuten lässt, es ist ein Nonnenkloster. Die Anlage ist tip-top gepflegt, auch die Wohnanlagen strahlen nur so. Ich traue mich gar nicht Fussstapfen im frisch geharkten Sand zu hinterlassen. Im Klostergarten blühen wundervolle Rosen.

Die Schultern müssen bedeckt sein, dafür hängt hier ein letztes Hemd. Die Wickelröcke sind alle vergeben.
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Innenhof Agios Stefanos

Wir gehen hinein in die Hauptkirche – Fotos verboten. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinsehen soll. Handgeschnitze, hölzerne Ikonenwände, reich geschmückte, goldene Leuchter, filigran gearbeitet Verzierungen an Gebeetsständern… mich hat das Gemälde des „Jüngsten Gerichtes“ besonders fasziniert.  In der Sakristei werden künstlerisch wertvolle Handschriften, bedeutende alte Bücher, goldsilberne Litaneikreuze und Ikonen ausgestellt. Auf vielen Ikonen sehen wir eine bestimmte Handstellung, bei der Daumen und Ringfinger sich kreuzen und der Zeigefinger gerade nach oben gestreckt ist. Was bedeutet das? Ich unterhalte mich mit einer Nonne auf  griechisch und verstehe, dass es sich um einen Segensgruss Jesu Christi handelt, die Finger stellen die Anfangsbuchstaben dar.
Hier gibt es kleine Ikonen und Magnete zu kaufen. Sie Sammlung auf unserem Engel-Kühlschrank wächst.

Das Kloster Agia Triada

Das Kloster wurde von Mönch Dometios erbaut, jedoch wie alle Klöster immer wieder erweitert. Während der Herrschaft der Türken über die Griechen, hat die Bevölkerung Zuflucht in den Klöstern gefunden. Wie im Kloster Agios Stefanos, gab es zu der Zeit des Krieges auch hier eine Schule.

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Meteora – Kloster Agia Triada
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Eingangshalle von Agia Triada
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Deckenmalerei in einer Mönchszelle
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Ankunft eines Mönchs im Kloster, wir müssen Treppen steigen

Du kannst Empfangsräume, Mönchszellen und die kleine Kapelle besichtigen. Hinten hinaus befinden sich die Gärten. Der Blick von hier oben über die thessalische Ebene bis hin zum Pindosgebirge ist einfach berauschend.

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Ob sich Roger Moore hier herunter gewagt hat?
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Der Blick von hier oben ist überwältigend

Einen Zaun gibt es nur am weißen Kreuz auf dem welligen Sandstein. Ansonsten führt der Weg geradewegs in die Tiefe. Das alles mag wohl auch dazu bewogen haben, den Ort als Drehort für James Bond auszusuchen. Roger Moore ist bei der Verfolgung des Schurken auf altherkömmliche Weise, die Strickleiter hinauf in das Kloster gelangt. Und, obwohl die griechische Regierung eine Dreherlaubnis gegeben hatte, waren die Mönche überhaupt nicht begeistert über den berühmten Agenten in ihren heiligen Hallen. So sollen sie das Kloster in Flaggen, Lumpen und Stofftücher gehüllt haben, um die Dreharbeiten zu behindern.

Weitere Informationen und Öffnungszeiten findest Du hier.

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Runter geht es schneller…

Wieder unten angekommen, setzen wir uns in Kalambaka in ein Kaffee, lassen die beeindruckende Kulisse von hier unten auf und wirken. Meteora -die steinere Schönheit zwischen Himmel und Erde hat mich in seinen Bann gezogen.

Morgen früh heißt es zusammen packen. Das ist heute unser letzter Abend in Griechenland. Den genießen wir mit verschiedenen kleinen Leckereien, Ouzo und griechischer Musik bei einem prasselndem Grillfeuer.

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Camping Vrachos Kaastrakis – noch ist es leer, die Küche öffnet gegen 18:00 Uhr
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Souflaki und gebackene Bohnen

Morgen verlassen wir die EU, wollen am Abend in Albanien sein, mal sehen wie weit wir kommen…

30. September 2017
Meteora – James Bond und die schwebenden Klöster

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6 Gedanken zu „Meteora – James Bond und die schwebenden Klöster

  1. Habe heute über Instagram deinen Blog entdeckt! Werde, wenn ich Zeit habe, mal mehr drin lesen. Durch Griechenland sind wir 2015 auch mal gereist. Mein Blog beginnt aber erst 2016, ich konnte es damals noch nicht…

    1. Moin moin,
      das freut mich, dass Du bei mir gelandet bist. Hoffe Dir gefallen meine Reiseberichte. Wenn ja, freue ich mich über einen weiteren Kommentar von Dir. Wenn mein, freue ich mich auch Über Kritik, damit ich weiß was ich besser machen kann. Viele Grüße und ein schönes Wochenende Kirsten

      1. Hallo Kirsten,
        wie gesagt, ich hatte noch nicht so viel Zeit. Hab nur ein bisschen über deine Fahrt von Bulgarien nach Griechenland gelesen. Wir sind damals ähnlich gefahren. Allerdings bei bestem Wetter! Und ich habe euch ein wenig bedauert, dass da so Regenwetter war. Finde es super mutig und authentisch, wie du eure Stimmung beschreibst! Herrlich ehrlich. Stimmung beschreiben ist gar nicht so einfach, macht’s aber lebendig.
        Also- bis später wieder. Allzeit gute Fahrt!!!
        Uschi = ‚Donnamattea‘

        1. Hey Uschi, ja, das Wetter war ein wenig nervig :-O und hat nicht immer zur guten Stimmmung beigetragen. Aber ab dem nächsten Bericht wird es besser :-). Und Albanien war zauberhaft. Danke, das wünsche ich Euch auch. Liebe Grüße Kirsten PS.:…und viel Spass beim Tannenbaum aussuchen 🙂

    1. Moin Dieter, schön dass dieser Bericht Dir gefallen hat. Die Aufnhamen sind eindrucksvoll, aber leider kann kein Bild hier die Wirklichkeit wiedergeben. Übrigens der nächste Bericht: „Zauberhaftes Albanien“, ist schon in Arbeit. Viele Grüße vom Steppenroller

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