Bayern ausflug nach München

Ein spannender Tag in München

Nicht zum ersten Mal erkunden wir eine Stadt mit dem Hop-on Hop-off Bus. Rückblick: Eigentlich waren wir am Tegernsee, weil wir fliegen wollen, Paragliding. Hoch hinauf in den Himmel! Nicht weil wir uns München ansehen wollen.

Kurze Lagebesprechung beim Frühstück: der Wetterbericht am Tegernsee verheißt wieder nichts Gutes. Noch ist der Himmel blau, aber es soll sich schnell zuziehen und stürmisch werden. Wie gestern! Da haben wir Salzburg besichtigt. Ok, dann hoffen wir auf besseres Wetter für morgen. Heute geht es auf nach München!

München

Vom Tegernsee ist es nicht weit. In einer Stunde haben wir die Landeshauptstadt vom Freistaat Bayern erreicht. Wir kennen uns hier überhaupt nicht aus, sind zum ersten Mal in München, fahren Richtung Zentrum und halten im nächstgelegenen Parkhaus. Google hat uns verraten, dass es verschiedene Hop-on Hop-off Möglichkeiten gibt. Wir entscheiden uns für die Grey Line und den Grand Circel. Los geht es am Hauptbahnhof.

Quelle: www.stadtrundfahrten-muenchen.de

Die blauen Doppeldeckerbusse fahren in der Zeit vom 1.4. – 31.10. an den Haltepunkten 1-7 alle 20 min und an den Haltepunkten 8-12 stündlich. Wenn Du die Tour fährst ohne auszusteigen dauert die Fahrt 2,5 h. Mit Hop-on Hop-off entsprechend länger. Kosten: 20 € pro Person. Hier ein paar Stationen, die uns gefallen haben.

Schloss Nymphenburg

Also, ich habe zur Geburt meiner Töchter kein Schloss als Geschenk bekommen. So jedoch Adelheid von Savoyen. Sie bekam es dafür, dass sie dem Kurfürsten Ferdinand Maria den lang ersehnten Thronerben Max Emanuel gebar. Es lohnt sich am Schloss auszusteigen. Es ist eine der größten Schlossanlagen Europas. Nimm Dir Zeit für Nymphenburg und seine Parkburgen.

München Nympenburg
Ein weitläufiges Gelände

Barocke Innenräume mit König Ludwigs Schönheitsgalerie, kunstvoll angelegte Gärten, das Geranienhaus, alles ist einen Blick wert. Die Herrschaften hier waren keine Kinder von Traurigkeit. Was geschah wohl abseits des strengen Hofzeremoniells? Pagodenburg und Badehaus lassen es erahnen. Falls Du Dich für Burgen und Schlösser interessierst kannst du hier Informationen finden.

Parkanlage in München
Wir haben Glück mit dem Wetter

Olympiapark

Hop-on Hop-off! Vorbei an der BMW-Welt, steigen wir am Olympiapark aus. Wir schlendern über das Gelände. Entlang des Stadions, dort wo schon AC/DC, Robin Williams, die 3 Tenöre, Genesis und so manch andere Berühmtheit gesungen haben. Das Münchner Olympiastadion kann täglich besichtigt werden. Der Eintrittspreis für Erwachsene liegt bei 3,50 €. Kinder unter 6 haben freien Eintritt. Übrigens, es gibt auch eine Zeltdach-Tour.

BMW München
Wie in Wolfsburg bei VW kannst Du hier Dein Auto persönlich abholen

Von weitem sehen wir auch die Olympiahalle. Hier ist Platz für 15.500 Zuschauer. Sie ist Münchens größte Halle. Hier zeigt sich, wie gut eine Nutzung nach den Olympischen Spielen funktionieren kann.

Olympiapark in München
Der Olympipark ist riesig

Olympiaturm

Dem Himmel so nah! Leider reichte für uns die Zeit nicht. Ansonsten hätten wir gerne den Weitblick über München genossen. Die ganze Woche durch von 9.00 Uhr – 24:00 Uhr hat das Münchner Wahrzeichen geöffnet. 7 € für Erwachsenen und 5 € für Kinder unter 16. Oben soll es ein kleines „Rockmuseum“ geben. Wenn Du noch weitere Informationen über den Olympiapark haben möchtest z.B.: über den Besuch im Sea Life, die Schwimmhalle, das Eissportzentrum kannst Du sie hier finden. Wir steigen wieder in den blauen Bus ein.

Ausflug nach München
Das bringt bestimmt Spaß!

Siegestor

Durch Schwabing geht es vorbei am Siegestor. Ludwig I hat sich dieses Tor gewünscht und nach dem römischen Vorbild des Konstantinbogens nachbauen lassen. Es wurde bei den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Sehr vereinfacht wurde es 1958 wieder aufgebaut. „Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend“, lautet eine Inschrift. So ist das Siegtor heute auch ein Friedensmahl.

Siegestor
Stadtrundfahrt mit vielen interessanten Informationen

Hop-on Hop-off München – die Innenstadt

Wir sind wieder am Hauptbahnhof angekommen und beginnen von hier unsere Innenstadt-Tour. Der Wetterbericht stimmt leider. Es zieht sich langsam zu. Trotzdem ist es noch warm und wir genießen die Fahrt oben in dem offenen Bus. Es geht entlang der alten und neuen Pinakothek. Das Kunstmuseum wurde 1636 eröffnet. Die Bayrische Staatsgemäldesammlung ist bestimmt einen Besuch wert, aber würde für unsere Stippvisite in München zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

Friedensengel

Wir überqueren die Isar und erreichen das Denkmal des Friedensengels im Stadtteil Bogenhausen. Ein wenig bedrohlich sieht der gold leuchtende Engel heute vor den schwarzen Wolken aus. Der Engel soll an die friedlichen Jahre nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 erinnern. Als Vorbild diente eine im Pompeji gefundene Statue der Siegesgöttin Nike. Im Juli findet auf der Plattform unterhalb des Friedensengels ein Friedensengelfest statt. Dabei geht es zünftig zu.

Nike Friedensgöttin
Der Friedensengel gleich der Friedensgöttin Nike

Bevor wir die Isar ein zweites Mal queren, passieren wir den Bayrischen Landtag. Weiter fahren wir über den Max-Joseph-Platz und gelangen zum Marienplatz.

Marienplatz

Das Herz der Stadt München! Ob Glockenspiel, Christkindlmarkt, Stadtfeste, Rathaus, Geschäfte, Straßenkünstler, oder Restaurants, hier pulsiert das Leben. Und das schon seit Jahrhunderten, denn hier befand sich früher der Marktplatz. Händler boten dort ihre Waren an: Hauptsächlich Getreide, Eier, Wein, Gemüse. Aber auch Fisch.  Deshalb gibt es heute dort den Fischbrunnen. Übrigens, früher hieß der Platz noch Schrannenplatz. Dann, während der Choleraepidemie am 9. Oktober 1854, wurde er in Marienplatz umbenannt. Glaubte man doch, die Seuche so aus München zu verbannen.

München
Das Neue Rathaus am Marienplatz

Viktualienmarkt

Wir passieren den Viktualienmarkt. Münchens Paradies für Schlemmer! Der einstmals kleine Markt hat sich gemausert. Heute kannst Du hier auf 22.000 Quadratmetern, außer an Sonn- und Feiertagen,  alle Viktualien = Lebensmittel kaufen, die das Herz begehrt. Der Markt ist in verschiedene Abteilungen untergliedert. Auch ein Biergarten lädt zum Verweilen ein. Mitten heraus ragt der Münchner Maibaum. Schließlich sind wir am Karlsplatz angekommen. Hop-on Hop-off München, unsere Tour ist beendet. Noch regnet es nicht und wir wollen das Gesehene weiter erkunden, zu Fuß.

Viktualienmarkt
Am Viktualiemarkt steht ein großes Schild zum Reinheitsgebot

Stachus

Wir wandern über den Karlsplatz. Der offizielle Name stammt von dem Kurfürsten Karl Theodor. Er war bei den Münchner nicht sonderlich beliebt. So wird der umgangssprachliche Name Stachus bevorzugt. Und der kam von Eustachius Fördel. Er betrieb früher das Gasthaus Stachusgarten.  Weiter geht es in Richtung Karlstor, vorbei an der Stachus-Fontäne. Viele Menschen sitzen rund um den großen runden Brunnen aus Lausitzer Granit.

Karlstor

Wir sehen uns das Karlstor etwas genauer an. Kleine Steinplastiken zieren  das Tor. Google verrät uns, wer es ist: Georg Pranger der Hoffnarr, Josef Sulzbeck der Kapellmeister, Franz Xaver Krenkel als Lohnkutscher Krenkel und Joseph Hubener als Finessensepperl. Von Letzterem stammt das Sprichwort: „Nix gwiss woass ma need“. Auf hochdeutsch: Nichts Genaues weiß man nicht! Der Finessensepperl hat um 1800 Liebesbriefe überbracht, Rendevous arrangiert und kannte jeden Tratsch und Klatsch. Aber, es war immer diskret. Seine Antwort auf neugierige Fragen: „Nix gwiss woass ma need“, ist heute ein viel genutztes Sprichwort.

