Spinne Australien
Diese hübsche Spinne saß an den Wangi Falls an einer Brücke über dem Wasser und hat auf Beute gehofft.

Tiere in Australien – die giftigsten der Welt?

Vorurteil oder Wirklichkeit? Auf dieser Seite gibt es wissenswertes über die Tierwelt und die Erfahrungen, die wir auf unserer Reise damit gemacht haben.

Das Australische Wappen

Coat of Arms of Australia.svgBased on the painting at the National Archives of Australia —

Hier auf dem Wappen Australiens finden wir schon die ersten 2 Bewohner des Kontinents.

Das Känguru:

In Australien leben ca. 45 Känguruarten mit wieder verschiedenen Unterarten. Kängurus leben meist in Gruppen. Sowie eines über die Straße hüpft ist Vorsicht geboten, weitere Tiere könnten folgen. Kängurus leben in offenen Wäldern, Steppen und Halbwüsten. Im Outback haben wir sie auf den Campgrounds, keine 2 m entfernt, beobachten dürfen.
Besonders wichtig für Australienreisende zu wissen: Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Bei Sonnenunter-/Sonnenaufgang sind sie unterwegs. Als wir im Ningaloo Marine Park morgens sehr früh gestartet sind, habe ich bei 50 Stück aufgehört zu zählen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung lag bei 80kmh. Das jedoch wäre viel zu schnell gewesen. Wir sind eine ganze Strecke nicht schneller als 30kmh gefahren.

Traurige Wahrheit

Leider, das ist wirklich die traurige Wahrheit, haben wir in unserem Urlaub mehr tote als lebendige Kängurus gesehen. Aber schwer ums Herz wurde mir, als wir ein ganz junges Känguru neben seiner toten Mutter wartend, am Straßenrand gesehen haben. Zum Glück gibt es Auffangstationen. Mein Appell: mit Weitblick fahren und zur Nacht, das ist die goldene Regel im Outback, stehen die Räder rechzeitig auf dem Campground still.

Riesenkänguru Australien
Dort steht es das Graue Riesenkänguru am Mittag unter einem Baum im Schatten
Kängurus in Australien
Neben uns am Campground haben sich Mutter und Kind zur abendlichen Stunde niedergelassen. Wir werden von Junior neugierig beäugt.
Känguru Australien
Leider kein seltener Anblick

Der Emu:

Das zweite Tier was Du auf dem Australischen Wappen siehts ist der Emu. Auch ihn haben wir zu Gesicht bekommen. Er ist der größte in Australien lebende Vogel und neben dem afrikanische Strauß der zweitgrößte Laufvogel der Welt. Es gibt von den Aborigines eine Reihe von Mythen über den Emu. Über Wirnin den große Emu habe ich schon geschrieben.

Emus sind nicht ortsgebunden.

Sie ziehen auf der Suche nach Nahrung umher. Kommen sehr viele dieser putzigen Großvögel zusammen, können sie verheerende Schäden auf den Farmen anrichten. 1932 versuchten sogar Sondereinheiten des australischen Militärs mit Maschinengewehren die Horden der wuschligen Vögel zu vernichten – vergeblich.
Bitte auch im Hinblick auf Emus mit Weitsich fahren. Uns ist ein Vater mit 6 „Küken“ vor das Auto gelaufen. Glücklicherweise hatten wir ihn aber vorher schon gesehen.

Emus in Australien
Dicht zieht das Emupärchen im Francoise Peron Nationalpark an uns vorbei.

Das Krokodil:

Lange haben wir gewartet, bis wir das erste Krokodile zu sehen bekommen. Diese erste Begegnung hatten wir mit dem Australien Krokodil, oder wie der Australier sagt einem Freshie. Mit seinen knapp 3 m Größe, die es erreichen kann, gehört es zu den kleinen Krokodilen. Vor ihm brauchst Du keine Angst zu haben, aber dennoch Respekt. Es ernährt sich von Insekten, Amphibien, aber auch von Wasservögeln und kleinen Säugetieren. Normalerweise greift es den Menschen nicht an. Zu nahe kommen solltest Du im trotzdem nicht, denn es kann Dir böse Bisswunden zufügen. Beispielsweise in den freigegebenen Gewässern der Nationalparks kann es Dir durchaus beim Schwimmen begegnen.

Im Gegensatz zum Leistenkrokodil…

von dem Du Dich zwingend fernhalten solltest . Hier stehst Du am falschen Ende der Nahrungskette und begibst Dich in absolute Lebensgefahr, wenn Du den Hinweisschilder und Anweisungen der Ranger nicht folgst. Eigentlich lebt das Leistenkrokodil in Flussmündungen zum Meer. Aber direkt nach der Regenzeit ist es durchaus in den Nationalparks anzutreffen. Somit Achtung! Immer auf die Hinweistafeln sehen und im Zweifel einen gesunden Abstand zum Gewässer halten. Ein Leistenkrokodil haben wir nur im Aquarium in Perth zu Gesicht bekommen.
In der Windjana Gorge hatten wir das wohl spektakulärste Erlebnis mit  den Australien Krokodilen.

Aquarium Pert
Ein Baby-Leistenkrokodil im Aquarium in Perth
Krokodile Australien
Freshies in der Windjana Gorge

Die Spinne:

Das war meine größe Sorge! Die riesigen giftigen Spinnen in Australien. Wochen vorher habe ich mich damit beschäftigt, denn zu Hause springe ich schon auf den Tisch, wenn ein weit kleineres Exemplar den Boden überquert. Sofern Du Ratgeber  über Australien liest, der Hinweis auf die Funnel-Web, die Trichternetz Spinne und die Redback, die Rotrückenspinne werden Dir begegnen.

Funnel-Web-Spider

Bevorzugt lebt die Funnel-Web Spider in tunnelartigen Löchern, ist aber auch in Garagen und Kellern anzutreffen, oder sucht sich z.B.: leere Konservendosen. Sie reagiert äußerts agressiv auf Störungen. Sie ähnelt in der Größe einer Vogelspinne, ist aber weniger behaart und sieht eher dunkel metallisch aus. Ihr Biss KANN für Menschen tödlich sein. Jedoch gibt es seit 1891 ein Gegengift und seither wurden keine Todesfälle mehr gemeldet. Du kannst ihr an der gesamten Ostküste von New South Wales (NSW) begegnen. Wir haben keine gesehen. Doch meine Tocher die an einer Führung durch die Bluemountains bei Sydney teilgenommen hat, wurde vom Ranger auf den 8-Beiner aufmerksam gemacht.

Redback

Die Redback ist die zweit giftigste Spinnenart des Kontinents – wobei nur das Weibchen giftig ist. Allerdings, so berichtete uns ein Australier abends beim Glas Wein, würde er sie einfach zerdrücken, wäre doch alles übertrieben mit der Spinnenangst. Nun denn, einen Erwachsenen wird sie wohl nicht töten. Trotzdem sollte man das Krankenhaus aufsuchen. Und für Kinder und ältere Menschen kann sie durchaus tödlich sein. Gefährlich wird es, wenn von den 12h lang anhaltenden Symtome, wie Lähmungen, das Atemzentrum betroffen ist. Die Spinne ist mit0,5 – 2cm recht klein. Sie lebt über den ganzen Kontinent verteilt, bevorzug in den wärmeren Gebieten des Nordens. Berüchtigt ist sie dort als „Klosspinne“ in den Nationalparks. Jedenjalls habe ich den Toilettendeckel immer erst mit dem Fuss von unten leicht angehoben und fallen gelassen…man kann ja nie wissen. Begegnet sind wir auch dieser Spinne nicht, oder besser wir haben sie nicht gesehen.

Dafür haben wir aber viele andere Exemplare zu Gesicht bekommen, ob giftig oder nicht, wußte ich nicht. Wie immer sollte man auch hier Respekt vor der Natur haben und sich mit offenen Augen und z. B.: der richtigen Kleidung im Busch bewegen.

Spinne Australien
Spinne im Netz unter einer Brücke im Schilf

Was kann man tun gegen die lieben 4-Beiner?

  • Schuhe, besonders, wenn sie draußen standen, immer erst ausschütteln
  • festes Schuhwerk tragen
  • in den Outbacks vorsichtig mit metallischen Gegenständen, z.B.: Zapfsäulen, leere Dosen, die liebt die Red-Back Spinne
  • lieber den Deckel der Buschtoilette einmal mit dem Fuß anheben und fallen lassen
  • den Hozstapel, die Bank, den Tisch lieber etwas genauer ansehen, bevor man sich setzt
  • auf den Wanderwegen bleiben

 

Schlangen in Autralien

Vorweg nehmen möchte ich, dass wir außer überfahrenen Schlangen und Fährten im Sand keine Schlange gesehen haben und ich dehalb auch leider keine Bilder habe. Aber, ja es gibt sie, die gefährlichsten Schlangen der Welt.

Bei unseren Wanderungen haben wir darauf geachtet, knöchelhohe, feste Schuhe zu tragen. Sehr zu empfehlen sind z.B.: die Redback Chelsea Boots, die ich mir selbst auch zugelegt hatte. Ich bin damit bis heute sehr zufrieden und trage sie auch nach dem Urlaub noch oft.

Lediglich 1 mal in den Dünen haben wir kehrt gemacht…zu viele Fährten und FlipFlops an den Füßen, das war uns doch zu heikel im Dünengestrüpp.

Taipan

Man unterscheidet zwischen dem Östlichen- oder Küstentaipan und dem Inlandtaipan.

Der schlanke Körper des Küstentaipans ist hell-, rot- oder dunkelbraun gefärbt. Er kann bis zu 2,50 m lang werden. Die Schlange lebt in den küstennahen Regionen von Ost- bis Nordaustralien und liebt die tropischen Savannen und Wälder mit über 800mm Niederschlag.
Der Taipan ist menschenscheu und beisst nur, wenn er in die Enge getrieben wird. Er ist tagaktiv und ernährt sich von kleinen Säugetieren. Das Gift wirkt neurotoxisch und stört aber auch die Blutgerinnung. Unbehandelt kann der Biss tödlich enden. Symptome sind Übelkeit & Erbrechen, fortschreitende Lähmungen, bis hin zum Atemstillstand weisen auf einen Biss hin.


Der Inlandtaipan ist die giftigste Schlange der Welt. Der Taipan kann seine Farbe ändern. So ist diese Schlange im Sommer eher hellbraun gefärbt und im Winter eher dunkelbraun, aber auch olivgrüne/gelbliche Exemplare wurden schon gesehen. Auch diese Schlangen sind eher scheu und verkriechen sich in Erdlöchern. Fühlt sie sich bedroht, greift sie an und beißt gleich mehrmals zu.


Mit diesen beiden Schlangenarten ist also nicht zu scherzen und SOFORT ein Arzt zu konsultieren.

Neben dem Taipan kannst Du auch der Brown Snake begegnen

Zu deutsch: Braunschlangen. Die verschiedenen Arten kommen in Australien recht häuftig vor. Die King Brown Snake ist die 2 giftigste Schlangenart und die Western Brown Snake nimmt den Platz 10 ein.
Die Färbung kann sehr variieren: beige, gelb, grau bis braun. Zwar versucht auch diese Schlangenart den Menschen zu meiden, aber ist eine Begegnung unausweichlich, so reagiert sie eher agressiv. Die bis zu 2m lange Schlange baut sich dann auf, reißt das Maul auf und fixiert die Bedrohung. Wer diese Warnung nicht ernst nimmt, muss mit mehreren Bissen rechnen. Die Schlange ist überwiegend tagaktiv und ernährt sich hauptsächlich von Eidechsen und Fröschen. Sie ist fast in ganz Australien anzufinden, lebt auch in der Nähe von Dörfern und Städten.
Durch die kurzen Giftzähne und die dadurch geringere Giftmenge, bleiben die Bisse bei den kleineren Arten eher ohne gravierende Folgen. Bei den Bissen der größeren Arten kommt es jedoch auch zu schweren Vergiftungen, bis hin zum Tod. Gefährdet sind, wie bei den Taipanen auch, besonders Kinder. Auch hier solltest Du bei einem Biss sofort Hilfe suchen.

Tiger Snake Arten

Schließlich kommen wir zu Platz 4, 7 und 8 der giftigsten Schlangen: Eastern Tiger Snake, Tiger Snake, Black Tiger Snake. Diese Schlangenarten könnten Dir in Ostaustralien auch schon einmal in der Küche begegnen. Die meisten Bisse von Schlangen gehen auf das Konto dieser Arten. Sie flüchten nicht immer vor dem Menschen, sondern drohen. Und diese Drohung solltest Du ernst nehmen, denn sie beißen schnell zu. Gelesen habe ich, dass 40% der unbehandelten Fälle tödlich ausgehen sollen. Auch hier: sofortiger Arztbesuch.

Zu guter Letzt: Seeschlangen

Ja, auch im Wasser ist man nicht sicher vor Schlangen. Um die 30 Seeschlangenarten gibt es in Australiens Gewässern. Viele davon leben am Great Barrier Riff.

Die Seeschlangen besitzen ein hochwirksames Gift, so z.B.: die Plattschwanz-Seeschlange oder die Plättchen-Seeschlange. Meist sind die friedartigen, aber neugierigen Meeresbewohner scheu. Jedoch während der Paarungszeit besteht erhöhte Bissgefahr und das endet dann meist tödlich. Nur das Gegengift kann hier noch helfen.

Natürlich gibt es noch sehr viel mehr Schlangenarten, die meist jedoch weniger giftig sind.

Leicht gesagt: Arzt aufsuchen

Meist ist der Arzt in den Outbacks, oder beim Schnorcheln nicht mal eben um die Ecke. Hier noch ein paar Verhaltenstipps, solltest du tatsächlich gebissen werden.

Erste Hilfe bei Schlangenbissen

  • RUHE bewahren, keine körlerliche Anstrengung, evtl. Beruhigugsmittel aus dem 1. Hilfe Gepäck
  • Biss NICHT aufschneiden, aussaugen, ausbrennen etc.
  • Bein oder Arm NICHT abbinden
  • Bei Bissen in die Hand: Ringe, Armbänder, Uhren etc abnehmen, da mit starken Schwellungen zu rechnen ist
  • Wie sah die Schlange aus, Farbe und Zeichnung
  • gebissene Extremität ruhig stellen, z.B.: mit einem Stock schienen und mit elastischer Binde fest verbinden, bis oben hin
  • sofern möglich, liegender Transport
  • schnellstmögliche professionelle Hilfe
  • bei Atembeschwerden: Mund zu Mundbatmung
  • viel Flüssigkeit ist sinnvoll, aber: auf keinen Fall: Alkohol, Cola oder Kaffee

Aber es muss ja gar nicht erst zum Biss kommen, dazu hier noch ein paar Verhaltensregeln

Schlangenbissen vorbeugen

  • Vor Beginn der Wanderung Informationen einholen über Flora/Fauna (Visitorcenter/Ranger)
  • Informationen einholen, wo sich die nächste 1 Hilfe Station befindet
  • Andere informieren über die bevorstehende Wanderung und die Dauer der Wanderung
  • Festes Schuhwerk, lange Hosen
  • fest auftreten, Schlangen spüren die Bodenvibrationen
  • Schlangen nicht mit Stöcken etc reizen
  • bei Drohgebärden, langsam rückwärts gehen und der Schlange die Flucht ermöglichen
  • Im Freien können Moskitonetze über der Schlafstätte hilfreich gegen Schlangen sein
  • Schlangen nie anfassen

Übrigens die Notrufnummer in Australien ist die: 000 (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst) Im Outback sollte man ein Satphone oder CB-Funk nutzen. Handys haben meist keinen Empfang. Leiht man sich vor Ort ein Fahrzeug, gibt es ein Notfallgerät. Besteht Lebensgefahr soll es aktiviert werden, dann wirst Du  notfalls mit dem Helikopter abgeholt.

 

Natürlich gibt es noch viele viele Tiere mehr, die ich beschreiben werde. Schau einfach mal wieder vorbei. Es fehlen z.B.: Vögel und Reptilien, auch Meerestiere, wie Haie, Wale, Schildkröten sind noch zu beschreiben.