Plöner See Holsteinische Schweiz

Realität: brrrrr, ich friere – Campingplatz-Idylle, Kanus ziehen vorbei, Stand-Up Padler drehen ihre Runden, ein ferngesteuertes Segelboot wiegt bei Flaute auf dem See hin und her. Am Abend legen an der Badeinsel Tretboote mit Jugendlichen an. Ihre fröhlichen Stimmen schallen herüber – die Sonne geht unter. Wir mit unserem Landy mitten drin – Zeit für ein Résumé vom Testwochenende am Plöner See.

Start zum Testwochenende

Am Samstag sind wir leicht gestresst in unser Testwochenende in die Holsteinische Schweiz gestartet – wenns doch erst der Titikakasee wäre. Bis zum Schluss hat Robert noch geschraubt und gelötet, während ich genervt habe mit: reinigen, packen, was wohin, WANN bist du fertig, wann fahren wir? Eine Packliste hatte ich geschrieben und entsprechend alles in den Fächern verstaut, dann habe ich mit den Hufen gescharrt.

Plöner See Holsteinische Schweiz
…noch am Schrauben

Endlich Startschuss! Juchhe –  jedoch zu spät für einen Eggmac Muffin, vom amerikanischen Spezialitätenrestaurant, unser gesundes traditionelles Erster-Tag-Urlaubs-Frühstück.
Für die Auffahrt in die falsche Richtung auf die Autobahn, gab’s von den Kindern per WA ein „Ihr Lauchs“. Stau, Vollbremsung, die neuen Bremsbeläge, haben den Blutdruck hoch schnellen lassen, aber funktionieren…

Bei der Ankunft am „Spitzenort“ am Plöner See, hat uns die Sonne entgegen gestrahlt und das Wasser geglitzert – cool down, durchatmen, genießen.

Plöner See Holsteinische Schweiz

Erster Aufbau

Wie aus unserem Australienurlaub gewohnt, hat Robert sich um den Wagen gekümmert und ich mich um Stühle, Tisch und Drumherum. Das Hubdach von x-vision-x lässt sich schnell und unkompliziert aufbauen.

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…mit eingeklappter Foxwing
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…viel Platz unter der Foxwing

Gespannt war ich auf die Foxwing. Sie ist an der Seite des Landys fest montiert und die Teleskopstangen sind platzsparend verpackt. Wie ein Fächer wird sie 270 Grad um den Wagen herumgeklappt und mit Teleskopstangen abgestützt. Unglaubliche – 10 m² überdachte Fläche, einfach genial. Der Einstig in den Wagen ist so regengeschützt und die Seite mit der zukünftig „Durchreiche“ auch. Wenn es stürmisch ist, sorgen Abspannleinen & Heringe für mehr Stabilität.

Check – voller Gewinn! Love it. Auf der Einkaufsliste kommen nun Seitenwände für die Foxwing hinzu. (Robert hat korrigiert: Wunschliste)

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…mit aufgestellter Foxwing und offenen Fenstern im Schlafbereich

Testbacken

Nehmen wir den Coleman Camp Oven mit, ja oder nein? Wir haben ihn noch nicht ausprobiert, aber dazu sind wir ja hier. Zusammengefaltet ist er niedlich klein: 29 x 8 x 31 cm. Er lässt sich, in nicht einmal einer Minute, wie eine Ziehharmonika aufklappen, einhaken – fertig. Vorerst habe ich eine Backmischung mitgenommen – flugs mit Wasser angerührt soll der Teig nun gehen. Kein Problem, der Motorraum ist noch warm – haben wir uns gedacht…

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Motorhaube auf, Teig drunter…

Ich gehe erst einmal schwimmen. Das Wasser ist herrlich, glasklar, erinnert mich an Schweden. Kleines Training für den Wettkampf am kommenden Wochenende…. aber dem Teig war es nicht warm genug, er hat sich nicht gerührt.

Backtest am Testwochenende bestanden

Ergebnis: Nicht nur das Backen, sondern auch das „Gehenlassen“ funktioniert im Camp Oven perfekt. Auf kleiner Flamme steht er auf dem Coleman Benzinkocher, die Tür leicht angelehnt – so hat der Teig sich wohl gefühlt. Anschließend Tür schließen, auf 200 Grad hoch heizen. Kleiner Fauxpas: hätte Mann nicht die Konstruktion durch ständiges Herumgefummel zum Einsturz gebracht, wäre das Brot auch von unten nicht schwarz geworden. Geschmeckt hat’s trotzdem. Bestimmt lässt sich auch prima Pizza darin backen. Check – Oven darf mitfahren.

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…ist eben einmal kurz auf den heißen Backofenboden gefallen, ohne Grillhandschuh und Grillrostheber, war das ein Problem

Auf unserer Einkaufliste kommen nun Grillhandschuh, ein Pizzablech und Grillrostheber hinzu.

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Lecker duftet das frisch gebackene Brot

Wir genießen das warme Brot mit kleinen Leckereien und supergekühltem Weißwein. Der Blick, schweift hinaus auf den See. Es ist schön hier. Wir haben einen Stellplatz am Wasser, Südseite, mit direktem Seezugang . Nichts gegen Wohnwagen, Wohnmobile, Vorzelte und Co, aber wir stehen lieber in der freien Natur, oder zumindest abseits der gängigen Pisten und mit etwas mehr Abstand zum Nachbarn.

Unser Traum ist es, die Panamericana zu fahren. Da darf ich doch mal träumen und denken ich sei schon dort und mein Blick schweife gerade über den Titikakasee? Denn dort führt unsere Traumstraße vorbei.

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Kleid raffen, Füße abkühlen – herrlich

Wanderlust

Kugelrund und weinbeschwingt machen wir uns auf Entdeckungstour zur Prinzeninsel. Ja, es ist eben doch „nur“ der Plöner See im Naturpark Holsteinische Schweiz. Aber der hat neben viel Natur einiges zu bieten – segeln, schwimmen, tauchen, angeln, wandern, paddeln, radeln, Schloßbesichtigung, Städtetour, 5-Seen-Fahrt…

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Wenn ich recht erinnere, war das ein vom aussterben bedrohtes Waldschaf

Die Prinzeninsel, 2 km lang und teils nur 30 m breit, ist noch heute im Besitz des Hauses Preußen. Der „Alte Apfelgarten“ hat’s mir angetan. Er ist von einem weißen Gatter umgeben, mutet verwildert an. Er hat seinen Ursprung um 1625 als Kräuter- und Blumengarten. Nach der Eroberung durch die Dänen, war er lange nicht mehr offiziell zugängig. Neugierig bin ich von Baum zu Baum getingelt.

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Ein weißes Gatter umgibt den alten Garten
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Naturblumenwiesen sorgen dafür, dass es den Insekten gut geht
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Nicht alle Apfelbäume tragen, so wie dieser hier.

a, nun verdreht die Männerwelt die Augen und gähnt. So auch Robert: er sitzt inzwischen im Pavillon und hat die Füße hoch gelegt, während ich den Fotoapparat vor der Nase habe und alles für Euch einfangen möchte.

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Weiß strahlt das Plöner Schloß zwischen den Bäumen hindurch

Wir spazieren weiter und gelangen zum Prinzenbad. Reges Treiben, Paddler und Kanuten legen an, Kinder spielen kreischend im Wasser – hier, wo einst die Hohenzollern schwimmen lernten.  Noch eine Ecke weiter gelangen wir zu einem Niedersächsischen Bauernhof . Heidschnucken und seltene Schafrassen sind hier beheimatet. Gerne hätte ich mir an der Südspitze noch den Lieblingsplatz der deutschen Kaiserin Auguste Victoria angesehen, aber nachdem ich inzwischen zum 5 Male die Frage gestellt bekommen habe: „Drehen wir JETZT um“, gebe ich nach. Denn schließlich – viel wichtiger – haben wir kein Grillbier und der kleine Laden auf dem Campingplatz könnte schließen.

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Testgrillen

Rückweg – 2 km später –  Glück gehabt, Laune gerettet, Grillbier erstanden. Dann kann es losgehen. Stangenbohnen aus dem heimischen Garten und Lammlachse, soll es jetzt geben.

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Die Eisengrillplatte haben wir in Australien erstanden und den weiten Weg nach Deutschland mitgenommen. In Down Under haben wir sie auf den Gaskocher gelegt. Aber auch hier klappt es prima, mit dem Benzinkocher. Auch Gemüse lässt sich perfekt darauf garen, oder wieder aufwärmen.

Check – was sich über 4 Wochen im Outback bewährt hat, kommt mit. Und die Murrikka? Eigentlich ist sie überflüssig, aber Robert möchte sie unbedingt mitnehmen, für die Lagerfeuer-Romantik. So wird sie zwischen Beifahrersitz und Kühlschrank wohnen.

Das Testwochenende ist schon fast vorbei

Brrr, mir ist kalt, die Sonne geht unter. Das Kleid weicht der gefütterten Trekkinghose und dem Rolli…und dazu `ne Weste…und dazu `ne Fleecejacke. Ich werde kopfschüttelnd beobachtet: „Du bist anders als andere Menschen“, darf ich mir von Robert im T’shirt anhören. „Nein, ich bin eine Frau“, was soll ich dazu sagen. „Das ist das selbe“, ist der trockene Kommentar. Bingo, es bestätigt, dass ich natürlich mehr Fächer für meine Kleidung benötige als er, nicht wahr?