Karlstor in München
Das Tor zur Innenstadt

Frauenkirche

Durch das Karlstor gelangen wir in Münchens älteste Fußgängerzone. Gemächlich bummeln wir hindurch. 2 grüne Kuppeln überragen die Häuser. Was ist das? Es ist der Münchner Dom, genannt auch die Frauenkirche. Der Dom ist ein weiteres Wahrzeichen Münchens. Offiziell heißt er: Dom zu unserer lieben Frau, oder Liebfrauendom. Natürlich stammt der Name von der Gottesmutter Maria.

Wenn Du die Kirche betrittst, wirst Du Dich vielleicht über einen Fußabdruck in der Eingangshalle wundern. Sagen ranken sich um den Abdruck. Eine besagt: Der Teufel habe geholfen beim Bau der Kirche. Im Tausch dafür sollte er die Seele der ersten Person bekommen, die die Kirche betritt. Der Baumeister aber verweigerte dem Teufel den Lohn.  Begründung: er habe schlechte Arbeit geleistet, es gäbe keine Fenster. Der Teufel sah sich um. Tatsächlich, an der Stelle an der er stand, von dort war kein Fenster zu sehen. Er stampfte auf = Teufelstritt und verschwand. Wenn Du Wind in der Kirche hörst oder spürst, dann ist es der Teufel, der noch immer wütend ist.

Übrigens, momentan ist er Südturm wegen dringender Bauarbeiten geschlossen und nicht zu besichtigen. Du kannst die Kirche allerdings täglich von 7:30 – 20:00 Uhr besichtigen. Wenn Du an einer Domführung teilnehmen möchtest, kannst Du hier Informationen finden.

Glockenspiel

Wir sind nun am Marienplatz angekommen, stehen vor dem Neuen Rathaus und sehen zum Glockenspiel hinauf. Leider zur falschen Stunde!  Wenn Du das Glockenspiel life sehen möchtest, kannst Du es von März-Oktober: 11 Uhr, 12 Uhr, 17 Uhr und 21 Uhr.

Glockenspiel am Marienplatz
Bezauberndes Glockenspiel am Neuen Rathaus

Über den Platz prangt die Mariensäule, mit Zepter und Krone ausgestattet. Der Sockel der Säule soll an die 4 Plagen erinnern: die Schlange steht für Ketzerei, der Drache für den Hunger, der Basilisk für die Pest und der Löwe für den Krieg.

Zum ewigen Licht

Hast Du Dich schon einmal gefragt, was es mit der bayrischen Weißwurst auf sich hat? Hier auf dem Marienplatz, im Gasthaus „Zum ewigen Licht“, soll sie damals entstanden sein. Ein Fehlfabrikat des Wirtsmetzgers Joseph Moser! Als ihm die Saitlinge = Schafsdärme ausgingen, hat er seinen Lehrling losgeschickt, neue zu besorgen. Dieser jedoch kam mit Schweinedärmen zurück. Sie sind viel zu groß und zu zäh für Bratwürste. Dem Wirtsmetzger blieb nichts anderes übrig, als den Brät in diese Därme zu füllen. Da er Angst hatte, dass die Würste beim Braten platzen würden, brühte er sie in heißem Wasser. Ob das stimmt? Jedenfalls haben wir das Gasthaus nicht gesehen.

Heilig-Geist-Kirche

Auf dem Marieplatz ist es uns langsam zu laut und zu quirlig. Die heutige Informationsflut trägt dazu bei. Ein wenig abseits des Marienplatzes steht die Heilig-Geist-Kirche. Sie gehört zu den ältesten katholischen Pfarrkirchen Münchens. Erstmals erwähnt wird sie 1250. Allerdings war es damals noch ein Spital mit einer Kapelle. Beides wurde beim Stadtbrand 1327 vernichtet. Die neue Kirche wurde 1392 vollendet. Wir setzen uns auf eine Kirchenbank und genießen die Ruhe in der Kirche.

MünchenDie Ruhe in der Kirche tut nach dem Trubel gut

Langsam wird es ungemütlich, kalt und windig. Für heute soll es genug sein. Wir drehen noch schnell eine Runde über den überfüllten Viktualienmarkt und dann geht es zurück an den Tegernsee. Vielleicht klappt es ja am nächsten Tag mit dem Paragliding.

Hop-on Hop-off München

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