Wir sind um 8:30 an der Station, viel zu früh, aber so können wir uns einen Platz aussuchen. In Fahrtrichtung zu zweit nebeneinander und keine Sitzreihe vor uns, Platz um die Beine auszustrecken. Wir beobachten das Geschehen, die Lok  wird angefeuert, dicker Qualm steigt auf.

Fahrt mit der Karpatenbahn – Mocanita

Pech, dass wir ausgerechnet einen Sonntag erwischt haben, denn wir wären gerne zusammen mit den Holzfäller früh am Morgen gefahren. Es ist die einzige holzbefeuerte Dampflok, die noch aktiv ist und Arbeiter befördert. Andere Bahnen sind nur noch für Touristen. Wir frühstücken in der Bahn.


Die Abteile des Zuges sind mit Eisenketten verbunden. Wenn die Lok anfährt dauert es, bis sich alles in Bewegung gesetzt hat. Es ruckelt und schaukelt – ich stehe lieber, gehe von rechts nach links. Kleine Dörfer, Weiden mit Kühen, dann nur noch Berge, fauchend und stampfend geht es langsam voran.

Kurvenreich führt die Schmalspurbahn entlang des Flusses, hinein in das wildromantisches Karpatental. Die Mocanita erschließt ein riesiges Waldgebiet. Das Tal wird Wassertal genannt. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde hier mit dem Holzabbau begonnen, das geschlagene Holz herabgeflösst. Der Bau der Bahn um 1932 war damals ein gewaltiger technischer Fortschritt. Mit dem aufkommenden Strassentransport der 50er Jahre verschwanden die Waldbahnen jedoch.

So hat es früher auf der Strecke ausgesehen, da heute Sonntag ist, haben wir keine aktuellen Fotos der Holzarbeiter heute

In den offenen Zügen gibt es keine gepolsterten Sitze, wer es weich mag, sollte sich ein Sitzkissen mitnehmen. Die Bahn fährt  um 9:00 Uhr ab und ist gegen 14:30 wieder zurück. Die Fahrt kostet 53 RON pro Person, das sind ca. 12 EUR.

Auf zu Vladimir

Wieder angekommen in Viseul de Sus machen wir uns auf den Weg zu Vladimir – den Übernachtungsplatz hat Robert gestern für heute bei park4nights  heraus gesucht. Es sind ca 90 km, ein Katzenspiel, wenn nicht die ganze Strecke Baustelle gewesen wäre, für Camper und PKWs ist die Stecke keine Freude – ist echt zu meiden. Für uns war es kein Problem.

Baustelle über den Prislop Pass

Das bedeutet hier in den Serpentinen: keine Fahrbahnmarkierung, keine Leitplanken, keine Anweisungen, keine Begrenzungen – die Fahrplan wechselt von links nach rechts – jeder muss gucken, Buckelpiste, Schlaglöcher, Gegenverkehr – Hetze ist hier fehl am Platz. Jeder fährt wie er meint, auch nebeneinander, schnelle Überholmanövern nicht ausgeschlossen.

Ankunft bei Vladimir

Dann endlich erreichen wir Vladimir. Jedoch, der kleine idyllische Platz ist völlig überfüllt, denn eine WoMo Rundreise Gruppe campiert heute hier. Wir finden noch eine schmale Ecke, neben den Danone-Bechern. Übrigens Zimmer kannst Du hier auch buchen. Hier seine  Adresse: Camping Bed and Breakfast „Vladimir“, Coicanesti, Str. Oita Nr. 223, Jud. Suceava

Dann wird der Himmel schwarz, Sturm zieht auf, Robert und ich packen fluchtartig. Die Reisegruppe sitz schon beim Essen bei Vladimir, ich flitze hinüber und warne sie. Alle stürmen hinaus um Hab und Gut zu sichern. Starke Fallwinde, dann fällt der Strom aus, ich geselle mich zu der Gruppe, Robert geht schlafen.

Ich sitze neben der rumänischen Reiseleiterin der Gruppe, sie hat noch ein paar Tipps für unsere Strecke.
Vladimir hat für die Gruppe gekocht. Zwar bin ich satt aber, mag nicht nein sagen,  Kuchen mit Pflaumen, echt lecker. Irgendwann sitzt Vladimir neben mir streichelt den „streunenden Hund“ erklärt, das ist mein Freund. Eine Frau habe ich hier nicht gesehen.

Einige der  Gruppe gehen schlafen, Vladimir erzählt strahlend, mit seinen 2 untern verbliebenen Goldzähnen von seinem Elternhaus und allen Tieren die er liebt. Er erzählt wie er einem Pärchen, dass hier war, ein Candlelight Dinner auf die Wiese gezaubert hat, erzählt von dem Radfahrer der bei ihm übernachtet hat und Europas Grenzen „erfahren“ möchte. Dann löst sich die Gesellschaft auf, Bettruhe – es stürmt und schüttet noch immer. Die Gruppe wird am nächsten Morgen  um 9:00 Uhr zu starten.

Nach einem Toilettengang bei Kerzenlicht, mache auch ich mich auf den Weg ins Bett. Nach wie vor ist nirgendwo ein Licht zu sehen – es ist kuschelig im Schlafsack. Weiter fegt es stürmt über das dunkle Dorf und die Berghänge.

Start zur Klostertour

Am nächsten morgen ist es kalt und und weiter stürmisch, aber die Sonne strahlt wieder vom Himmel. Wir warten bis die Tubberdosen, so nannten sie sich selbst, gestartet sind. Der Hamburger verabschiedet sich, wünschte eine gute Weiterreise, der Bielefelder wünscht uns einen schönen Resturlaub, ein Neugieriger möchte noch den Landy von Innen sehen. Die Reiseleitung erzählt uns, dass wir Glück gehabt haben mit den Unwetter, in Timisoara seien 8 Menschen ums Leben gekommen – schrecklich – viel Straßen seien noch durch herabgestürzte Bäume gesperrt. Das betrifft unsere Route.
Dann wird es ruhig bei Vladimir. Genau So hatten wir es uns eigentlich vorgestellt, aber mir hat es auch mit dem „Rentner Club“ gefallen, ich mag den Austausch.

Nach der Abreise der Truppe frühstücken wir in Ruhe, verabschieden uns von Vladimir, dem herzensguten Mensch und machen uns auf den Weg. „Vladimir“ ist eine Übernachtung wert: toller Platz, schöne Lage, einfache aber saubere sanitäre Anlagen, Hausmanns Kost und Vladimir ist ein Schatz.


My tourn to drive, Robert hat sich ein wenig auf der Karte verguckt, das erstes Kloster fällt aus, Lochpiste über 50 km, dann erreichen wir das das „Blaue Kloster“.

Fahrt mit der Mocanita

Beitragsnavigation


2 Gedanken zu „Fahrt mit der Mocanita

  1. Bei Vladimir ohne die Camper würde es mir auch gefallen. Der Blick auf den Platz hat mich an unsere diesjährige Norwegen Tour erinnert und erfüllt mich gerade mit Sehnsucht auch wieder los zu fahren…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: