Und noch eine Gorge

Die Nacht war es kalt. Zum ersten Mal haben wir gefroren. Ich habe mir das gute alte Nachthemd herbeigesehnt. Um 5:30 sind wir auf den Füßen und um 7:00 auf der Piste. Nach ca. 20 km haben wir die Bell Gorge erreicht.

Bell Gorge

Die Wanderung mit dem Schwierigkeitsgrad 2 führt über rundes Bachgestein und sandige Wege, erst schattig, dann in der prallen Sonne. Wir erreichen den ersten Badesee. Für das, was wir schon gesehen haben, empfinden wir ihn als relativ unspektakulär. Das Wasser ist flach die Felsen darin ziemlich veralgt, sehen glitschig aus. Hier wollen wir nicht baden und setzen den Weg fort. Und dieser ist ausgezeichnet mit den Schwierigkeitsgrad 5, was ich aber vorher nicht gesehen habe. Das ist der fast schwierigste Grad in Australien. Der Wanderweg führt entlang der Kante der Schlucht und dann über Felsen steil hinunter. Ich fühle mich auf allen 4en wohler als auf meinen 2 Beinen. Wir sehen einen See. Über mehrere Felsstufen wird er über einen Wasserfall gespeist. Das mag in der Regenzeit richtig imposant aussehen, momentan fließt es nur wenig.

Verdiente Abkühlung

Nun müssen wir nur noch hinunter kommen. Der Weg führt über geschätzte 50 m in die Tiefe, über große Felsen. Ich gucke lieber nicht hinunter und klettere nur von Stein zu Stein. Wir haben die Wasserkante erreicht, auch hier sind die oberen Felsen im Wasser veralgt. Da hilft nur der Sprung ins kühle Nass. Und so kühl wie es aussieht ist es nicht, 25 Grad. Ich stelle mich mitten im See auf einen veralgten Felsen und schaue hinab.

Bell Gorge
Die Abkühlung ist mir willkommen

Meine Füße sehe ich nicht mehr, grüne Kringel wallen um mich herum. Plumps, liege ich auch schon wieder, es ist zu glatt. Nach einer halben Stunde schwimmender Erkundungstour durch den See, wollen wir an Land. Das gestaltet sich nicht so einfach, wir ziehen uns liegend über die Felsen hinaus. Wir klettern wieder hinauf und gelangen nach 45 min wieder am Camper an.

Manning Gorge

Weiter geht die Fahrt auf der Gibb. Nach 120 km, mit ein paar spärlichen Flussdurchfahrten verlassen wir die Gibb für diesen Urlaub und setzen unseren Weg auf der Leopold Downs Road fort. Der Windjana Gorge National Park ist nur 10 km entfernt.
Wir registrieren uns für die Übernachtung auf dem Campingplatz, kosten AU$ 24.
Wir parken unter einem Baum, es sind 37 Grad im Schatten. An die angedachte Wanderung ist momentan nicht zu denken. Übrigens auch die technischen Geräte beginnen zu streiken. Das iPad beschwert sich, ihm sei zu warm und die GoPro ist während der Fahrt mehrmals ausgegangen.
Ich beginne meinen heutigen Bericht bis hierher zu schreiben, später mehr.

Krokodile in der Bell Gorge
Hmmm, tun die auch wirklich nichts?

Es wird spannend…

Zum Sonnenuntergang haben wir uns einen Platz auf einer großen Sandbank gesucht und sitzen nun auf Beobachtungsposten. Vor uns erstreckt sich ein relativ ausgetrocknetes Flussbett mit stehendem Restwasser. Es gibt sie doch, um die 50 Stück tummeln sich im Wasser und auf weiteren Sandbänken, DIE Krokodile, aber auch wieder Freshis.

Manning Gorge
Auch wenn Freshies nichts tun, hier würde ich bestimmt nicht schwimmen gehen

Lässt man den Blick in die Ferne wandern erheben sich links und rechts ca 30m hohe Felswände die von der untergehenden Sonne beschienen werden. Der Ausgang aus der Schlucht zwischen den Felsen ist 300m breit. Die untergehende Sonne taucht das Wasserloch und die Felsen in orange-rotes Licht. Es stinkt beißend, in den Bäumen gegenüber unserer Sandbank hängen tausende von riesigen Fledermäusen. Hier nur ein kleiner Ausschnitt von einem Baum…

image
Ruhe vor dem Sturm, noch hängen die Flughunde in den Bäumen

Schauriges Mahl

Die Sonne ist fast untergegangen, die Krokodile sind inzwischen alle im Wasser, regungslos verharrend. Plötzlich geht es los, der Himmel wird schwarz, wie auf Regieanweisung fliegen die Fledermäuse zusammen los. Der Schwarm fliegt aus der Schlucht hinaus und kommt in einer oberen Schicht wieder zurück.

Flughunde
Wie auf Knopfdruck schweben 1000sende Flughunde über uns hinweg

Sie tauchen ein in das Wasser und fangen die Insekten von der Wasseroberfläche ab, Abendessen. Darauf haben die Süsswasserkrokodile nur gewartet, Abendessen, lautes Klappen des riesigen Mäuler ist zu vernehmen.
Wir stehen starr, gebannt vor dem unglaublichen, unbeschreiblichen Schauspiel der Natur. Dunkelheit hat sich über die Schlucht gesenkt, nur die leichten Himmelsfarben zeugen noch von der eben untergegangenen Sonne. Hier ist es nach Sonnenuntergang sofort dunkel. Mit einer Taschenlampe in der Hand und dem schnappen der Krokodile im Ohr verlassen wir diesen einzigartigen Naturschauplatz…..

23.09 Highlight….wer ißt wen am Abend….

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6 Gedanken zu „23.09 Highlight….wer ißt wen am Abend….

  1. Bis auf die vielen Süßwasserkrokodile klingt alles super! Wie siehts denn mit den Spinnen aus? Hattet ihr schon welche im Camper?

    Die Bilder sind beeindruckend – davon bitte mehr! 😉

  2. Hallo ihr Lieben,
    es ist so genial, eure Berichte zu lesen. Ich warte jeden Tag mit Spannung auf
    das, was ihr erlebt am anderen Ende der Welt.
    Ich denke, Natur bekommt während eurer Tour eine ganz neue Bedeutung.
    Ich bewundere euren Mut und wünsche euch von ganzem Herzen eine Pannenfreie
    Fahrt.
    Ich hoffe, ihr habt einen guten Ersatzreifen erstanden.
    Ganz herzliche Grüße aus dem sommerlichen (heute 26 Grad) Koblenz.

    1. Hallo Petra, die weitere Fahrt war einwandfrei. Über das WIE ein Auto beschaffen sein soll, auf solch einer Reise, sollte ich vielleicht noch einmal in einem Extrabeitrag eingehen. LG vom indischen Ozean

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