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Während es dunkel wird schmieden wir die nächsten Reisepläne

Erste Nacht im Dachzelt

Ab ins Bett, es ist fast dunkel. Wir haben es uns oben bequem gemacht und das große Fenster mit Blick auf den See geöffnet. Die Vögel sind verstummt, es wird ruhig auf dem Platz, Kuschelromantik am Titikakasee.

Plöner See Holsteinische Schweiz
Ein Ratebild – hast du eine Idee?

Autsch, ich werde wach, meine Schulter und Hüfte fühlen sich taub an. Die Matratze, Therm-a-rest Mondoking 3D XXL, hatte zu viel Luft, das müssen wir definitiv nachjustieren. Mir ist heiß, der Schlafsack ist zu warm – der dünne Australien-Schlafsack wandert in meinen Gedanke auf die Packliste. Es hat zu regnen begonnen, wir müssen das Fenster schließen. Es wird stickig, das Wasser tropft von den Scheiben. Wir haben lauter Seeromantik vergessen, die Belüftungsgitter zu öffnen.

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Morning has broken like the first morning, blackbird hast spoken like the first bird – Am morgen werden wir vom Gezwitscher der Vögel und den wärmenden Sonnenstrahlen geweckt.
Robert kocht schon Kaffee, während ich mich gemütlich auf die Bettkante setze und den Blick über den frühmorgendlichen See genieße.

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Schlafverdunklung

Die Verdunklungen für die Scheiben fehlen noch. Robert hat für alle Fenster Magnet-Thermomatten von Projekt Camper bestellt. Übrigens eine tolle Sache, denn dort heißt es FAIRNÄHT – es wird zu fairen Preisen in Hamburg produziert. Mit Saugnäpfen haben wir schlechte Erfahrungen gemacht, sie reißen schnell aus. Es gibt auch kleine Rollos mit Druckknöpfen, die innen festgeschraubt werden, aber das wollen wir unserem Landy nicht zumuten. Keine Bohrlöcher in der Karosserie.

Elektrikcheck

Der Landstromanschluss von DEFA hat funktioniert, alle Geräte konnten geladen werden. Überwachen können wir alles an der Spannungsanzeige im Cockpit.
Über den Schränken befindet sich eine Station mit diversen Anschlüssen, in einem Fach befindet sich auch eine Steckdose. Vorne auf der Standheizungskonsole haben wir noch eine Doppel-Ladebuchse.

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12 V – Anschlüsse
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Instrumente, Schalter; USB-Buchsen

Die Standheizung ist beim Test sofort angesprungen. Während sie in der Garage doch ziemlich laut erschien, ist der Geräuschpegel jetzt eher gering. Lediglich das Klacken der Dieselpumpe, die den Sprit für die Heizung ansaugt, stört etwas.

Besonders gefallen mir unsere Leselampen am Bett, die wir Dank des langen Halses auch unten in die Fahrerkabine nutzen können. Test bestanden, Robert hat ganze Arbeit geleistet.

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Packtest

Alle Fächer in der Schrankwand sind mit Black-Cat-Antirutsch-Matten ausgelegt. Da wackelt nichts und steht bomenfest bis zu 60% Steigung/Gefälle.

Praktisch sind die Nalgene-Behälter. Wir nutzen sie für Dinge wie: Kaffee, Reis, Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen, Salz, Gewürze, Öl… sie gehen nicht kaputt, sind wieder verschließbar.

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Hier siehst Du die Nalgene Flsachen, es gibt sie in veschiedenen Größen

Ansonsten haben wir beim Packen noch Optimierungsbedarf. Was wird in welchen Fächern gelagert? Sicherlich wird sich das erst unterwegs herausstellen. Was benötigen wir wirklich? Uneinig sind wir uns natürlich bei der Kleidung. Ich fahre doch nicht los ohne Kleid und nettes Schuhwerk. Wie funktioniert es im täglichen Gebrauch? Prinzipiell jedoch sind wir soweit, es kann losgehen…

STOPP – das Porta Potti

Fast hätte ich vergessen, es zu erwähnen. Das war mir wichtig – Porta Potti – für die kleine Nordurft. Ich stehe nicht so auf Schaufel und Bodenloch, das war mir in Australien gar nicht geheuer. Gibt es doch Schlangen die sich eingraben und dann zuschnappen und wer weiß was über den Boden huscht, wenn es dunkel ist…

Hier noch ein kleiner Ausblick auf unsere anstehende Reiseroute

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4200 Meilen haben wir uns vorgenommen, bald ist es soweit

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Augen zu und träumen – Titikakasee

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Ein Gedanke zu „Augen zu und träumen – Titikakasee

  1. Wie ich sehe, seid ihr schon fast perfekt vorbereitet.
    Robert hat Recht, wozu so viele Klamotten, ich meine Kleidung!
    Warmes Zeug ist sicher wichtig bei bevorstehenden Herbsttemperaturen, wobei es im Süden ja noch warm sein wird.
    Freue mich schon auf die Reiseberichte!!

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