Innsbruck

Ein Tag in Innsbruck

Lagebesprechung beim Frühstück: es regnet, Paragliding wird heute nicht klappen, aber wie wäre es mit einem Besuch in Innsbruck?

Gesagt, getan! Es schüttet, der Scheibenwischer quietscht monoton über die Scheibe. Von unserer Unterkunft in Bad Wiessee sind es ca. 90 km bis in die Innenstadt von Innsbruck. Während der Fahrt haben wir genug Zeit unseren Stadtbesuch zu planen. Es gibt eine Innsbruck Card, die es sich bei einem Wochenendaufenthalt lohnt zu holen. Dort sind mögliche Touren für 1,2 und 3 Tage zusammengestellt. Für unseren halben Tag lohnt es sich jedoch nicht. Auch eine Hop-on Hop-off  Bustour wird angeboten. Heute nichts für uns, wir wollen trocken sitzen. Und so entscheiden wir uns für eine einstündige Rundfahrt mit 2 kleinen Stopps.

Sightseeing in Innsbruck

Um 12:00 Uhr startet unsere Rundfahrt. Mit Regenschirmen bewaffnet, hasten wir vorbei an Leopold Mozarts Geburtshaus, zur Marie-Theresien-Straße und steigen in den Rundfahrtbus.

Hier wurde der große Künstler geboren

Annasäule

Sie liegt außerhalb der mittelalterlichen Altstadt und erinnert ein wenig an die Mariensäule, die wir gestern in München gesehen haben. Allerdings ist sie nicht nach dem Vorbild der in Pompeji gefundenen Göttin Nike gestaltet. Jedoch sind beide Figuren barocke Schöpfungen.

Aber die Bayern sind mit Schuld daran, dass die Annasäule dort heute steht. Nur nicht im positiven Sinne!  Denn im „Boarischer Rummel“ gelang es den Tirolern am 26.7.1703, dem Geburtstag der Marienmutter Anna, die Bayern aus dem Land zu jagen. Zum Dank der Befreiung wurde die Säule 1706 aufgestellt. Aus konservatorischen Gründen kannst Du heute jedoch nur noch Nachbildung der Figuren sehen.

Basilika Wilten

Wir legen einen 15 minütigen Stopp an der Basilika Wilten ein. Erste Spuren eines christlichen Baus stammen aus dem Jahr 420 nach Christus. Die Basilika jedoch präsentiert sich seit dem 18. Jahrhundert als Juwel des Rokoko. Ich mag diesen Prunk und lade Dich zu einem virtuelle Rundgang durch die Basilika ein. Übrigens, zu musikalischem Weltruhm kamen die Wiltener Sängerknaben. Ihre Tradition geht zurück bis in das 13. Jahrhundert. Somit erheben die Wiltener Buben ihre Stimmen schon länger als die Wiener Sängerknaben.

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Prunkvoll, die Basilika Wilten

Bergisel

Der nächste Stopp ist am Bergisel. Hier gibt es Einiges zu sehen:

  • Das Tirol Panorama mit Kaisermuseum: hier wird der „Mythos Tirol“ unter die Lupe genommen, Geschichten um Mensch, Religion, Natur, Politik und die Militärgeschichte der Kaiserjäger
  • Das Bergisel Sky: schlemmen über den Dächern von Innsbruck, Tischreservierung notwendig
  • Bergisel Schanze: 1925 wurde hier die erste Schanze gebaut, 1964/76 wurde das Olympische Feuer hier entzündet, etwas makaber ist es schon von der Schanze direkt gen Friedhof der Basilika Wilten zu springen
  • Andreas Hofer Denkmal: 1809 fanden hier 4 Schlachten im Rahmen des Tiroler Volksaufstandes statt, Andreas Hofer führte die Schlachten an
  • Denkmal des Kaisers Franz Joseph I: das Andreas Hofer Denkmal wurde im Beisein des Kaiser eröffnet und so hat man ihn gleich daneben gestellt

Übrigens, erreichen kannst Du den Bergisel bequem mit dem Hop-on Hop-off Sightseeing Bus. Auch die Straßenbahnlinie 1 führt hier hinauf und nach einem 15 minütigen Fußweg erreichst Du das Bergisel-Plateau. Solltest Du mit dem Auto unterwegs sein, es gibt einen großen Parkplatz. 90min kosten 2,60 + 0,70 für die weitere Stunde, der Tagessatz beträgt 10,50€.

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Der Ausblick eines Skispringers

Unsere Rundfahrt endet an der Hofburg. Es regnet noch immer und wir entschließen uns zu einem Besuch der Burg.

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Wir freuen uns auf die Schloßbesichtigung

Hofburg Innsbruck

Erwachsene 9 €, Kinder und Jugendliche bis 19 Jahren, Eintritt frei, Besichtigungen täglich 9 – 17 Uhr. Fotos verboten! Kommentar meiner Tochter: „Wie schön, dann hast du mal nicht nur den Apparat vor der Nase.“ Wir stürzen uns in die Welt der Kaiserin Maria Theresia, lernen etwas  über die Lothringer Familie, entdecken chinesische Wandmalerei, sehen das Schreibzimmer von Kaiserin Elisabeth (Sissi),  bestaunen die gedeckte Hoftafel und stellen uns vor, wie die prunkvoll gekleideten Bewohner zur Messe in der Kapelle gesessen haben.  Die Hofburg ist sehr farbenprächtig, kein Saal gleicht dem anderen, Du bekommst sehr viel Informationen über das Leben am Hofe.

Mit dem Ende der Monarchie 1918, endet auch die Geschichte der Hofburg. Wir stehen wieder im Regen, noch ganz benommen von den vielen Eindrücken.

Das goldene Dachl

Natürlich hat Innsbruck noch viel mehr zu bieten. Jedoch haben wir keine Lust durch den Regen zu laufen und gehen Richtung Parkhaus. Der Weg führt uns durch die Altstadt. Eine Menschentraube versperrt den Weg, den Blick nach oben gerichtet. Wir stehen vor Innsbrucks berühmtester und meist fotografiertester Sehenswürdigkeit. Dem goldenen Dachl! Mit dem prunkvollen Dach hat sich Kaiser Maximilian ein Denkmal gesetzt. Den Namen hat es von den tatsächlich 2738 feuervergoldeten Kupferschindeln. In dem Gebäude befindet sich ein kleines Museum. Hier wirst Du entführt in die spätmittelalterliche Welt und bekommst Einblick in Kaiser Maximilians Leben. Eintrittspreise und Öffnungszeiten kannst Du hier nachlesen.

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Hier wohnte einst Maximilian

Auf dem Rückweck tönt es plötzlich „Halt! Stopp!“ neben mir, „…hier muss irgendwo die Kristallwelt sein“. Und was ist nun wieder das?

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Der Riese, Eingang zu den Swarowski Kristallwelten

Kristallwelten

20 km von Innsbruck entfernt befinden sich die Swarowski-Kristallwelten. Eintrittspreis 19 € für Erwachsenen! Ist es das Wert? Auf der Webseite wird geworben mit: „Große Namen aus Kunst, Design und Architektur zeigen ihre ganz eigene Interpretation von Kristall – hypnotisch, magisch, einzigartig.“

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Mechanical Theatre

Wir betreten die Kristallwelten. Die Ausstellung ist in 16 verschiedene Hallen untergliedert. Es gibt noch einen Garten mit einer Kristallwolke, einen Kinderspielturm und ein Pavillion-Restaurant.

Das Mechanical Theater:  Starre Puppen fangen an sich zu bewegen, Kleider schwirren durch den Raum. Die Wunderkammer Eden soll einen Ur-Wald darstellen. Wasserrauschen, polierte Messingstäbe, verspiegelte Wände, dazwischen große Kristalle, bunt angestrahlt.

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Sopranistin Jessey Norman

La Primadonna: Der Raum ist dunkel. Auf einer Leinwand singt die Starsopranistin Jessey Norman, davor liegt ein riesiger angestrahlter Bergkristall. Mich beeindruckt diese Kammer. Auch der Raum Reflexionen gefällt mir. Er wirkt chaotisch. Er zeigt die Facetten der Menschheit. Das sind nur einige der 16 Kammern. Natürlich ist auch Eigenwerbung dabei. Im Bereich Timeless wird die Geschichte von Swarowski erzählt. Und natürlich geht es am Ende des Rundgangs in den Verkaufsbereich.

Fazit: für Swarowski-Liebhaber (die wir nicht sind) bestimmt eine tolle Sache, vielleicht sogar märchenhaft. Kunst ist Geschmacksache. Wir waren ein wenig enttäuscht, hatten uns für 19 € Eintritt p.P. mehr erwartet. Auch vespricht der Name mehr über Natur und Kristalle zu erfahren, dem war nicht so.

Wir haben es nicht als Top-Sehenswürdigkeit empfunden. Oder waren unsere Ansprüche zu hoch an die Weltmarke? Aber, Du solltest Dir ein eigenes Bild machen.

 

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Endlich, das Wetter wird besser, die Wolken ziehen ab

Wieder auf der Autobahn geht es nun aber wirklich zurück. Beim Abendessen am Tegernsee lassen wir den Tag Revue passieren. Innsbruck ist eine weitere Reise wert, denn 1 Tag ist definitiv zu kurz. Es klart auf, vielleicht klapp es ja morgen mit dem Tandemsprung.

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2 Gedanken zu „Innsbruck

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